Mittwoch, 16. Juli 2014

[Rezension] Schattenhauch. Ruinen der Dämmerung


- eBook -

Autorin: Tanja Bern
Verlag: Im.press ( Carlsen )

Erscheinungsdatum: 5. Juni 2014

ISBN-13: 978 - 364660039
Seitenzahl / Dateigröße: 261 Seiten / 1557 KB
Reihe: nein

Preis: 3,99€

Hier erhältlich



> Die siebzehnjährige Amelie ist einer der wenigen übrig gebliebenen Menschen einer veränderten Welt. Umringt von riesigen Festungswällen führen sie und die anderen Dorfbewohner ein einfaches naturverbundenes Leben ohne Strom, Gas und allem, was seit der zerstörerischen Chemiekatastrophe vor dreißig Jahren vernichtet wurde. Amelie kennt es nicht anders, sie ist glücklich. Mögen da draußen im undurchdringlichen Urwald die Schatten lauern, sie weiß, dass ihr nichts passieren kann, so lange sie hinter den Barrieren bleibt. Aber dann geschieht etwas, was sie zum Verlassen des Dorfes zwingt. Und zwar ausgerechnet mit dem Jungen an ihrer Seite, den man einst in den düsteren Wäldern gefunden hat...<
Quelle: www.carlsen.de
Die Welt in der die siebzehnjährige Amelie aufwächst ist nicht mehr so wie die Älteren sie kannten. Vor circa 30 Jahren sorgte eine schreckliche Chemiekatastrophe dafür, das der Großteil der Menschheit starb. Nur ein paar haben überlebt und sich zu einer Dorfgemeinde zusammengeschlossen, die sicher umzäunt von hohen Wällen, abgeschieden von der Außenwelt, ein friedliches Leben im Einklang mit der Natur führt.
Als bei einem Ausflug ein Mädchen verschwindet entschließt sich Amelie die sicheren Mauern zu verlassen und bei der Suche zu helfen, auch wenn sie weiß das im Wald überall düstere Schatten lauern. Doch mit Derlyn, dem geheimnisvollen Jungen, den man als Kind in den Wäldern gefunden hat, an ihrer Seite, hat sie keine Angst sich den Gefahren zu stellen, die dort draußen lauern...

Das Cover hat mich an ein Buch erinnert, das ich als Jugendliche mal im Englischunterricht lesen musste. Leider will mir der Titel absolut nicht mehr einfallen, was aber an dieser Stelle eigentlich auch total egal ist. Mir gefällt dieses Cover hier sehr gut, denn es passt zur Handlung, zeigt nicht nur ein wunderschönes Mädchen, sondern auch "Ruinen" die von der Natur überwuchert werden.

Obwohl ich mich auf das Buch gefreut habe, konnte ich nicht so recht einschätzen wohin die Reise geht. Eine Dystopie, ja klar, aber wer hätte denn damit gerechnet, das eine Geschichte die in der Zukunft spielt, mal so ganz und gar ohne jegliche Art von Technik auskommt, sondern dem Leser zur Abwechslung mal aufzeigt, wie die Welt aussehen könnte, wenn nicht ein jeder von uns, im Rahmen seiner Möglichkeiten, ein bisschen mehr auf die Natur achtet und die Notbremse zieht.

Tanja Bern schafft hier ein eindrucksvolles Werk, das den Leser nicht nur vom ersten Moment an in seinen Bann schlägt, sondern ihn vor allem zum Nachdenken bringt. Ihr Schreibstil fesselte mich förmlich an den Reader, ihre Beschreibungen der Umgebung wirkten so lebendig und ihre Charaktere authentisch und liebenswert.

Amelie ist ein sehr hilfsbereites und beliebtes Mädchen, das durch eine blöde Wette von der Abenteuerlust gepackt wird.
Zunächst wirkte sie auf mich noch etwas blass, manchmal naiv, doch als sie die sichere Umgebung des Dorfes verlässt und sich mit anderen Dorfbewohnern auf die Suche nach dem verschwundenen Mädchen macht, wächst sie plötzlich über sich hinaus. Sie beweist eine Menge Mut und öffnet ihren Geist für einen neuen Blick auf die Welt, die sie bisher nicht kannte.

Derlyn dagegen ist ein Außenseiter. Die Jugendlichen ärgern ihn gern, aufgrund seiner Andersartigkeit. Er ist schlaksiger als die Anderen, trägt seine Haare lang und wirkt unnahbar. Als er noch ein kleiner Junge war fand man ihn vor den Mauern des Dorfes und nahm ihn auf, doch richtig in die Gesellschaft einfügen konnte er sich nie. Doch auch er schließt sich der Suche an, auf der er nicht nur Amelie näher kommt, sondern auch auf seine Wurzeln stößt.

Die Liebesgeschichte zwischen Amelie und Derlyn fand ich wunderschön. Die beiden stehen von Anfang an zueinander, auch wenn Derlyn zunächst skeptisch ist ob sich das nicht vielleicht ändern könnte, wenn sie erst zurück im Dorf sind. Amelie bleibt jedoch dabei, sie liebt ihn und daran wird sich niemals etwas ändern, da ist sie sich sicher.
Auch wenn die Liebesgeschichte hier nicht im Vordergrund steht, was gut so ist, da es hier einfach um so viel Wichtigeres geht, so spielt sie doch eine bedeutende Rolle. Für mich war schön zu lesen, das sich so eine Beziehung auch mal völlig unkompliziert und ohne viel Gezeter, Drama und Hin- und Her entwickeln kann. Sehr erfrischend !

Das Ende ist rund, meine Fragen die sich im Verlauf der Geschichte so angesammelt haben wurden beantwortet und ich bleibe sehr zufrieden, aber auch mit dem Gedanken zurück, ob nicht eventuell doch die Möglichkeit besteht, das es in der Zukunft eine Fortsetzung geben wird. 


Tanja Bern ermöglicht uns mit "Schattenhauch. Ruinen der Dämmerung" einen sehr realistischen, aber auch erschreckenden Blick in die Zukunft, wie sie sein könnte, wenn der Mensch nicht jetzt damit anfängt auf seine Umgebung zu achten und die Dinge zu schätzen die er hat.

Verbunden mit fantastischen Elementen, einer unkomplizierten Liebesgeschichte, sowie einnehmenden Charakteren, wird dieser "Blick in die Zukunft" zu einer spannenden Dystopie, die Lust auf mehr macht.





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