Freitag, 17. Oktober 2014

[Friday I'm in Love] #8


Heute mal mit weniger LOVE, dafür mit viel Gemecker !!!

Wie gestern bereits angekündigt, möchte ich den heutigen Freitagspost mal dazu nutzen, mir ein bisschen Luft zu machen.

In diesem Jahr hatte die Frankfurter Buchmesse für mich einen bitteren Beigeschmack. Ausgelöst wurde dies durch exakt drei Dinge, die ich Euch hier gerne etwas näher erläutern möchte.

1. Organisation

Im Vergleich zum letzten Jahr fand ich die diesjährige Organisation, insbesondere die der Verlage, reichlich bescheiden. Es gab vorab Mails, in denen beispielsweise Bloggertreffen angekündigt wurden, von denen hinterher aber nie wieder jemand etwas gehört hat. Das fand ich sehr schade.
Auch die Informationen zu Autoren am Stand, zu Signierstunden und Lesungen, kamen in diesem Jahr eher spärlich und recht spät ans Licht. Eigentlich möchte ich das gar nicht so sehr kritisieren, ich fand es aber einfach schade, weil man von so vielen Aktionen entweder gar nichts, oder aber zu spät erfuhr. 
An was das in diesem Jahr lag: Ehrlich, keine Ahnung. Hoffen wir, das der Informationsfluß zwischen Verlagen, Bloggern, Lesern und Buchsüchtigen im nächsten Jahr wieder ein bisschen besser funktioniert.

2. Blogger

In diesem Jahr habe ich mich ganz besonders darauf gefreut, viele von meinen Bloggerkollegen/kolleginnen zu treffen. Im letzten Jahr war mein Blog noch recht unbekannt und ich kannte noch nicht so viele Leute. Dieses Jahr war das anders und ich war richtig euphorisch.

Diese Euphorie schlug jedoch schon nach wenigen Stunden auf der Messe in Missmut um, denn viele reagierten von oben herab, vereinzelt sogar unfreundlich oder, und das finde ich eigentlich am Schlimmsten, GAR NICHT. Man stand in Grüppchen beieinander und suggerierte nach außen das man lieber unter sich bleibt und ja nicht gestört werden will. Man versuchte Blickkontakte zu vermeiden oder offensichtliche Erkenntnis im Keim zu ersticken. Kurzer Blick auf die Tasche: Aaah ja. Dann schnelles Wegsehen. An was lag's Leute ?

Ich will niemandem Unrecht tun, vielleicht waren ja viele auch einfach nur schüchtern. Schade fand ich es dennoch, denn ich hatte ganz oft das Gefühl, einfach unerwünscht zu sein. Zudem hatte ich das Pech, das ich den Leuten, bei denen ich weiß das es anders gelaufen wäre, nicht über den Weg zu laufen. Ich betone immer wieder: Im nächsten Jahr werden im Vorfeld Nummern getauscht, dann kann man via Whatsapp oder SMS miteinander kommunizieren und Treffpunkte ausmachen. Und dann wirds auch zwischenmenschlich eine richtig geniale Messe werden !


3. Habgier und Konkurrenzkampf

Der wohl schlimmste Punkt überhaupt.
Ich kann es einfach nicht mehr sehen und lesen.

Seit einiger Zeit bricht in vielen Foren, Communities und ganz besonders in Facebookgruppen ein derber Konkurrenzkampf aus.
Wer ist besser, wer ergattert mehr, welcher SuB ist höher, wer bekommt am meisten Neuerscheinungen, wer hat die meisten Leser ?

Bereits zwei Blogs, die ich wirklich sehr gerne gelesen habe, haben sich aufgrund dieser Entwicklung aus der Bloggerwelt verabschiedet und auch bei mir beginnen allmählich die Gedanken zu kreisen. Normalerweise halte ich mich aus diesen Konflikten raus, denn ich blogge, weil es mir Spaß macht, weil ich Bücher seit meiner Kindheit liebe und mir ein Leben ohne Geschichten nicht vorstellen kann. Mittlerweile bin ich jedoch am Überlegen ob ich mich nach 2 1/2 tollen Jahren nicht ebenfalls zurückziehe, weil ich einfach keine Lust mehr auf dieses Rumgezicke habe.

Das sich dieser Kampf auch auf der Messe widerspiegelt hatte ich so nicht erwartet. Ja, ich war geradezu überrascht, wie dreist manch ein Blogger sich verhält. Da ging es nicht mehr um das gemeinsame Hobby Lesen, um die Liebe zu Büchern, um das Treffen neuer Menschen, sondern es ging nur noch darum MEHR ZU HABEN ALS DIE ANDEREN.
Es gab sogar Blogger, die bei den Verlagen ganz dreist vorgaben sie seien Azubi in irgendeiner Buchhandlung, nur damit sie ein Leseexemplar mehr in ihre Tasche packen konnten. Und immer wieder diese Frage: "Wieviele Bücher habt ihr denn schon ?" Auf meine Antwort: "Eins, hab ich mir bei StadtLesen gekauft.", wurde dann zuweilen noch mit Unverständnis und dem Kommentar: "Ja, aber du bist doch auch Blogger" reagiert.
Nur weil ich einen Blog besitze, gibt mir das keinen Freifahrtschein um diverse Bücher einzuheimsen, die ich vielleicht noch nicht einmal lesen möchte. Auch Goodies sind wunderbar, aber was soll ich denn mit einer Tasche voller Leseproben, die irgendwann ins Altpapier wandern, weil man sie doppelt und dreifach hat, nachdem man schon etliche davon verlost oder verschenkt hat.

Es tut mir leid, aber ich verstehe den Sinn hinter solchen Aktionen einfach nicht. Sicher ist es toll, wenn man nach der Messe ein paar Dinge an seine Leser/innen verlosen kann, weil man genügend tolle Dinge mit nach Hause gebracht hat. Auch ich werde dies noch tun. Aber kann dabei nicht alles etwas im Rahmen bleiben ? Muss man sich selbst aufdrängen und verkaufen, nur damit man ein paar neue Leser gewinnt ? Ich denke nein. Wer meinem Blog folgt, der sollte dies tun, weil er gerne liest was ich schreibe und nicht deshalb, weil ich auf der Messe Dinge abgreife, die ich dann unter Umständen verlosen kann ( ich wage im Übrigen zu bezweifeln, das die meisten dieser Damen, die sich die Taschen vollgemacht haben, tatsächlich eine Verlosung starten ).

Eine sehr traurige Entwicklung, die wohl den fadesten und bittersten Beigeschmack hinterlässt. Im Gegensatz zum letzten Jahr empfand ich diese Gier in diesem Jahr als sehr schlimm und permanent präsent und das, meine Lieben, ist NICHT SCHÖN.

Nichtsdestotrotz muss ich sagen, das ICH eine wunderbare Zeit auf der Buchmesse hatte. Ich habe wundervolle Menschen kennengelernt, mit denen ich viel Spaß hatte, aber ich habe auch gelernt von welchen Leuten ich mich besser fernhalte. Die nächste Messe kommt und hoffentlich kommt sie etwas zurückhaltender, etwas freundlicher und offener und bitte auch etwas organisierter...
Auf bald, in Leipzig.








Kommentare:

  1. Hallo Ina ;)
    Ich war dieses Jahr nicht auf der Buchmesse, aber das lag bei mir eher daran, dass ich keine Zeit hatte. Außerdem bin ich ja selber noch nicht so lange Bloggerin. Ich kann dich verstehen, vor allem beim letzten Punkt. Ich lese gerne Rezensionsexemplare und würde mich darüber freuen, wenn ich was von Verlagen bekomme, aber in erster Linie blogge ich auch, weil es mir Spaß macht und nicht weil ich kostenlose Leseexemplare bekomme. Klar ist sowas toll, aber es geht doch auch um den gemeinsamen Austausch und nicht nur um den Konkurrenzkampf. Wenn ich deinen Bericht so höre - und ich finde es gut, dass du auch mal die negativen Seiten beleuchtest - dann weiß ich nicht, ob ich jemals als Blogger auf eine Buchmesse will, sondern nur als Privatperson.
    Liebe Grüße,
    Nadja

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    1. Guten Morgen Nadja,

      ach nein, nicht abschrecken lassen. Im Großen und Ganzen war die Messe auch dieses Jahr ein schönes Erlebnis, nur der letzte Punkt ist mir halt einfach wirklich sauer aufgestoßen. Vielleicht ändert sich das bis zum nächsten Herbst auch wieder. Spaß und Austausch stehen an erster Stelle und es gibt auch wirklich richtig vielle tolle, nette und superliebe Blogger, die genau wegen dem Spaß und der Liebe zu Büchern da sind und mit denen man sich superaustauschen kann. ;)

      Ich möchte auf keinen Fall jemanden abschrecken, aber es war für mich persönlich wichtig diese Dinge mal auszusprechen, weil sie mich schon länger aufregen und irgendwie hat es jetzt gepasst. Also nur Mut !!! Vielleicht sieht man sich ja schon in Leipzig !

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  2. Hallo Ina,

    (mein Text wurde eben gelöscht, jetzt darf ich nochmal anfangen, manno =/ Hoffentlich löscht mein Browser jetzt nicht wieder alles :D)

    wenn ich das so lese, bin ich sehr froh, dass ich dieses Jahr nicht nach Frankfurt konnte. Ich mag diese Grüppchenbildung überhaupt nicht und bin immer diejenige, die nirgendwo dabei ist. Deswegen nehme ich immer meinen Freund mit, damit ich nicht komplett allein über die Messe gehe. Finde das extrem schade, dass zwischen den Bloggern mittlerweile so ein Zwiespalt entsteht. Wir sollten doch alle eine Gemeinschaft sein, Blogger aus Leidenschaft und nicht aus Habgier. Ich erinnere mich auch immer wieder gerne daran, dass ich damals nicht mal wusste, was ein RE ist, als ich zu bloggen anfing ...

    Ich selbst habe auf der LBM nur die Bücher aus dem Lovelybooks-Goodie Bag mitgenommen und die, die ich mir selbst gekauft habe. Das reicht mir vollkommen. Mein SuB ist so schon groß genug. Und das eher, weil ich nicht nur leidenschaftliche Leserin bin, sondern auch Sammlerin :D Ich mag es einfach, viele Bücher im Regal stehen zu haben. Die sind aber eigentlich alle entweder selbst gekauft oder Geschenke.

    Aber was soll's. Es wird sich leider eh nicht mehr ändern und es gibt immer "schwarze Schafe". Ich finde es nur schade, dass es jetzt so ist. Mich darfst du übrigens auf der LBM nächstes Jahr gerne ansprechen (wenn ich dort bin). Ich schaue dann nicht nur deine Tasche an =)

    Liebe Grüße,
    AefKaey

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  3. Wage es das Handtuch zu werfen!!!!
    Dann komm ich höchst persönlich und muss dir den Hintern versohlen ;-)
    Schöner Beitrag, aber vergiss nicht das wir wir sind und froh und stolz sein können auf das was wir erreicht haben. Und wir haben es durch fleissig geschafft ohne auf einer schleimigen Spur auszurutschen.
    Hab ein schönes Wochenende, hdl

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  4. Hey Ina,
    ich habe erst durch deinen Messerückblick überhaupt deinen Blog kennengelernt und ganz ehrlich: Durch diesen Post bist du mir gerade richtig sympathisch geworden! Und ich kann dir zu 100% zustimmen. Ich fand die Messetage auch wunderschön, aber es gibt wirklich die ein oder andere negative Sache. Das mit dem Konkurrenzkampf ist mir auch aufgefallen und ich finde das wirklich traurig. Erst haben haben haben und dann beschweren, dass einem der SuB über den Kopf wächst. Das nennt sich dann beliebter Blogger. Nein, danke.
    Zugegebenermaßen war ich dann doch auch zu schüchtern, um größere Bloggerhaufen anzusprechen, nur wenn vereinzelt ein oder zwei zusammen anzutreffen waren, hab ich mich getraut und dadurch wirklich tolle Leute kennengelernt. Das sollte ruhig häufiger der Fall sein.
    Toll jedenfalls, dass ich dich und deinen Blog nun auch im Zusammenhang mit der Messe kennelernen durfte, wenn auch nur virtuell ;)

    Viele Grüße
    Lulu

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  5. Hallo liebe Ina,

    ich blogge nicht .. aber ich bin eine leidenschaftliche Leserin von deinen Blog ! Bitte weitermachen...

    Ich lese gerne und viel und bin sehr dankbar fuer die Tipps,die du uns gibst.

    Du machst es gut und weiter so. Vielleicht sehen wir uns trotzden in Leipzig... Ich war auch in Frankfurt und habe einige liebe LovelyBooks "Kolleginnen" kennen gelernt. Dich leider noch nicht, so in Natura...

    Sonnig regenreiche Herbstgruesse... zur Zeit aus Finnland !

    Karoliina

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  6. Hallo Ina!
    Ich bin gerade erst über deinen Blog gestolpert, aber dieser Post... da bist du mir direkt sehr sympathisch. Ich mag das mehr mehr mehr auch nicht, gar nicht. Wir bloggen, weil wir Bücher lieben. Wenn das für uns in kleinere Zahlen resultiert... können wir trotzdem gut mit uns leben, oder? Ich denke, man sollte da mit Gleichgesinnten verkehren. Dann hat man vielleicht nur kleine Zahlen, aber wenigstens ist jede einzelne auch was Wert. Ich kenne fake followers zur Genüge! Aber das ist kein Grund, alles hinzuwerfen. Das ist doch wie mit allen anderen großen Gruppen auch: bilde kleinere Cliquen und halte dich von denen fern, die du nicht magst.
    zB kannst du ja mich nächstes Jahr in Leipzig treffen! Ich habe es noch nicht geschafft, mich mal mit Blogger zu treffen. Während man die ganzen Cosplayer ja super erkennt, schreit leider niemand so wirklich "Buchblogger". Vllt sollte man eine Art Erkennungszeichen ausmachen? Anyway, wie gesagt würde ich mich über ein Bloggertreffen freuen -- und zwar nicht unbedingt mit den bekannten, sondern lieber mit Leuten, die meine Meinungen teilen.

    Ab heute neuer Follower. =)

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    1. Huhu, ich statte dir direkt mal nen Gegenbesuch ab :) Bzw. hab ich schon.
      Na klar, würde mich super freuen, dich zu treffen. Ich muss hier mal betonen, das ich durchaus meinen Spaß an und auf der Messe hatte, denn ich war ja im Grüppchen dort und das hat superviel Freude gemacht. Es geht also auch anders, nicht nur negativ, aber irgendwie schwebten diese Negativpunkte wie Gewitterwolken über unseren Köpfen und waren immer präsent.

      Aufhören werde ich wohl nicht, da kann ich Euch beruhigen, auch wenn ich manchmal gern alles hinschmeissen möchte, steckt dann doch einfach zu viel Arbeit und auch Herzblut hier drin :)

      Würde mich freuen öfter von Dir zu lesen, ich geh erstmal bei dir / Euch stöbern :)

      LG Ina

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