Montag, 12. Mai 2014

[Rezension] Gegen die Gezeiten



- Gebunden -

Autorin: Mia Salberg
Verlag: Ueberreuter

Erscheinungsdatum: 07. April 2014

ISBN-13: 978 - 3764170141
Seitenzahl: 352 Seiten
Reihe: nein

Preis: 14,95€

Hier erhältlich



> Ella wird nach Burron geschickt, die winzige Heimatinsel ihrer Mutter vor der Küste Schottlands. Dort soll sie ihr Asthma auskurieren und den Tod der Mutter überwinden. Aber die Burroner sind abweisend und verschwiegen. Ella fühlt sich auf der Insel nicht willkommen. Gut, dass es wenigstens den jungen Schiffer Luke Burns gibt, zu dem sie bald Vertrauen fasst. 
Doch dann stößt Ella auf ein uraltes Geheimnis und gerät in große Gefahr. Auf einmal will auch Luke nichts mehr von ihr wissen. Ein Sturm zieht auf und wirbelt Ellas Leben durcheinander. Sie muss ins Herz der Insel vorstoßen, um das Mysterium der See und der Silberaugen zu enträtseln. <

Mia Salberg hat das Land der Schotten schon oft bereist. Besonders interessiert sich die Autorin für die Magie, die in alltäglichen Dingen steckt, und die keltische Mythologie, wovon ihre überquellenden Bücherregale Zeugnis ablegen.

Die fünfzehnjährige Ella leidet an schlimmen Asthma. Damit es ihr gesundheitlich besser geht, schickt ihr Vater sie auf die schottische Heimatinsel ihrer Mutter. Obwohl sie sich nicht gerade darauf freut, den nächsten Monat bei Verwandten zu verbringen, die sie eigentlich gar nicht kennt, betritt sie gemeinsam mit ihrer Hündin Peppa, einigermaßen guter Dinge die kleine Insel. Doch die anfänglich gute Laune schlägt jäh um, als ihr schon direkt bei der Ankunft die Einheimischen mit unerklärlicher Feindseligkeit gegenübertreten. Ella versteht die Welt nicht mehr. Einziger Lichtblick zwischen den mürrischen Schotten sind Bootsmann Luke und Ärztin Dorothy. 
Als Ella jedoch auf ein merkwürdiges Geheimnis stößt, wendet sich auch Luke von ihr ab. Was hat sie nur falsch gemacht und warum benehmen sich die Bewohner von Burron nur alle so merkwürdig ? Ella kämpft sich durch den Inselalltag und ahnt nicht welche Rolle sie in dem aufziehenden Sturm spielt, der die Insel umgibt...

Das Cover passt sehr gut zum Inhalt. Es zeigt ein Mädchen, Ella, vor einer stürmischen See. Perfekt. Denn auch in der Geschichte geht es reichlich windig und nass zu und auch die Möwen finden ihre Bedeutung in der Handlung.

Mia Salberg entführt uns in "Gegen die Gezeiten" auf eine raue schottische Insel. Ihr Schreibstil ist jugendlich leicht gehalten und liest sich sehr flüssig. Die Handlung, die im Hier und Jetzt spielt und in die die Autorin auch immer wieder alte schottische Legenden über das Meer einbringt, ist packend und bietet eine Menge mystischer Züge, die jedoch nicht in fantastische Welten und Regionen abschweifen, sondern fest in der Realität und im Glauben der Inselbewohner verankert sind.

Mit ihren anschaulichen Beschreibungen lässt die Autorin in meinem Kopf herrliche Bilder Burron's entstehen und auch die verschrobenen Inselbewohner kann man sich leibhaftig vorstellen. 
Ella ist ein authentisches, fünfzehnjähriges Mädchen mit dem ich mich direkt anfreunden und in das ich mich auch einigermaßen gut hineinversetzen konnte. Manchmal hätte ich sie mir etwas energischer gewünscht, sie lässt viel zu oft zu, das man sie verletzt oder ihr Unrecht tut, da hätte sie gerne mal auf den Tisch hauen dürfen. Aber alles in allem war sie mir sehr sympathisch und es hat Spaß gemacht, ihre Fortschritte in Bezug auf die Rätsel die sich ihr stellten zu verfolgen.

Allerdings, und hier kommen wir zu einem, und eigentlich auch zu meinem einzigen Kritikpunkt, hatte ich im Mittelteil der Geschichte irgendwie das Gefühl, das Ella im Lösen all der Rätsel die die Insel umgeben, nicht wirklich vorwärts kommt und nur von A nach B und zurück stolpert, ohne recht zu wissen wohin sie eigentlich will und was sie sucht. Hier hat sich für mich alles viel zu arg in die Länge gezogen und wirkte stellenweise auch sehr konfus. Das ändert sich jedoch mit dem letzten Drittel auch wieder, denn hier legt die Geschichte deutlich an Spannung zu, so das man das Buch nicht mehr beiseite legen mag. Überraschend waren auch einige völlig unerwartete Wendungen, die sich kurz vor dem, für mich, runden Ende ereigneten.

"Gegen die Gezeiten" ist ein empfehlenswerter Jugendroman, mit lebendig dargestellter Kulisse, verschrobenen, aber liebenswerten Figuren und einer spannenden, mystisch angehauchten Handlung. 




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