Samstag, 6. April 2013

Bist du noch wach?...


- Hardcover - 

Autorin: Elisabeth Rank
Verlag: berlin Verlag
Seitenanzahl: 240 Seiten
ISBN: 978.3827010957
Preis: 17,99€

Kurzbeschreibung:

> Freunde: das ist die Familie, die wir uns selbst aussuchen. Ihnen vertrauen wir oft mehr an als jedem anderen. 
Aber wie stabil sind unsere Wahlverwandtschaften ? Elisabeth Rank hat einen poetischen und feinnervigen Roman über Einsamkeit, Liebe und Freundschaft, aber vor allem auch über den Abschied geschrieben. von eigenen Lebensplänen und Idealen - und manchmal von den Menschen, die dazugehörten. Mit wem soll man darüber reden, dass es niemanden mehr gibt, mit dem man über alles reden kann ?
Rea und Konrad sind Mitbewohner - und die allerbesten Freunde. Doch je näher Reas 30. Geburtstag rückt, desto deutlicher spürt sie ihre Unzufriedenheit: Sie hat das Gefühl, alle Clubs gesehen, alle Erfahrungen gemacht und alle wilden, schönen Sonnenuntergänge erlebt zu haben. Permanent muss sie sich hinterfragen: Kommt jetzt der nächste Schritt ? In welche Richtung ? Was hat ihr die Stadt noch zu bieten ? Konrad scheint seinen Weg bereits geplant zu haben: er führt weg von Rea. Und er hat plötzlich eine Freundin; die erste in all den Jahren. Rea erträgt die neuen Schritte in der Wohnung nicht, die neuen Geräusche. Also flüchtet sie in die Sorglosigkeit eines Sommerurlaubs - natürlich nur um dort die Verfahrenheit ihrer Lage umso klarer zu spüren. Könnte es sein, dass wir selbst für Freundschaft zu frei und egozentriert geworden sind ? Elisabeth Rank schreibt nicht über den großen Streit, sondern über eine langsame Entwöhnung, ein Sich - Auseinanderleben mit dem eigenen Lebensplan. Und am Ende steht eine Erkenntnis: Manchmal hören Dinge einfach auf. Auch wenn das nicht das ist, was wir wollen. <
Quelle: www.amazon.de



Meinung:

"Manchmal hören Dinge einfach auf. Auch wenn das nicht das ist, was wir wollen."

Wie passend, dachte ich, als ich diesen Satz las und mich daraufhin auf die Leserunde zu "Bist du noch wach?" bei Lovelybooks beworben habe. Auch mein Leben hat sich rund um meinen 30igsten Geburtstag verändert und auch ich musste erst kürzlich die Erfahrung machen, das es eben Dinge gibt, die manchmal einfach aufhören. 
Da mich dann auch noch der Klappentext und die Leseprobe ansprachen, war ich mir sicher, das mich hier ein ganz tolles Buch erwartet, das eben einfach passt. 

Tja, leider weit gefehlt, zumindest was mich betrifft, da konnte auch das tolle Cover mit der glänzenden Regenbogenschrift nix mehr retten. 

Die Grundidee der Geschichte finde ich eigentlich recht gut, aber die Umsetzung spricht mich leider nicht im Geringsten an. 

Aufgrund des "außergewöhnlichen" Schreibstils und der nicht vorhandenen Verbindung zu den Charakteren habe ich das Buch nach 104 Seiten ( und einigen Neuversuchen ) endgültig abgebrochen.

Ich bekomme nur ganz schlecht bis gar nicht, einen Bezug zu den einzelnen Protagonisten und obwohl es sich hier ja vordergründig um Rea als Hauptperson dreht, würde ich fast behaupten, das ich einen besseren Draht zu deren Mitbewohner Konrad habe, obwohl der ja mehr oder weniger nur einen Nebencharakter darstellt. Rea geht an mir irgendwie total vorbei. Sie wirkt kein Stück erwachsen und treibt scheinbar planlos umher...kann ich leider nix mit anfangen.

Mag sein, das manch ein Leser die Sprache als "literarisch" oder "poetisch" ansieht, mich jedoch spricht sie nicht im Mindesten an. Ich finde den Schreibstil weder erfrischend noch flüssig, sondern viel mehr konfus und komplett verzettelt. 
Ellenlange Sätze, in denen sich die Autorin, in für mich sinnlosen Details verliert und von einem Thema zum nächsten springt, sorgen dafür, das ich am Ende des Satzes bereits beinahe vergessen habe, um was genau es am Satzanfang eigentlich ging. 

Es gibt außerdem Passagen die mir komplett überflüssig erscheinen und die ich auch in der Leserunde schon beschrieben habe. 
Zum Beispiel die Sache mit Wien, "ACHTUNG SPOILER !" : 

Rea fliegt beruflich mit ihrem Chef nach Wien um sich dort mit Kunden zu treffen, dieses Treffen hab ich als Leser leider nie erlebt, denn der Besuch gestaltet sich für mich so ab: Flughafen - dann der Flug, Rea erinnert sich an ihre Angst sich mit zu vielen Menschen auf engem Raum zu befinden, einige überflüssige Beobachtungen, dann ist sie auch schon in Wien, dort gehts in ein Cafe, wir stellen fest das die Tulpen in der Vase pink sind oder wars lila, hab ich schon wieder vergessen, es geht weiter zum Abendessen, ihr Chef lächelt sie verhalten an, legt endlich mal sein Telefon zur Seite, aber da gehen die beiden dann auch schon auf ihre jeweiligen Hotelzimmer, wünschen sich eine gute Nacht, Rea putzt sich die Zähne, isst dann eine Packung Chips aus der MiniBar und putzt sich erneut die Zähne - Rückflug. 

Ich glaube diese Szenerie nahm ein ganzes Kapitel in Anspruch, das man meiner Meinung nach getrost hätte streichen können, denn es ergibt für mich als Leser einfach keinen Sinn. 

Ich möchte dieses Buch auf keinen Fall irgendwie schlecht reden, denn es findet ja durchaus großen positiven Anklang und das freut mich ehrlich, denn wie schon gesagt: Die Grundidee ist toll. Mich hat das Buch einfach nicht ansprechen und schon gleich gar nicht überzeugen können. Nein, es war für mich eine elende Quälerei.

Was mir am meisten leidtut ist die Tatsache, das ich jetzt jemandem der vielleicht hätte mehr mit der Geschichte anfangen können, das Buch weggenommen habe. Hätte ich vorher schon ahnen können das ich das Buch nicht mag, dann hätte ich mich gar nicht beworben :( 

Trotz all meiner negativen Punkte wünsche ich der Autorin natürlich viel Erfolg, das Buch hat bisher sehr viele positive Stimmen bekommen und das wird hoffentlich auch so bleiben ( !!! ),  und vergebe für die sehr gute Grundidee und die Covergestaltung die mich sehr ansprach:



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