Sonntag, 26. Januar 2014

Chucks



- Broschiert -

Autorin: Cornelia Travnicek
Verlag: btb

Erscheinungsdatum: 13. Januar 2014

Seitenzahl: 192 Seiten
ISBN-13: 978 - 3442747023
Preis: 8,99€

Hier erhältlich




> Mae zog noch vor Kurzem als Punk durch die Straßen Wiens, lebte von Dosenbier und den Gesprächen mit ihrer Freundin über Metaphysik und Komplizierteres. Im Aids-Hilfe-Haus, wie sie eine Strafe wegen Körperverletzung abarbeiten muss, lernt sie Paul kennen und verliebt sich in ihn. Als bei ihm die Krankheit ausbricht, beginnt Mae gegen sein Verschwinden anzukämpfen: Sie sammelt seine Haare und Fußnägel wie Devotionalien und fängt zuletzt die Luft in seinem Krankenzimmer in einem Tupperdöschen ein. Schon einmal hat sie einen geliebten Menschen verloren, ihren älteren Bruder, von dem ihr nur ein paar rote Chucks geblieben sind. <


Cornelia Travnicek, geboren 1987, lebt in Niederösterreich. Sie studierte an der Universität Wien Sinologie und Informatik und arbeitet als Researcher in einem Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung. Für ihre literarischen Arbeiten wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. für ihr Romandebüt "Chucks mit dem Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich und dem Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium. 2012 erhielt sie den Publikumspreis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt für einen Auszug aus ihrem bisher noch unveröffentlichten Roman "Junge Hunde".
Weitere Informationen zur Autorin: www.corneliatravnicek.com


Das Cover passt zum Titel, wie der Titel zum Cover passt. Man sieht einen roten Turnschuh und Schmetterlinge, beides ein wichtiger Bestandteil in Mae's Erinnerungen. Mich würde das Buch rein optisch immer wieder ansprechen. 

Der Schreibstil der Autorin ist wirklich gewöhnungsbedürftig, denn sie springt innerhalb eines Kapitels mehrmals und ohne jegliche Form der Vorwarnung in der Zeit vor und zurück, wobei sich das Zurück auf mehrere Teile der Vergangenheit der Protagonistin Mae bezieht.

Mit der Krankheit von Maes Bruder beginnt sich deren Leben komplett zu verändern. Als er schließlich stirbt gerät alles aus den Fugen. Die Eltern trennen sich und Mae hat mit beiden ihre Probleme, weshalb sie irgendwann aus freien Stücken auf der Straße und somit bei Tamara landet, die zu Mae's wichtigster Bezugsperson wird, in einer Zeit, in der sie keine Lust mehr auf Schule hat, sich lieber herumtreibt, sich Widerstandsbewegungen anschließt und ihre Zeit in den schönen Wiener Parks verbringt um Bier zu trinken und über das Leben im Allgemeinen zu philosophieren.
Dies scheint sich zu ändern als Jakob in ihr Leben tritt. Der junge Architekt ist verlässlich, zielstrebig und das komplette Gegenteil von Mae. Er zeigt ihr ein anderes Leben, das sie wiederum aufgibt als ihr bei ihrer, durch ihren Bewährungshelfer auferlegten, Arbeit in der Aids-Hilfe Paul begegnet. Paul hat Aids, doch das schreckt Mae nicht ab. Sie verliebt sich in ihn und braucht etwas an dem sie sich festhalten kann, als die Krankheit ihn ihr mehr und mehr wegnimmt.

Mae wirkt erst wie ein klassisch aufmüpfiger Teenager auf mich, doch sie entwickelt sich in eine völlig andere Richtung, als sie auf Paul trifft.
Aus dem Mädchen mit der "Scheiss-egal-Haltung" wird eine sensible junge Frau, die beginnt ihre Liebe in Tupperdosen zu packen und einzufrieren, nur um daran festzuhalten.

Es gibt immer wieder kurze Ausschnitte aus verschiedenen Zeiten und man muss sich einiges zusammenpuzzeln um die Zusammenhänge zu finden und zu begreifen. Manches wird leider gar nicht erläutert, das ist auch der Grund warum ich dem Buch nicht die volle Punktzahl geben kann.
Das Buch hat mich sonst aber wirklich positiv überrascht und mich am Ende auch zu Tränen gerührt.


Trotz anfänglicher Verwirrtheit, konnte mich Cornelia Travnicek mit ihrem eigenwilligen Erzählstil wirklich schnell fesseln. Vor allem die Geschichte im Hier und Jetzt hat mich sehr gerührt. CHUCKS ist rebellisch, sensibel, skurril, draufgängerisch, bittersüß und wunderschön.



1 Kommentar:

  1. Das Buch hatte ich schon ein paarmal in der Hand, und das Thema spricht mich auch sehr an. Ich kann es allerdings überhaupt nicht leiden, wenn Zeit- und Perspektivenwechsel chaotisch sind und ich sie nicht deutlich auseinanderhalten kann!

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