Sonntag, 18. Oktober 2015

[Rezension] Lilienfeuer

- Broschiert -

Autorin: Alexandra Monir
Verlag: cbt

Erscheinungsdatum: 08. September 2015
Originaltitel: Suspicion

ISBN-13: 978-3570402740
Seitenzahl: 352 Seiten
Reihe: nein

Preis: 12,99€

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Sieben Jahre ist es her, doch nie gelang es der 17-jährige Imogen jene Nacht zu vergessen, als ihre Eltern bei einem Brand im Garten des englischen Familiensitzes starben. Aufgewachsen in New York, gerät Imogens Welt abermals völlig aus den Fugen, als sie erfährt, dass ihre Cousine Lucia verunglückt ist und sie nunmehr das Erbe als Herzogin von Rockford antreten muss. In England erwarten sie nicht nur die ungewohnten aristokratischen Pflichten, sondern auch Sebastian, Imogens heimliche Liebe seit Kindheitstagen. Doch ihr Wiedersehen auf Rockford Manor wird durch die mysteriösen Vorkommnisse hinter den uralten Mauern überschattet: Waren die Todesfälle in ihrer Familie wirklich ein Zufall?

Wieder einmal war es ein atemberaubendes Cover, das meinen Blick direkt auf sich zog und das Buch umgehend auf meine Wunschliste hüpfen ließ. In der Tat habe ich sogar so sehr auf dieses wunderbare Ornament vor einem düster, aber magisch wirkenden Labyrinth geachtet, das ich im ersten Moment das Mädchen und viel schlimmer, die Autorin übersehen habe.

Alexandra Monir ist mir durch ihre Timeless-Reihe, die ich seinerzeit regelrecht verschlungen habe, bestens bekannt. Ich war sehr gespannt, ob sie mich auch mit der Geschichte um Imogen begeistern würde.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert und auf jeder Seite eines neuen Kapitels befindet sich oben in der Ecke das Ornament, welches auch das Cover ziert.

Die Geschichte erstreckt sich über die Zeit von 7 Jahren. Nach einem kurzen Prolog, den man zunächst nicht zuordnen kann, starten wir in die Geschichte der 10-jährigen Imogen, die wie jedes Jahr ihre Sommerferien auf Rockford Manor, dem Sitz ihrer Familie, verbringt. Hier ereignen sich merkwürdige Dinge, die ein schreckliches Ereignis nach sich ziehen, das Imogen veranlasst zurück in die USA zu reisen und niemals wiederzukehren.

7 Jahre später erreicht sie eine unheilvolle Botschaft. Ihre geliebte Cousine Lucia, zu der sie den Kontakt abbrach, kam durch einen schrecklichen Unfall ums Leben und nun sei es an Imogen den Platz als Herzogin von Wickersham einzunehmen. Zunächst ist sie verunsichert, doch dann kehrt sie zurück nach England.
Hier geschehen seltsame Dinge, die sich Imogen nicht erklären kann und die mir teilweise wirklich einen Schauer über die Haut jagen. Sie alle scheinen irgendwie mit ihr selbst, aber vorallem mit ihrer toten Cousine zu tun zu haben. Imogen versucht das Rätsel um den Tod Lucias zu lösen und stößt dabei auf jede Menge Familiengeheimnisse.

Alexandra Monirs Schreibstil ist wunderbar flüssig, so das man zügig voran kommt. Allerdings werden die mysteriösen und auch irgendwie gruseligen Momente, die ich oben erwähnte, im Verlauf der Handlung aber immer seltener und werden stattdessen von spannenden Situationen abgelöst, die eher einem Krimi gleichen.
Ich habe mich beim Lesen ziemlich oft an Szenen aus Daphne Mauriers "Rebecca" erinnert gefühlt. Sehr lustig, denn die Autorin schreibt in ihrer Danksagung, das genau diese Art von Geschichten sie zu "Lilienfeuer" inspiriert haben. Das merkt man deutlich. "Lilienfeuer" ist ein Genre-Potpourri, wann immer man denkt, erkannt zu haben, in welche Richtung das Ganze führt, kommt Alexandra Monir mit einer neuen Wendung daher. Der Plot ist eine absolut gelungene Mischung aus Fantasy, Mystery, Krimi, Lovestory und Schauermärchen und tröstet mich über klitzekleine Schwächen hinweg.

Diese sind unter anderem, die Hinnahme aller Aufgaben von Imogen. Man wirft sie ins kalte Wasser, sagt ihr, sie müsse nun den Platz der Herzogin einnehmen und sie sagt zu allem Ja und Amen, verlässt sogar, obwohl sie nicht einmal volljährig ist ihre Familie in den USA beinahe ohne mit der Wimper zu zucken. Auch die Verbindung zu den Menschen in Imogens Umfeld waren für mich ein Kritikpunkt, denn diese empfand ich teilweise als sehr oberflächlich. Insbesondere die zu Imogens bester Freundin.
Aber ich kritisiere auf sehr hohem Niveau, denn da der Rest stimmig ist, kann man über diese kleinen Schwächen getrost hinwegsehen.

Die Protagonisten sind schön und auch authentisch ausgearbeitet, wirken auf mich aber in manchen Fällen etwas blass. Zwar konnte ich sie mir alle recht gut vorstellen, aber ich hätte mir ein bisschen mehr Tiefe gewünscht. Schwer zu erklären. Ich mochte Imogen sehr gerne, Lucia fand ich allerdings ziemlich ätzend. Maisie war sehr verschlossen und weder Sebastian noch Theo konnte ich für eine ganze Weile richtig einschätzen.

Das Ende ist gut und schlüssig gelöst, es ist rund und die Geschichte scheint abgeschlossen, doch Alexandra Monir lässt sich in gewisser Weise auch noch ein Hintertürchen offen, so das man als Leser zwar zufrieden zurückbleibt, aber auch das Gefühl hat, das da unter Umständen vielleicht noch etwas nachkommen könnte.

Obwohl Alexandra Monirs "Lilienfeuer" ein paar kleine Schönheitsfehlerchen hat, konnte mich die Geschichte weitestgehend überzeugen und ich war ganz besonders angetan von der ganz eigenen Atmosphäre die die Autorin hier geschaffen hat. Die Mischung aus Mystery, Thrill und Lovestory war stimmig und gut durchdacht und hat mich für einige Stunden wirklich sehr gut unterhalten und mir den ein oder anderen (Grusel-)Schauer beschert.

1 Kommentar:

  1. Hallo Ina,
    ich glaube, bei diesem Buch wäre wohl auch das Cover in erster Linie dafür verantwortlich, warum ich das Buch kaufen müsste, wenn ich nicht aktuell an meinem SuB arbeiten würde.^^
    Die Bezeichnung "ein Genre-Potpourri" hat mich gerade zum Schmunzeln gebracht und macht neugierig. Ob ich nach deiner Beschreibung mit den Protas leben könnte ? Ich weiß nicht und sollte vielleicht irgendwann herausgefunden werden. ;-)
    Schöne Rezension. Danke dafür.
    Liebste Grüße,
    Hibi

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