Samstag, 16. August 2014

[Rezension] Wenn du mich küsst, dreht die Welt sich langsamer

 

 - Broschiert -

Verlag: Blanvalet

Erscheinungsdatum: 17. Juni 2014
Originaltitel: The Edge of Never

ISBN-13: 978 - 3442383269
Seitenzahl: 544 Seiten
Reihe: nein

Preis: 9,99€

Hier erhältlich 





> Genervt von ihrem Leben und nach einem Streit mit ihrer besten Freundin beschließt die 20-jährige Camryn Bennett, alles hinter sich zu lassen. Sie kauft sich ein Ticket für einen Greyhoundbus. Ziel: möglichst weit weg. Hier, glaubt sie, hat sie genug Zeit und Ruhe, um einen Plan für die Zukunft zu schmieden. Doch mit der Ruhe ist es vorbei, als Andrew Parrish sich auf den Platz neben ihr setzt. Der äußerst attraktive Andrew. Der Andrew, der sich brennend für sie zu interessieren scheint. Und der Andrew, der ihr bald nicht mehr aus dem Sinn geht. Für Camryn beginnt die aufregendste – und leidenschaftlichste – Zeit ihres Lebens … <

Das Cover reiht sich in die Riege aller derzeitigen New Adult-Romane ein. Es zeigt ein sich küssendes Pärchen in inniger Umarmung, hier vor hellem Hintergrund und begleitet durch einen sehr auffällig gestalteten Titel, was mir ganz gut gefällt.

Der Schreibstil ist ziemlich lässig, manchmal, aufgrund der vielen Kraftausdrücke deren sich die Autorin bedient und die hin und wieder falsch plaziert wirkten, schon ein bisschen krass derb. Es dauert bis man sich daran gewöhnt hat, aber nach circa einhundert Seiten kommt man damit zurecht und das Buch liest sich flüssig und wirklich ziemlich schnell. Nicht zuletzt liegt das auch daran, das die Autorin ihre Protagonisten abwechselnd zu Wort kommen lässt. Das bringt Abwechslung mit sich und sorgt gleichzeitig dafür, das man schnell einen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt beider Protagonisten bekommt.
Der Plot ist, wie so oft bei dieser Art von Roman, nichts Neues. 
Eine zurückhaltende junge Frau, die einen Haufen Probleme mit sich rumschleppt und aus ihrem bisherigen Leben ausbrechen will, trifft auf einen attraktiven, geheimnisvollen jungen Mann, der seinerseits einige Dinge zu verarbeiten hat. Die beiden verlieben sich, aber natürlich müssen sie erst einige Hindernisse überwinden, bevor sie zueinander finden.
Was hier neu und wirklich gelungen ist, ist die Idee aus dem bewährten Gerüst eine Art Roadtrip zu machen. Eine Reise einmal quer durch die USA. Hierbei finden die Protagonisten nicht nur die Liebe, sondern vorallem Camryn findet zu sich selbst. 
Camryn Bennett ist eine sehr verschlossene junge Frau, die aufgrund vieler Schicksalsschläge verlernt hat, das Leben zu genießen. Als eine, von ihrer nervigen Freundin Natalie herbeigezwungene Partynacht im Chaos endet, hat Cam die Nase voll. Sie beschließt aus ihrem Leben auszubrechen und kauft sich ein Busticket nach Nirgendwo. 

Auf ihrer Reise trifft sie auf den charismatischen Andrew, der auf dem Weg nach Wyoming ist, um sich von seinem sterbenden Vater zu verabschieden. Obwohl Cam ihm die kalte Schulter zeigt, ist Andrew, der von Anfang an ein Geheimnis aus sich macht, fest entschlossen, sie aus ihrem Schneckenhaus zu locken.
Früher oder später gelingt ihm dies und sie kommen ins Reden, über sich, über ihre Ziele und Pläne und über das Leben im Allgemeinen. 
Doch jede Reise geht einmal zu Ende und als sie sich am Busbahnhof in Wyoming voneinander verabschieden, ahnen beide nicht, das ihre gemeinsame Reise eigentlich erst jetzt beginnt.   

Ich möchte nicht so viel über den Inhalt verraten, denn schließlich sollt ihr das Buch ja selbst lesen. Was ich Euch erzählen kann ist, das die beiden natürlich irgendwann Gefühle füreinander entwickeln, da sie sich das aber beide nicht eingestehen möchten, reden sie eine Zeitlang immer um den heißen Brei, haben wirklich schmutzigen Sex und erleben, neben ihrer beider Problembewältigung,  eine Menge Lustiges, Trauriges und Skurriles.
Auch wenn es Szenen gab, die ich etwas daneben fand oder bei denen mir besonders Camryn schrecklich naiv vorkam, hat mich das Buch für knapp 500 Seiten hervorragend unterhalten. Doch dann kam das Ende *uff*. 

Der Kreis schließt sich irgendwann, aber die Dinge die kurz vorher passieren passen mir leider so gar nicht in den Kram und ziehen das positive Gefühl das ich beim Lesen hatte, rapide nach unten. Hier geschieht etwas, bei dem ich wirklich dachte: "Ernsthaft jetzt ?" Die Geschichte war gut, so wie sie war und auch wenn die Autorin freilich noch Andrew's Geheimnistuerei hat auflösen müssen, hätte sie nicht so drastisch in die Ideenkiste greifen sollen. 
Denn auf mich wirkte dieser letzte Punkt, der da nochmal eine Hürde für beide Protagonisten mit sich bringt, einfach nur erzwungen und dadurch unglaubwürdig. 

Damit nicht genug, gibt es auch noch einen Epilog, der vor Kitsch förmlich trieft und in dem sich plötzlich alle Probleme in Luft aufgelöst haben, ohne das man das jetzt wirklich nachvollziehen kann. Sowas kann ich wirklich gar nicht haben, es sollte schon immer alles schlüssig und wenigstens ein bisschen realistisch sein. Man, ehrlich, warum hat die Autorin das gemacht ? Bis dahin war ich wirklich bereit über kleine negative Eigenschaften oder Entwicklungen hinwegzusehen und trotz allem die volle Punktzahl zu vergeben, jetzt kann ichs einfach nicht mehr.


"Wenn du mich küsst, dreht die Welt sich langsamer" ist ein süßer, romantischer New-Adult-Roman, der sich durch sein Setting von anderen Romanen dieses Genres abhebt, der zu Herzen geht und mich wirklich berührt hat, der aber durch sein verkitschtes und übertrieben klischeehaftes Ende leider auch einige Punkte einbüßen musste.



1 Kommentar:

  1. Hallo und guten Morgen,

    Danke für diesen Tipp, denn das Preis-Leistungverhältnis ist gut und man kann den Roman einfach darauf los lesen, weil es keine Reihe sind, dass finde ich sehr gut.

    Schönen Sonntag..LG

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