Mittwoch, 8. Januar 2014

"Es wird keine Helden geben" - Thema Trauer/Therapie

Mein Lesejahr begann mit einem sehr aufwühlendem, intensiven und nachdenklich machenden Debütroman...

http://www.oetinger.de/buecher/autoren/p-s/details/titel/3-7891-4746-X//////Es%20wird%20keine%20Helden%20geben.html


Es wird keine Helden geben von Anna Seidl

Das Buch erscheint am 17. Januar 2014 und wer bislang noch nichts darüber gehört oder gelesen hat, wird in den nächsten Tagen sicher immer wieder über den Titel stolpern, denn eine liebenswerte Horde von Buchbloggern hat es sich gemeinsam mit dem Oetinger Verlag zur Aufgabe gemacht, Euch dieses Buch auf jeden Fall näher zu bringen und über die verschiedenen Themen zu berichten, die Anna Seidl in ihrem Debüt aufgreift...

Doch um was genau geht es in diesem Buch eigentlich ?

Es geht um einen Amoklauf, der eine schier endlose Palette an Gefühlen und Veränderungen im Leben eines jungen Mädchens und dessen Umfeld hervorruft: Freundschaft, Liebe, Verzweiflung, Hilflosigkeit, Wut, Verlust, Trauer, Mobbing.

Ein kleiner Einblick in die Geschichte wird Euch in meiner Rezension gewährt, die ihr HIER findet.




Das Thema das mich mit am meisten beschäftigt hat und über das ich heute schreiben möchte, ist die Hilflosigkeit der Eltern

Grund dafür, mich mit diesem Thema auseinander zu setzen, war zum einen, die Tatsache das ich selbst Mutter bin, zum anderen gab es im Buch eine Szene, die mich wirklich betroffen gemacht hat.
Hier ein ganz klitzekleiner Schnipsel des Gesprächs zwischen Hauptprotagonistin Miriam, die sich fürchterliche Sorgen um ihre Freundin macht, und der Mutter ihrer besten Freundin:

"Sie redet nicht mehr mit mir." 
"Ich weiß das sie momentan sehr verschlossen ist. 
Aber so geht es bestimmt vielen an der Schule. Sie macht eben gerade eine sehr schwere Phase durch."
"Das ist keine Phase, Dana. Es geht kaum jemandem so schlecht an unserer Schule wie Joanne. Ich mache mir wirklich Sorgen."


Erst war ich entsetzt über die erste Reaktion der Mutter, die auf Abstand geht und alles doch eher abtut, doch der Gedanke war noch nicht zu Ende gedacht, als mir bereits einleuchtete, das sie einfach nur hilflos ist. Sie weiß nicht wie sie Zugang zu ihrer Tochter findet und ihr helfen kann. Statt Hilfe von außen anzunehmen oder sich an Mitschüler, Lehrer, Psychologen zu wenden, tut sie es als eine Phase ab und ignoriert es mehr oder weniger und genau das hat im Fall von "Es wird keine Helden geben" schlimme Folgen !!!

Solche Situationen gibt es auch im wahren Leben tagtäglich, das sich ein Kind, aus welchen Gründen auch immer, zurückzieht, nicht mehr spricht, sich abkapselt, vielleicht ausfallend und aggressiv auf alles und jeden reagiert oder sich gar selbst verletzt. Dieses Verhalten kann schon durch kleine Dinge ausgelöst werden, die wir Erwachsenen eventuell gar nicht verstehen.
Kinder fühlen sich ungeliebt, überflüssig, stehen unter enormen Leistungsdruck, müssen mit Enttäuschungen fertig werden, etc.

Manchmal sind wir so in unserem Alltag gefangen, das wir die Veränderungen nicht direkt selbst wahrnehmen, deshalb sollten wir stets versuchen uns die Zeit zu nehmen um uns mit unseren Kindern und auch mit deren Umfeld auszutauschen, um zu wissen was sie bewegt und beschäftigt und wir sollten hingucken um eventuelle Veränderungen so früh wie möglich zu erkennen.
Mein Appell an alle Eltern, aber auch Großeltern, Freunde, Verwandte und Bekannte lautet deshalb: 

SCHAUT HIN !!! 

Kinder und Jugendliche:
Es ist jemand da der Euch hilft !!! Verkriecht euch nicht, redet über die Dinge die Euch bedrücken und Euch die Luft zum Atmen nehmen !!! Ihr müsst nicht alleine mit Euren Sorgen kämpfen.

Was kann man tun, um zu unterstützen ? Wo bekommt man Hilfe ?
  • Die erste und wichtigste Hilfe ist IMMER ein Gesprächsangebot. Zeigt den Kindern/Jugendlichen: WIR SIND FÜR EUCH DA !
  • An den meisten Schulen gibt es mittlerweile Vertrauenslehrer oder soziale Mitarbeiter, denen sich nicht nur die Kinder sondern auch die Eltern anvertrauen können. Diese unterliegen einer Schweigepflicht, das heißt, nichts was ihr ihnen anvertraut, wird nach außen dringen. Einen deutschlandweiten Überblick über Schulpsychologische Beratung gibt es hier: www.schulpsychologie.de
  • Psychologen und Psychotherapeuten sind da um zu helfen. Hier findet ihr Therapeuten in ganz Deutschland: www.therapeuten.de, erste Anlaufstelle, wenn man nicht direkt an einen Termin bei einem Therapeuten kommt, ist vielleicht auch einfach der Hausarzt.
  • Nutzt caritative Einrichtungen, wie die Caritas oder die Diakonie. Dort gibt es Menschen, die ein offenes Ohr für Eure Sorgen haben.
  • Telefonseelsorge: www.telefonseelsorge.de
  • Einen interessanten Artikel der einige Tipps für Betroffene bereithält, findet ihr hier: www.focus.de

Weitere Beiträge zum Buch "Es wird keine Helden geben" und den Themen Trauer und Therapie findet ihr heute auf folgenden Blogs:











Kommentare:

  1. Dein Beitrag hat mich sehr angesprochen und auf das Buch neugierig gemacht!
    Liebe Grüße - Ute

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  2. Ein schöner Beitrag, der mich als Mutter sehr anspricht auch wenn ich durch meinen erlernten Beruf schon viel Hintergrund Wissen besitze. Sehr schön geschrieben und es sollten sich so Einige mal Gedanken darüber machen! ;-)

    Ganz liebe Grüße
    Katie

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  3. Schöner Beitrag Ina. Vor allem das Zitat, welches du hier ausgesucht hast, hat mich ebenfalls sehr schockiert!

    LG Desiree

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  4. Ein schöner Beitrag! Da ich selbst Mutter bin hat er mich sehr angesprochen - danke dafür :-)

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