Montag, 31. März 2014

[Rezension] Morgentau

Die Auserwählte der Jahreszeiten




- E-Book - 

Autorin: Jennifer Wolf
Verlag: Carlsen Impress

Erscheinungsdatum: 06. März 2014

ISBN: 978 - 3646600162
Seitenzahl: ca. 255 Seiten ( 1472 KB )
Reihe: nein

Preis: 3,99€

Hier erhältlich

> Die Erde liegt unter einer dicken Schneedecke, Eis und Kälte herrschen überall. Nur noch ein kleiner Landfleck ist bewohnbar, wo die Erdgöttin Gaia die letzten ahnungslosen Menschen angesiedelt hat. Hier lebt auch Maya Jasmine Morgentau, eine der göttlichen Hüterinnen. Alle hundert Jahre wird unter ihnen eine Auserwählte dazu bestimmt, das Gleichgewicht der Natur aufrechtzuerhalten. Sie darf die vier besonderen Söhne der Gaia kennenlernen, den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. Für einen muss sie sich entscheiden und sich ein Jahrhundert an ihn binden. Doch jeder der Söhne hat seine Stärken und Schwächen. Sollte Maya die Auserwählte werden, für wen würde sie ihr Leben hergeben ? <
Quelle: www.carlsen.de


Einmal alle 100 Jahre fährt die Göttin Gaia zur Erde hinab und wählt aus dem Reigen der Hüterinnen ein Mädchen, das dazu bestimmt ist, die Frau eines ihrer Söhne zu werden und die nächsten 100 Jahre mit ihm zu verbringen. Das Mädchen hat die Wahl zwischen Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Sie verbringt zunächst eine Woche bei jeder Jahreszeit, um jeden der jungen Männer kennen zu lernen, und trifft anschließend ihre Wahl.
Jennifer Wolfs Schreibstil ist großartig. Sie hat mich mit ihren detaillierten Beschreibungen in eine andere Welt entführt und mich gefesselt. So schnell hab ich schon lange kein Buch mehr zu Ende gelesen.

Die Kulisse in der "Morgentau" spielt hat einen dystopischen Charakter: Von der Erde wie wir sie kannten ist nicht mehr viel geblieben, die Kontinente haben sich verschoben und von der Menschheit ist nur eine Handvoll übrig, die auf einem Fleck lebt der in der heutigen Zeit wohl Schweden sein könnte. Alles drumherum ist vergiftet und liegt unter einer dicken Eisschicht.
Der Orden der Hüterinnen dagegen scheint ein geweihter Ort zu sein und ich stelle ihn mir ein bisschen vor wie ein altes Kloster. Er will nicht so recht zum restlichen Bild einer modernen Welt passen. Die Kombination aus beidem fand ich anfangs seltsam, aber da der Ort an sich keine allzu große Rolle spielt, war ich darüber schnell wieder hinweg.

Im Orden leben ausschließlich Frauen die sich mit Gaia verbunden fühlen, bzw. sich zu Hüterinnen ausbilden lassen und sich auf die Auswahl vorbereiten.
So auch Maya.
Sie ist eine sehr sympathische Protagonistin, die ihr Leben lang auf diesen einen Moment vorbereitet wurde. Das sie dann tatsächlich die nächste Auserwählte sein wird, damit hätte sie nie gerechnet.
Unter Frauen aufgewachsen und somit im Umgang mit dem männlichen Geschlecht ziemlich unbeholfen, muss sie sich nun der Aufgabe stellen, jeden der vier jungen Männer kennen zu lernen und schließlich ihre Wahl zu treffen.
Vom schüchternen Mädchen entwickelt sie sich zur taffen jungen Frau, die ihr Herz stets am rechten Fleck hat und für ihr Glück kämpft.

Nevis ist anfangs ähnlich unbeholfen wie Maya, denn bisher hat es keine der Auserwählten bis in den Winter geschafft. Immer haben sie einen seiner Brüder gewählt, noch ehe die Wochen des Kennenlernens vorüber waren. Nevis hat sich an seine Einsamkeit gewöhnt. Als Maya in das Leben der vier Brüder tritt, ändert sich für ihn jedoch alles, denn Maya ruft Gefühle in ihm wach, die er so nicht kennt. Je mehr Zeit sie mit ihm verbringt, desto tiefer werden seine Emotionen. Aus Angst sie für sich zu gewinnen und dann nach 100 Jahren wieder gehen lassen zu müssen, stößt er sie immer wieder vor den Kopf und versucht sie zu vergraulen. doch Mayas Gefühle sind stärker als er denkt...

Alle weiteren Figuren, insbesondere Nevis Bruder Jesien, der Herbst, sind liebevoll gezeichnete Charaktere, deren Eigenheiten ihnen gut zu Gesicht stehen.

Vom Plot her muss ich sagen, das ich die Liebesgeschichte wirklich herzzerreißend und wunderschön fand, doch Mayas "Zweck" als Auserwählte blieb mir irgendwie verborgen. Ich hatte immer das Gefühl, das sie doch noch mehr sein müsste, als nur die Frau einer Jahreszeit, aber nun gut, man kann ja nicht alles haben.

Einziger Wehmutstropfen ist eine Entwicklung gegen Ende der Geschichte, ein Wendepunkt an dem sowohl Maya als auch Nevis eine wichtige Entscheidung fällen müssen. Und einer der beiden, soweit kann ich wohl vorgreifen, entscheidet sich in meinen Augen falsch.

Das Ende ist überraschend anders als erwartet und lässt mich als Leserin zufrieden zurück.

Wer Gaias Beweggründe für die Auswahl, sowie die dystopischen Einflüsse nicht weiter hinterfragt, sondern sich einfach nur für einen Augenblick in eine wirklich tolle Geschichte fallen lassen möchte, dem steht hier eine wunderschöne emotionale Romanze, umrankt mit fantastischen Elementen, bevor. 

© Ina's Little Bakery

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