Freitag, 1. November 2013

Die Springflut



- Gebunden -

Autoren: Cilla und Rolf Börjlind
Verlag: btb

Originaltitel: Springfloden
Erscheinungsdatum: 26. August 2013

Seitenzahl: 592 Seiten
ISBN: 978 - 3442753932
Preis: 19,99€

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Special zum Buch





Kurzbeschreibung:


> Eine laue Sommernacht im Jahre 1987. Es ist Vollmond im schwedischen Nordkoster. In der Nacht wird es eine Springflut geben - und einen brutalen Mord. Das Opfer: eine junge, hochschwangere Frau. Ihre Identität: unbekannt. Tom Stilton, der ermittelnde Polizeibeamte, zerbricht an diesem Fall. Er kann weder Motiv noch aussagekräftige Spuren finden. Die Tat bleib ungesühnt...

23 Jahre später:
Eine Serie von feigen Angriffen auf Obdachlose erschüttert die Hauptstadt Stockholm. Die Ermittlungen verlaufen schleppend. Olivia Rönning, angehende Polizistin im zweiten Jahr ihrer Ausbildung, beobachtet das Geschehen aus der Distanz. Sie ist mit anderen Dingen beschäftigt.
Sie soll einen "Cold Case" knacken - den Tod einer jungen Frau an einem Strand vor vielen Jahren klären. Ihr ist klar: Sie muss Tom Stilton finden. Doch der ist wie vom Erdboden verschluckt...<
Quelle: www.randomhouse.de



Über die Autoren:

Cilla und Rolf Börjlind gelten als Schwedens wichtigste und bekannteste Drehbuchschreiber für Kino und Fernsehen. Sie sind unter anderem verantwortlich für zahlreiche Martin-Beck-Folgen sowie für die viel gepriesene Arne-Dahl-Serie. Ihr Markenzeichen sind starke Charaktere und eine stringente Handlung. "Die Springflut" ist der Start einer Serie um die angehende Polizistin Olivia Rönning.




Da ich zwar hin und wieder mal einen Krimi lese, aber eher in anderen Genres zuhause bin, hätte ich mir das Buch wahrscheinlich nicht gekauft. Ich hatte auch keine Erwartungen an den Schwedenkrimi. Mir ist zwar das Cover  im Internet immer wieder einmal aufgefallen ist, aber ich hab mich nicht weiter mit dem Klappentext und dem Buch beschäftigt.
Jetzt, nachdem ich es gelesen habe, bin ich froh, das mir der Verlag das Buch hat zukommen lassen. Wäre das nicht der Fall gewesen, dann hätte ich einen wirklich guten, spannenden Krimi verpasst !!!

Das Cover, das eine Frau in den Fluten zeigt ist atemberaubend schön und verrät auf den ersten Blick nicht wirklich viel von der Geschichte, das macht es spannend.

Anfangs war ich etwas verwirrt das es keine Kapitel im eigentlichen Sinn gibt. Lediglich kleine Ornamente, kündigen einen Wechsel von einer Person zur anderen an. Ja genau, es gibt viel Perspektivenwechselei. Mir kam das Ganze wie ein Hin und Herschalten zwischen den einzelnen Protagonisten vor und ich hatte mehrmals das Gefühl den Überblick zu verlieren.
Stellenweise bekommt man Einblick in die Sichtweisen von sechs oder sieben Personen, im Nachhinein finde ich die Idee gar nicht mehr so schlecht, beim Lesen hat es mich jedoch manchmal irritiert, weil ich immer versucht habe, zu verstehen wie die Geschichten zusammenpassen.

Zum einen ist da die angehende Polizeischülerin Olivia Rönning, die sich eigentlich auf die Ferien freuen könnte, wäre da nicht, als freiwillige Übung, dieser Cold-Case Fall an dem einst ihr Vater mitarbeitete und der die junge Frau fast schon magisch anzieht. Es geht um eine Schwangere, die 1987 auf grausame Weise ums Leben kam. Der Fall lässt Olivia nicht mehr los und sie würde gerne mit dem damaligen Ermittler Tom Stilton sprechen, doch der scheint verschollen....

Zeitgleich sorgt in Stockholm eine Serie von brutalen Angriffen auf Obdachlose für Aufregung. Die Täter filmen ihre Tat und veröffentlichen diese im Internet. Die Polizei tut ihr Bestes, kommt aber nicht wirklich vorwärts. Auch Jelle, ein Obdachloser, der schon lange aufgegeben hat, gerät ins Visier der Täter....

In Mal Pais, Costa Rica, macht sich der große Schwede auf die Reise in seine Heimat. Lange ist es her, das er das Land zuletzt betreten hat, doch nun ist es an der Zeit. Er hat etwas Dringendes zu erledigen....

Dies sind nur drei winzige Einblicke in drei der Geschichten um die es hier geht.

Cilla und Rolf Börjlind gelingt mit "Die Springflut" ein echter Coup, der zunächst recht schleppend in Gang kommt. Es dauert eine Weile, ehe man sich mit ihrem Schreibstil anfreunden und sich voll und ganz auf die Geschichte einlassen kann. Dann jedoch schaffen sie einen steten Spannungsbogen und führen mich wirklich vor. Immer wenn ich denke, ich komme der Lösung eines der gefühlten tausend Rätsel auf die Spur, nimmt die Geschichte eine Wendung die ich nicht kommen sehe. Ich war gefesselt, oft überrascht, manchmal erschüttert. Und am Ende einfach nur begeistert !!!

Die Charaktere sind sehr facettenreich, man lernt ihre Macken kennen, aber sie zeigen auch deutlich ihre starken Seiten. Das hat mir gut gefallen. Man bekommt mit der Zeit, vielleicht auch durch den häufigen Sichtweisenwechsel, ein Gefühl für jede einzelne Person. Ich freue mich sehr, das "Die Springflut" der Auftakt einer Reihe um Olivia Rönning ist, das lässt hoffen, das man auch andere Personen, die man hier liebgewinnt, vielleicht noch einmal wieder trifft. Auch gibt es noch die ein oder andere Frage, auf deren Auflösung ich im Folgeband hoffe.

Mag sein, das die ein oder andere Entwicklung auf eingefleischte "Krimifans" klischeehaft wirkt, mich als "gelegentlicher Krimileser" hat dieses Debüt auf jeden Fall überzeugt !




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