Freitag, 26. Februar 2016

[Rezension] Mofaheld

- Paperback -

Autor: Lars Niedereichholz
Verlag: Rowohlt Polaris

Erscheinungsdatum: 26. Februar 2016

ISBN-13: 978-3499271014
Seitenzahl: 240 Seiten
Reihe: nein

Preis: 14,99€

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Als Marcs Eltern sich entschließen, das Reihenhaus gegen eine Seniorenwohnung einzutauschen, fällt sie ihm wieder in die Hand: Seine alte Schatzkiste, prall gefüllt mit Konzertkarten, alten Mixkassetten, Briefen, Fotos und vor allem – einem Batikhalstuch.
Das riecht nach Parfum und Haarspray und katapultiert Marc zurück in die 80er Jahre: Denn damals, mit 15, waren der Traum von einer eigenen Band, die geheimen Ausflüge ins Nachtleben, alkoholbedingte Ausfälle, die Schmach über das peinlichste Mofa der Welt, die neue Platte von Mötley Crüe und vor allem die Aussicht auf den ersten Sex mit Anna irgendwie wichtiger als Tschernobyl, Kalter Krieg und die Ehekrise seiner Eltern …


Als ich das Buch zum allerersten Mal in der Verlagsvorschau entdeckte, wanderte es direkt auf meine Wunschliste und das obwohl es, mal abgesehen von dem doch sehr krass leuchtenden Gelb, ziemlich unspektakulär wirkt. Brille, Mofa, Kassette in leuchtendem Pink und ein Titel der für viele ziemlich unscheinbar daherkommen dürfte. Mein Interesse war jedenfalls direkt geweckt und ich war mir ziemlich sicher, noch bevor ich den Klappentext gelesen habe, das mich dieser Roman in die 80er oder 90er entführt. Denn wann sonst gab es so viele Mofahelden ?

Und tatsächlich, Lars Niedereichholz, übrigens besser bekannt als eine Häfte des Comedy-Duos Mundstuhl, nimmt uns mit auf eine Reise ins Jahr 1986, als Mofas noch der absolute Oberhammer waren und das Wort "Geil" total verpönt.

Als Marcs Eltern in eine Seniorenwohnung ziehen, fällt dem Vater eine alte Kiste in die Hände. Er ruft Marc an und bittet ihn den Krempel nochmal durchzusehen, zwar ist da eh nur Schrott drin, aber es sei ja schließlich seine. Das alte Mofa steht im Übrigen auch noch hier, aber das kann ja sicherlich weg. Marc macht sich also auf, holt die Sachen ab und öffnet die Kiste in der sich jede Menge "Schätze" seiner Jugend befinden.
Als er das Batiktuch seiner ersten großen unerfüllten Liebe Anna aus der Kiste zieht, da ist er plötzlich wieder 15. Von Nostalgie gepackt schließt er sich in sein Arbeitszimmer ein und beginnt zu Schreiben und dem Leser zu erzählen, wie das so war, 1986 mit 15.

Ich mag gar nicht so sehr ins Detail gehen, um Euch nichts vorweg zu nehmen.

Aufgebaut ist der Roman wie eine Art Tagebuch. Es gibt für jeden Tag mehrere Kapitel und man bekommt so einen Einblick in Marcs Alltag, aber es gibt auch kurze Kapitel die sich mit der Katastrophe von Tschernobyl auseinandersetzen. Diese sind wirklich sehr kurz gehalten und auf einige Fakten beschränkt, die uns zeigen wie leichtfertig der Mensch manchmal so handelt. 

Die Figuren fand ich super und vorallem sehr authentisch ausgearbeitet, allen voran natürlich Marc, der es durch diverse Handicaps nicht so leicht hat, der von Mitschülern gehänselt wird und dem es seine Eltern noch schwerer machen, indem sie ihm grundsätzlich nie die Dinge schenken die er sich wünscht.

Was mir hier echt sehr gut gefallen hat, ist, das Lars Niedereichholz dieses Gefühl der Jugend in den 80ern ( bei mir warens die 90er ) nochmal neu aufleben lässt. Man fühlt sich beim Lesen nochmal so richtig jung und erinnert sich an eigene Erlebnisse. Damals wars irgendwie doch einfach besser.

Der Schreibstil ist angenehm und das Buch lässt sich gut wegschmökern. Neben der musikalischen Untermalung, die sehr nach meinem Geschmack war, schwingt vorallem immer eine Brise Humor mit, die mir teilweise die Tränen in die Augen getrieben hat.

Am Ende gibt es noch einen kleinen Einblick in das heutige Leben der Protagonisten. Zwar sind die Figuren rein fiktiv, aber ich wette das bei dem ein oder anderen ein Fünkchen Wahrheit mitschwingt, das lässt Lars Niedereichholz auch ein, zweimal durchklingen. Deshalb war das Ende also absolut interessant ;)

Wer Lust auf eine unterhaltsame und urkomische Zeitreise hat und sich nochmal an seine Jugend erinnern will, der sollte sich den "Mofaheld" auf keinen Fall entgehen lassen.


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