Dienstag, 19. November 2013

Liebesglück und Beerenkipferl



- Klappenbroschur - 

Autorin: Fanny Schönau
Verlag: Goldmann

Erscheinungsdatum: 16. September 2013

Seitenzahl: 352 Seiten
ISBN: 978 - 3442480111
Preis: 9,99€

Hier erhältlich







Kurzbeschreibung:

> Karla Fischer ist hübsch, clever und zielstrebig. Ideale Voraussetzungen, um in der PR-Welt Karriere zu machen. Und tatsächlich, Karla wird befördert - allerdings geradewegs vor die Tür. Und es kommt noch dicker: Das Arbeitsamt vermittelt sie nach Hinter-Russbach, quasi ans Ende der Welt, zur Schuhmanufaktur Gosauer. Mit Blick auf ihren Kontostand motiviert Karlas biederer Bankberater Paul Lenz sie, die Expedition anzutreten. Ein Albtraum ! Zum Glück gibt es Karlas Kollegin, die unterforderte Schuhdesigerin Eva, deren rustikale Tante Mirli mit ihren himmlischen Beerenkipferl und den Erdnüsse futternden Dackel Guido. Doch just, als aus Karlas Kuhdorfkoller Landliebe wird, geht die Schuhmanufaktur Pleite. Der Schock sitzt. Bis die Sache eine unerwartete Wendung nimmt - und ausgerechnet Banken-Paul sich als charmanter entpuppt, als anfangs vermutet....<
Quelle: www.randomhouse.de


Autoreninfo:

© Lukas Beck - Photographie
Fanny Schönau ist das Pseudonym der österreichischen Autorinnen Magdalena Guilarte und Karin Bischof. Magdalena Guilarte, kubanisch-polnisch-oberösterreichisches Feuerwerk mit lodernder Leidenschaft für Kochbücher, hat 15 Jahre lang als Redakteurin und Sendungsverantwortliche im Österreichischen Kinderfernsehen gearbeitet und sich schließlich vom bewegten Bild auf das Schreiben verlegt. Karin Bischof, Salzkammergut-Export mit gut sortierter Sneakers-Sammlung, hat österreichweit als Redakteurin ihrer Affinität zu Wort und Sprache Ausdruck verliehen und grenzüberschreitend Richtung Deutschland den Weg zur Autorin eingeschlagen. 


Meinung:

Das Cover passt zum Inhalt wie kein anderes, ich denke mehr muss man hierzu gar nicht sagen. Es vermittelt "Land- und Berg-Feeling". Eine riesengroße Überraschung, vielleicht auch grad deshalb, weil ich so gern backe, war das Rezept von Tante Mirli's Heidelbeerkipferln, das sich in der vorderen Cover-Klappe versteckt. Ich werde diese auf jeden Fall nachbacken, denn das Rezept klingt außerordentlich lecker.

Auf die Handlung möchte ich an dieser Stelle gar nicht so sehr eingehen, da der Klappentext schon recht ausführlich informiert um was es hier geht. Wer gerne kurzweilige, humorvolle (Frauen-)Romane liest, die trotz einer Menge Lachern, auch immer noch eine gewisse Ernsthaftigkeit bieten, der sollte hier auf jeden Fall zugreifen, denn es lohnt sich auf ganzer Linie.

Der Schreibstil der Autorinnen ist herrlich erfrischend, frech und durch die vielen Floskeln, Phrasen und Dialoge in Mundart, sehr unterhaltsam. Anfangs hatte ich ein paar kleinere Anlaufschwierigkeiten, weil ich mit Protagonistin Karla nicht wirklich klar kam, da komme ich aber weiter unten noch drauf, nach der Ankunft in Hinter-Russbach wurde es aber dann zunehmend besser und ich war in einem Rutsch durch das Buch durch, musste oft schmunzeln und fühlte mich so gut wie schon lange nicht mehr unterhalten !
Die Autorinnen vermischen außerdem Modernes mit Traditionellem, auch das hat mir äußerst gut gefallen. Denn wer glaubt, das auf dem Land tote Hose herrscht, der irrt gewaltig.

Die Charaktere sind so herzig und "liab", wie der Österreicher sagen würden, man muss sie einfach mögen.
Am besten fang ich mit den Hinter-Russbachern an, denn die hab ich, weil sie so "echt" sind und auf Außenstehende leicht verrückt wirken, direkt in mein Herzerl geschlossen.

"Zum Abendessen sagen sie übrigens >Brotzeit<. Und anfallartig, mitten im Gespräch, spielen sie Gitarre. Stell dir das mal vor !", erzählte Karla. Ellie lachte. "Brotzeit. Sehr gut ! Das hat was. Und wie ist dieser Graupner ?" "Pfff...Er sieht aus wie der Yeti. Und hat wie alle anderen auch einen Knall." "Warum ?", wollte Ellie wissen. "Naja, die wirken als wären sie ständig eingeraucht. Alle so chillig, freundlich...jeder freut sich über alles und jeden. Dabei haben die echt keinen Grund, so gut drauf zu sein. Also, mir fiele jetzt kein Grund ein.", antwortete Karla und berichtete über ihren Tag am Land. 
Seite 46

Da ist der Gosauer Rupert, der aussieht wie der Yeti höchstpersönlich, Chef der Schuhmanufaktur, dessen Leidenschaft nicht sein Geschäft, sondern seine Kräuter und sein G'müs sind, weshalb er die Firma auch regelrecht an die Wand fahren lässt. Der maulfaule Toni, mit seiner bunten Mütze, für den einzig und allein der Gesundheitszustand seines Lieferwagens zählt. Hans und Peter, das einzigartige G'spann, das nicht müde wird, schale Witze zu reißen. Und natürlich Eva, der Dackel Guido und die Tante Mirli, die Karla wie eine alte Freundin begrüßen und sie unter ihre Fittiche nehmen.

Wichtigste Person ist natürlich Hauptprotagonistin Karla, die ich anfangs noch für recht kühl und oberflächlich halte. Auf den ersten Blick wirkt sie wie die klischeebehaftete Stadttussi, die nichts anderes im Kopf hat, als Geld ausgeben ( das sie nicht hat ), Sekt schlürfen und Partys feiern.
Meine Meinung muss ich jedoch recht schnell revidieren, weil sie nämlich auch anders kann.
Zunächst wirken die Hinter-Russbacher auf sie wie Hinterwäldler. Und dann gibt's da auch so gar nix. Die Sensation im Örtchen ist der Bankomat in der Post, das sagt schon fast alles. Doch Karla merkt bald, das es hier nicht auf Luxus ankommt, sondern das hier die Menschlichkeit und das Miteinander zählen. Sie freundet sich mit Eva und Mirli an und als die Gosauer schließlich pleite gehen, da bricht ihr fast das Herz, weil sie wieder in die Stadt zieht und die lieb gewonnenen Leut' zurücklassen muss.
Doch ein Wiedersehen steht schneller bevor, als Karla meint, denn zurück in Wien läuft ihr die ultimative Idee, um die Gosauer "zu retten", quasi über den Weg und das ausgerechnet in Form ihrer Erzfeindin Wiltrud. Die Idee in Karla reift, jetzt braucht's nur noch eins: Geld. Und wer könnte ihr da besser helfen, als ihr plötzlich so charmanter Bankberater Paul.

Fazit:

"Liebesglück und Beerenkipferl" ist eine lustige G'schicht über Großstadtzicken und Landeier, Öko-Chefs und charismatische Bankberater, herrlich frech erzählt und absolut unterhaltsam !!!
Von mir gibt's eine ganz klare Leseempfehlung !



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