Donnerstag, 26. Juni 2014

[Rezension] Was wir auch tun

 


- Hardcover - 

Autorin: Marie Lucas
Verlag: FJB

Erscheinungsdatum: 6. März 2014

ISBN-13: 978 - 3841422156
Seitenzahl: 496 Seiten
Reihe: nein

Preis: 16,99€

Hier erhältlich





> Die 16-jährige Robin ist daran gewöhnt, ihren Willen durchzusetzen. Sie stammt aus einem gut behüteten Elternhaus, in ihrer Klasse ist sie beliebt und bei den Jungen gilt sie als unnahbar. Umso erstaunter sind alle, als sie eines Tages mit dem Außenseiter und notorischen Schulschwänzer Alex zusammenkommt. Alex sieht auf eine dunkle, geheimnisvolle Art gut aus. Er ist cool, und trotzdem ist etwas Brutales an ihm, etwas Abschreckendes, daher ist er nicht gerade beliebt. Anfänglich gefällt Robin die schweigsame, undurchdringliche Art von Alex. Doch je länger sie ihn kennt, je mehr sie ihn wirklich mag, desto mehr stört es sie, ihm nicht näherzukommen.

Nur Jasper, Robins Exfreund, scheint plötzlich mehr über ihn zu wissen. Er lässt immer öfter Andeutungen fallen und macht seltsame Anspielungen. Schließlich bedrängt er Alex:
Jasper zwingt ihn zu einem Deal: Einen Abend mit Robin - im Austausch dafür, dass er niemandem Alex` gefährliches Geheimnis verrät.
Es wird ein Abend, der jeden der drei an ihre Grenzen führt. Ein Abend, der eine Spirale an Misstrauen und Verdächtigungen in Gang setzt, die in einer Katastrophe endet …<
Quelle: www.fischerverlage.de


 
Das Schwarz-Weiß-Cover gefällt mir unglaublich gut. Es ist in der Mitte, durch den farbigen Titel geteilt und zeigt bereits ganz deutlich die Unterschiede zwischen Robin und Alex. Wo oben alles gepflegt und schön wirkt, erkennt man unten deutlich die "Unterschicht". Eine Gegend in der es Hochhäuser statt Villen, Asphalt statt Grünflächen gibt.

Bereits mit ihrem ersten Jugendroman "Zwischen Ewig und Jetzt" hat mich Marie Lucas überzeugt. Sie hat einen sehr eigenen, flüssigen Schreibstil, schafft eine großartige Atmosphäre, auch wenn ich sie hier stellenweise etwas bedrückend fand und besitzt eine unglaubliche Wortgewalt, so das man das Buch am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte.

Die Geschichte wird hier abwechselnd aus der Sicht von Robin, Alex und Jasper erzählt, dabei bleibt die Autorin aber immer in der dritten Person. Nichtsdestotrotz bringt mir als Leserin, genau dieser Wechsel, die einzelnen Charaktere näher.

Da der Klappentext schon eine Menge verrät, möchte ich hier gar nicht all zu sehr auf den Inhalt des Buches eingehen.

Im Wesentlichen, so scheint es auf den ersten Blick, geht es um eine klassische Dreiecksgeschichte.
Eine Liebesgeschichte zwischen zwei komplett unterschiedlichen Heranwachsenden, Robin und Alex, die vom Exfreund der Protagonistin, Jasper, alles andere als gern gesehen wird, denn der will seine Freundin wiederhaben und würde alles tun um Alex' Chancen im Keim zu ersticken. Es entsteht ein Machtkampf zwischen den Jungs und ein totales Gefühlschaos bei Robin.

Was auf den ersten Blick aussieht wie eine vorhersehbare Teenieromanze ist so viel mehr, als "nur" eine Liebesgeschichte. Es geht um zwei Jugendliche mit völlig verschiedenem Umfeld, die sich finden und deren Beziehung eigentlich von Anfang an unter keinem besonders günstigen Stern steht, da beide mit einer Menge Problemen und Unsicherheiten behaftet sind. Sie müssen lernen mit ihrer Wut, ihrer Eifersucht und ihrer jeweiligen Vergangenheit umzugehen. Gar nicht so leicht, wenn einem vom jeweiligen Umfeld immer noch zusätzliche Steine in den Weg gelegt werden.

Auf der einen Seite steht Alex. Der Vater ein Schläger, der Bruder im Knast, die Mutter nur am Arbeiten. Er selbst neigt zu aggressiven Ausbrüchen, schwänzt die Schule und vertreibt sich die Zeit mit einer Horde kampfbereiter und brutaler Typen, die es mögen sich zu prügeln. Doch innerlich ist Alex zerrissen, macht sich Vorwürfe über einen Vorfall in seiner Vergangenheit. Er ist schlau und eigentlich feinfühlig, hat ein gutes Herz, kann aber oft einfach nicht aus sich herausgehen.

Auf der anderen Seite steht Robin. Sie kommt aus gut situiertem Zuhause, ist aber die meiste Zeit auf sich allein gestellt. Ihre Mutter hat sie in jungen Jahren verloren und ihr Vater verbringt seine Zeit lieber mit seiner Arbeit und seinen exklusiven Hobbies als mit seiner Tochter. Zu ihrer Stiefmutter hat Robin ein sehr angespanntes Verhältnis.
Robin war mir leider oft zu flatterhaft. Einerseits ist sie total verliebt in Alex, lässt sich aber, wenn auch nur zögerlich, immer wieder ein Stück weit auf ihren Exfreund Jasper ein. Manchmal hatte ich nicht das Gefühl, das sie wusste was genau sie eigentlich will. Im Vergleich zu Alex' erschien sie mir immer etwas blass.

Die Nebencharaktere waren zum größten Teil sympathisch oder auch recht unsympathisch, wie beispielsweise Exfreund Jasper, dem ich gerne das ein oder andere Mal einen Tritt in den Hintern verpasst hätte, denn er ist nicht nur ein echter Schnösel, sondern auch aufdringlich und beinah bösartig.

Das Ende war an sich rund, trotzdem hätte ich mir vielleicht noch einen kurzen Epilog gewünscht um zu erfahren, was aus den einzelnen Charakteren wird. Wie es bei ihnen weitergeht und ob sie ihre Ziele wohl alle erreichen konnten.

"Was wir auch tun" ist ein facettenreicher Jugendroman, der mich wirklich berührt hat und noch lange nachhallt. Von mir gibt's eine ganz klare Leseempfehlung !


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen