Donnerstag, 5. November 2015

[Rezension] Lebkuchenküsse


- Hardcover -

Autorin: Ira Severin
Verlag: Bastei Lübbe

Erscheinungsdatum: 10. September 2015

ISBN-13: 978-3431039313
Seitenzahl: 256 Seiten
Reihe: nein

Preis: 10,00€

Kaufen ? >KLICK<


Was kann es Schlimmeres geben als Weihnachten? Nicht viel, glaubt Laura und fährt deswegen zur Adventszeit immer weit, weit weg von dem ganzen rührseligen Tamtam. Aber dieses Jahr wird alles anders: Sie muss ihre Mutter vertreten, die auf der verschneiten Schwäbischen Alb ein Café führt. Umgeben von Lebkuchen, Mistelzweigen und Pulverschnee wird Laura plötzlich doch warm ums Herz. Allerdings könnte das auch an Niklas liegen, dem ortsansässigen Hotelier mit einer Schwäche für Weihnachten – und für Laura … Quelle: www.luebbe.de


Ich liebe Weihnachten, ich liebe den Winter und ja, ich liebe auch Winter-Weihnachtslektüre, allerdings komme ich eher selten dazu vor Weihnachten auch wirklich ein thematisch passendes Buch zu lesen, da mir meist schlicht und einfach die Zeit dazu fehlt.
Doch als ich, zweifellos durch dieses wunderschöne Cover, auf Ira Severins "Lebkuchenküsse" aufmerksam wurde, wusste ich, das sich das dieses Jahr ändern würde.

Das Cover ist einfach wunderschön, dezente Farben, ein unglaublich süßes Motiv und obwohl es weihnachtlich aussieht finde ich es doch ziemlich schlicht und frei von Kitsch, was mir sehr gut gefällt. Auch der Klappentext macht direkt neugierig, vorallem deshalb weil Laura wirkt wie ein absoluter Weihnachtsmuffel, das krasse Gegenteil von mir also, und weil ja auch ein Café eine scheinbar tragende Rolle spielt. Naja und Romanzen sind ja einfach immer gut. Alles Dinge also, die nicht nur mein Leserinnen-, sondern auch das Bäckerinnenherz höher schlagen lassen.

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog der uns eine Szene aus dem Leben der 12-jährigen Laura zeigt. Auf dem Weg, durch Schnee und Matsch, zum Geburtstag ihrer besten Freundin, trifft sie auf den Hotelierssohn Niklas mit dem sie sich einen kleinen Schlagabtausch liefert, der damit endet, das Laura im Schnee landet, das neue Kleid hinüber ist und Niklas zum größten Feind auf Lebenszeit wird.

17 Jahre später:
Seid nun exakt zwei Jahren meidet Laura, die mit beiden Beinen fest im Leben steht, nun schon jegliche Art von heimatlichem Besuch. Doch als ihre Mutter sie bittet, über den Dezember nach Trillingen zu kommen und ihr Café, das "Plaudertäschchen" für sie zu übernehmen, damit sie zu ihrem verletzten Freund fahren und ihn pflegen kann, hat Laura wohl keine andere Wahl. Sie fügt sich der Bitte ihrer Mutter und kehrt schweren Herzens zurück. Ausgerechnet in der Weihnachtszeit. Nichts ist Laura verhasster, als weihnachtliche Gefühlsduselei, Lebkuchen, Schnee und Co., doch das soll sich ändern als ihr ausgerechnet Niklas begegnet, der mittlerweile das Hotel seiner Eltern leitet und mit dem sie, um nicht im Chaos zu ersticken, notgedrungen zusammenarbeiten muss. Je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen umso deutlicher spüren sie, das sie ein völlig falsches Bild vom jeweils anderen haben. Doch bevor die beiden sich näherkommen können, müssen sie sich selbst auferlegten Regeln entledigen, sich öffnen und vorallem lernen einander zu vertrauen.

"Lebkuchenküsse" ist wirklich süß geschrieben. Man kommt, Dank des sehr angenehmen Schreibstils der Autorin zügig voran und man fühlt sich durch die bildhaften, aber nicht ausschweifenden Beschreibungen wahrlich in ein kleines verschneites Dörfchen versetzt und kann sich das weihnachtliche Trillingen sehr gut vorstellen. Das war herrlich, hat bei mir aber, zum Leidwesen der Familie, auch dazu geführt, das die Lust auf Advents- und Weihnachtsdeko gerade unglaublich angestiegen ist, Anfang November, haha. :)

Erzählt wird die Geschichte von einem personalen Erzähler, der zwischen Laura und Niklas wechselt, der aber auch immer mal wieder einen Blick auf Kellnerin Kati und Witwer Bernhard wirft, die am Rande der eigentlichen Geschichte ihr eigenes kleines Glück erleben.

Schön fand ich, das sich die Beziehung zwischen Niklas und Laura ganz allmählich aufbaut. Erst trauen sie sich nicht so recht über den Weg, doch dann merken sie, wie schön es ist sich gegenseitig zu helfen. Immer wieder gibt es Szenen in denen man das Knistern zwischen den beiden deutlich spürt, auch wenn sie es selbst nicht wahrhaben wollen.

Beide Protagonisten, sowie auch die Randfiguren sind wirklich toll, authentisch und liebenswert ausgearbeitet, wobei ich Niklas zu Beginn etwas lieber mochte, als Laura, die sich ihm gegenüber kratzbürstig verhält.
Sie wurde von ihrem letzten Freund, ihrer Jugendliebe, bitter enttäuscht, fühlt sich seitdem sehr verletzt und hat wenig Vertrauen in die Liebe. Sie braucht eine ganze Weile ehe sie sich Niklas öffnen kann und auch der hat so seine Probleme, denn obwohl ihm sein Ruf als Weiberheld vorauseilt, hatte er noch nie eine wirklich ernsthafte Beziehung, aus Angst das es nicht funktionieren könnte.

Bevor ich zum Schluß komme, habe ich leider noch einen Kritikpunkt der auch für einen kleinen Punktabzug sorgt: Das Ende. Ansich sehr stimmig, aber für meinen Geschmack viel zu überladen. Zu schnell, zu kitschig. Es war im Vergleich zum Rest der Handlung einfach zu viel Ereignis auf zu wenig Raum. Schade, auch wenns der Geschichte als Gesamtes natürlich nicht schadet.

Die Aufmachung des Buches muss hier auch noch kurz Erwähnung finden, denn über jedem neuen Kapitel ist ein Lebkuchenpärchen abgebildet und am Ende des Buches warten all die leckeren Rezepte, die ein fester Bestandteil der Geschichte sind, zum Nachbacken, bzw. Nachkochen auf den Leser. Ich werde mich auf jeden Fall an die Lebkuchen wagen und dann berichten ob sie auch wirklich so lecker geschmeckt haben, wie all die Gäste des "Plaudertäschchens" behauptet haben. ;)
"Lebkuchenküsse" ist ein wundervoll stimmiger, schön erzählter Weihnachtsroman mit liebenswerten Figuren und einem ganz besonderen Zauber, der mich beim Lesen in ein kleines verschneites Winterdorf versetzt hat. Toll !!!
Wer nach einer gut unterhaltenden Weihnachtslektüre für gemütliche Abende am Kamin sucht, der ist hier auf jeden Fall bestens bedient und sollte sich dieses kleine Schätzchen nicht entgehen lassen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen