Montag, 20. Oktober 2014

[Rezension] Vor uns das Leben



- Broschiert -

Autorin: Amy Harmon
Verlag: Egmont INK

Erscheinungsdatum: 2. Oktober 2014
Originaltitel: Making Faces

ISBN-13: 978 - 3863960735
Seitenzahl: 384 Seiten
Reihe: nein

Preis: 14,99€

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> Ambrose, der Star der Highschool, der Held einer ganzen Stadt. Er scheint alles zu haben - und doch kämpft er mit Problemen, die der Außenwelt verborgen bleiben. Bailey, der Junge im Rollstuhl. Er ist krank, weiß, dass er sterben wird. Und er lebt jeden Tag seines Lebens, als wäre es sein letzter. Fern, die schlau ist, aber nicht hübsch, und trotzdem in allem um sich herum das Schöne erkennt. Fern, Bailey und Ambrose. Drei Jugendliche in einer Kleinstadt in den USA, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Drei Jugendliche, die dachten, sie wüssten, was das Leben für sie bereithält. Und denen das Schicksal in die Quere kommt …<
Quelle: egmont-ink.de


"Vor uns das Leben" ist ein Buch, bei dem ich ausnahmsweise einmal nicht so sehr vom Cover begeistert bin. Nichtsdestotrotz wurde ich bereits im Frühjahr, als die Neuerscheinungen für Herbst/Winter bekannt wurden, auf das Buch aufmerksam und war vom Klappentext so sehr angetan das das Buch kurzerhand auf der Wunschliste landete. Riesig war dann die Freude, als es endlich da war und ich mit dem Lesen beginnen konnte.

Zunächst, so muss ich gestehen, war ich allerdings etwas enttäuscht, denn ich fand den Stil der Autorin zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig. Sie springt zwischen den drei Protagonisten Ambrose, Fern und Bailey hin und her, bringt diverse Mitschüler und Namen ein, bei denen ich mir nicht sicher war in wie weit ich mir diese merken muss, hüpft in der Zeit vor und zurück und zwingt mich somit, konzentriert am Ball zu bleiben um den anfänglich "dünnen" Faden nicht zu verlieren.
Nach circa einem Drittel ändert sich das jedoch rigoros und ich bin mittendrin. Angekommen in der Geschichte, verbunden mit den drei großartigen, ausgeprägten und starken Protagonisten und total begeistert vom wunderbaren Schreibstil der Autorin, den sie einerseits recht einfach hält, in den sie aber auch viele poetische Züge einstreut, bin ich regelrecht hingerissen vom Gesamtpaket. Sie schreibt gut nachvollziehbar, sehr einfühlsam und tiefgründig und fesselte mich so regelrecht an die Seiten. Ich war emotional total mitgerissen und musste echt einige Tränchen wegblinzeln.

Ich tauchte komplett ein in das Leben und die Probleme von Fern, die schon seit sie denken kann in Ambrose verliebt ist, der sie jedoch, wie so viele andere in der Stadt, gar nicht wahrnimmt. Denn Fern ist eine unscheinbare junge Frau, nicht gerade eine Schönheit, aber sie ist schlau, kümmert sich liebe- und aufopferungsvoll um ihren Cousin Bailey und schreibt heimlich kitschige Liebesromane, für die sie eine absolute Schwäche hat.

Bailey, der durch Duchenne-Muskeldystrophie an den Rollstuhl gefesselt ist, ist nicht nur Fern's Cousin, sondern auch ihr bester Freund. Bailey ist trotz seiner Behinderung ein absoluter Kämpfer, ein lebenslustiger junger Mann, der obwohl er weiß das er früh sterben wird, aus jedem Tag das Beste macht.

Ambrose ist Ringer und der Star der Stadt. Was jedoch die wenigsten Menschen ahnen: In dem großen breiten Sportler schlummern ungeahnte Talente. Er hat ein Faible für Shakespeare und schreibt Liebesbriefe, die jedes Mädchenherz höher schlagen lassen.

Alle drei stehen kurz davor ihren Abschluss zu machen und ihren Platz im Leben zu finden, als am 11. September 2001 zwei Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers krachen. Dieser Tag soll ihr Leben für immer verändern...

Die Handlung ist für einen Jugendroman ungewöhnlich ernst und tiefgreifend, das hat mich wirklich positiv überrascht.

Amy Harmons Debüt ist nicht einfach eine Geschichte die man liest, von der man kurzzeitig begeistert ist und die man dann wieder vergisst. In diesem Buch schlummert so viel mehr. Amy Harmon weist uns darauf hin, das Schönheit nicht alles ist. Das in vielen Menschen eine wunderbare Seele lebt, die man manchmal jedoch nur dann sieht, wenn man sich die Mühe macht genau hinzusehen. Und was noch wichtiger ist, sie zeigt uns auf, gerade durch Baileys Schicksal, wie schön das Leben sein kann, wenn man es nur zulässt, wenn man bereit ist aus jedem Tag das Beste zu machen und niemals einfach aufzugeben, egal wie schlecht es uns geht oder wie aussichtslos eine Situation auch erscheint, denn das Leben kann so schnell einfach so vorbei sein.

Das Ende ist wunderbar rund und lässt mich sehr zufrieden, mit einem lachendem, einem weinenden Auge zurück.


"Vor uns das Leben" ist ein ganz besonderer, überraschend tiefgründiger Jugendroman, der mich absolut begeistert hat und den ich sicherlich nicht so schnell vergessen werde.
Emotional, authentisch, mitreißend !



1 Kommentar:

  1. Guten Morgen :)

    Ich bin auch schon auf das Buch aufmerksam geworden - mir hat das Cover sehr gefallen und die Geschichte klingt auch nicht schlecht, obwohl es nicht so meinem Beuteschema entspricht. Deine Rezi hat mir gezeigt, dass ich es mir vielleicht wirklich kaufen und lesen sollte. :)

    Liebe Grüsse
    Sabrina

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