Mittwoch, 18. November 2015

[Rezension] Zwischen uns nur der Himmel

- Taschenbuch -

Autorin: Laura Johnston
Übersetzt von Kattrin Stier
Verlag: dtv

Erscheinungsdatum: 23. Oktober 2015
Originaltitel: Rewind you

ISBN-13: 978-3423716475
Seitenzahl: 416 Seiten
Reihe: nein

Preis: 9,95€

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Good girl meets bad boy

Als Austin Sienna an ihrem ersten Urlaubsabend vor einer Horde grölender junger Männer rettet, verliebt er sich Knall auf Fall in sie. Und Sienna geht es nicht anders. Doch zwischen ihnen stehen die unterschiedlichen Welten, aus denen sie kommen, eine gewaltige Menge an Problemen und Schuldgefühlen, die Sienna mit sich herumträgt, und nicht zuletzt Austins Vergangenheit, die eine Beziehung unmöglich macht.
Quelle: www.dtv-dasjungebuch.de
Nach dem Tod ihres Vaters bricht für Sienna eine Welt zusammen. Sie gibt sich die Schuld an seinem Tod und erlebt wie die Situation zwischen ihrer Mutter und ihrem Bruder, der unter ADHS und einer biporalen Störung leidet, immer mehr kippt. Als die Familie ins Feriendomizil Tybee reist, hofft sie auf einen Sommer der wenigstens einen Hauch von Entspannung bringt, doch weit gefehlt. Zu ihren alltäglichen Problemen gesellen sich nun auch noch plötzliche Ohnmachtsanfälle.
Als sie auf einem Streifzug durch Savannah genau ein solcher ereilt, befindet sie sich ohnehin schon in einer sehr gefährlichen Situation, denn zwei Typen kommen ihr auf ziemlich deutliche Art nahe. Bevor die sich jedoch an ihr vergreifen können und sie zu Boden geht, taucht plötzlich ein unglaublich attraktiver Typ auf, der die Kerle vertreibt und Sienna hilft. Dies ist der Beginn einer Sommerromanze, die so schön sein könnte, wenn da nicht die Tatsache wäre, das Sienna eigentlich seit drei Jahren mit ihrem Freund Kyle zusammen ist, Austin ihrem "Stand" zumindest in den Augen ihrer Mutter niemals gerecht werden kann und sie beide nach dem Sommer auf unterschiedliche Collages gehen, zwischen denen mal eben locker 1000 Meilen liegen....

Normalerweise ist es ja immer erst das Cover das mich anspricht, hier wars allerdings der Klappentext. Ich bin durch Zufall beim Stöbern auf das Buch gestoßen, finde das Cover jetzt gar nicht so schlecht, aber auch nicht sonderlich auffällig, wenn man von der Farbe absieht. Der Klappentext hat mich jedoch schnell überzeugt und so habe ich mich gefreut das Buch in einer Leserunde lesen zu dürfen.

Die Geschichte beginnt moderat. Man lernt Sienna kennen und bekommt einen sehr vagen ersten Einblick in ihr Leben. Erfährt das ihr Vater durch einen Unfall zu Tode kam, das sie nicht so recht weiß ob sie ihren Freund Kyle noch intensiv liebt und das die Familie seit dem Tod des Vaters mit reichlich Problemen zu kämpfen hat. Auf ihrem Streifzug über die River Street in Savannah trifft sie durch einen unschönen Umstand auf Austin und irgendwie sprühen direkt die Funken zwischen den beiden.
Doch schnell wird klar, das sich zwischen den beiden eigentlich nichts entwickeln darf, denn Sienna ist noch immer mit Kyle zusammen, sie führt ein völlig anderes Leben als Austin und der hat so seine Geheimnisse, die er ihr einfach nicht offenbaren möchte. Und trotz all dieser Gründe verlieben sich die beiden ineinander und natürlich gibts im weiteren Verlauf reichlich Komplikationen.

Also ich muss sagen, das die Geschichte wirklich toll beginnt und ich erpicht darauf war, zu erfahren ob die beiden das irgendwie hinbekommen, denn direkt zu Beginn liegt da ein spürbares Knistern in der Luft. Doch je weiter ich gelesen habe, desto enttäuschter wurde ich. Die Geschichte nimmt immer wieder Wendungen die mir zu gewollt und einfach "zu viel" erschienen. Es schien fast so, als müsse die Autorin immer neue Komplikationen einbauen um die Story irgendwie interessant zu halten. Sie schneidet zu viele Themen und Probleme an, die sie aber nicht zu Ende führt. Ein Beispiel dafür sind Siennas Ohnmachtsanfälle, denen sie erst auf Austins Drängen nachgeht. Man stellt eine Posttraumatische Störung fest, völlig normal, wenn man in einen Unfall verwickelt ist und dabei einen geliebten Menschen verliert. Was mich daran allerdings wirklich gestört hat, war, das sich diese Störung in einer einzigen Sitzung herauskristallisiert und nachdem Sienna weiß was das Problem ist, löst es sich quasi in Luft auf. Ähm, hä ? Einfach so ? Hm, naja, solche Momente und Dinge gab es leider zuhauf.

Auch gestört hat mich die Tatsache, das alle Protagonisten Austin als schlecht gestellten Menschen betrachten, obwohl er hart arbeitet, ja sogar drei Jobs hat um sich seine Kohle zu verdienen. Er hat ein Vollstipendium fürs Collage und lebt eigentlich ziemlich gesittet, im Gegensatz zu seinen Freunden: Keine Drogen, kein Alkohol, nichts Außergewöhnliches, außer vielleicht seine Vergangenheit über die er nicht spricht, auch nicht mit Sienna. Die findet aber natürlich trotzdem irgendwann raus, was er verheimlicht und dann eskaliert die Situation natürlich :P

Zwischendurch gibts aber noch andere Probleme, die die Beziehung immer wieder auf eine Probe stellen: rasende Exfreunde, Vergebung für die Unfallverursacher, eine richtig krasse Mutter mit noch krasseren Ansichten und so weiter. Gekippt ist meine Stimmung endgültig gegen Ende, denn da trumpft Laura Johnston nochmal voll auf und baut weitere Themen ein, die für mich nicht gepasst haben, die Geschichte wirklich unglaubwürdig machten und die sie vorallem so überhaupt nicht gebraucht hätte. Ein schöner, runder Schluß hätte gereicht, aber so wurde es zur Farce. :(

Der Schreibstil war angenehm und flüssig zu lesen, man kam zügig voran. Die Protagonisten sind sympathisch, wobei Sienna zwischendurch eine Wandlung durchläuft die ich nicht gutgeheißen habe. Austin hingegen war durchweg liebenswert und ein wirklich guter Kerl, der nicht verdient hat, das man so ätzend mit ihm umspringt, wie es Siennas Mutter und Kyle getan haben.

"Zwischen uns nur der Himmel" war wirklich ein netter Zeitvertreib, hat mich aber halt leider nicht komplett überzeugen können, weils einfach too much und stellenweise zu aufgesetzt war, sehr schade. 

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