Sonntag, 30. Oktober 2016

[Rezension] Der 13. Stuhl

- Hardcover -

Autor: Dave Shelton
Übersetzt von Ingo Herzke
Verlag: Königskinder

Erscheinungsdatum: 29. September 2016
Originaltitel: Thirteen Chairs

ISBN-13: 978-3551560247
Seitenzahl: 304 Seiten
Reihe: nein

Preis: 17,99€

Kaufen ? >KLICK<

Sie erwarten ihn schon. In einem verlassenen Haus, in einem großen, leeren Zimmer stehen 13 Stühle. Nur einer ist noch nicht besetzt. 12 merkwürdige Gestalten warten dort, jeder vor einer brennenden Kerze. Sie streiten, sie lachen und dann erzählen sie, einer nach dem anderen, ihre Geschichte: von Tod und Verderben, von Mord und Rache. Bis nur noch Jack übrig ist, nur noch eine Kerze, allein im Dunkeln. Und er endlich begreift, welche Geschichte er erzählen muss …

Ein altes verlassenes Haus mitten im Nirgendwo, ein dunkler Raum, 13 Stühle, vor jedem steht eine Kerze. Das ist das Szenario das Jack vorfindet, als er den Raum betritt in dem bereits zwölf, für ihn völlig fremde Menschen, auf ihn warten. Er nimmt Platz auf dem 13. Stuhl und die Runde beginnt nacheinander ihre Geschichten zu erzählen. Von mysteriösen Taxifahrern, blutenden Bäumen, von dämonischen Katzen und einer verrückten Uhr. Jack hat keinen Plan welche Geschichte man von ihm erwartet, doch je weiter die Runde voranschreitet, desto klarer wird ihm, welche Geschichte die anderen 12 von ihm hören wollen....

Bevor ich mich gleich mit dem Inhalt beschäftige, möchte ich mich zunächst ganz kurz mit der Optik befassen.
Das die Bücher aus dem Königskinder Verlag nicht nur inhaltlich ganz wunderbare Schätze sind, das wissen wir ja bereits, hier spielt auch die Aufmachung immer eine ganz große Rolle. Und die ist ( Suse Kopp, Cover-Designerin aus Hamburg ) beim 13. Stuhl sehr sehr gut gelungen. Das Cover besticht durch ein gar unheimliches Flair und ist so perfekt auf den Inhalt abgestimmt. Besonders gut gefällt mir die Wahl der Motive, auf der Front sieht man nur einen männlichen Oberkörper, während den Buchrücken ein altes, unheimliches Haus ziert. Sehr gelungen. Auch im Inneren glänzt das Buch durch eine tolle Aufmachung, denn hier tragen die einzelnen Kapitel nicht einfach nur eine Nummer, sondern werden durch schwarze Seiten mit blattlosen Ästen oder Gestrüpp, die teilweise an Scherenschnitte erinnern, und einem zu jeder Geschichte passenden Titel angekündigt. Abgerundet wird die komplette Gestaltung noch durch ein blutrotes Lesebändchen.

Alleine nur wegen der Optik ließ das Buch mein Herz schon höher schlagen, doch natürlich kommts auch auf den Inhalt an und der versprach ein schaurig schönes Leseerlebnis. Obwohl das Buch schon eine Weile in meinem Regal stand, habe ich mit dem Lesen absichtlich auf die Tage rund um Halloween gewartet, denn hierfür war und ist es einfach die perfekte Lektüre.

Kommen wir zum Inhalt:
Dave Shelton schlüpft in seinem Roman in die Rolle dreizehn komplett unterschiedlicher Menschen und erzählt deren Geschichten. Richtig gruselige Geschichten.
Mal tut er dies in ganz nüchternem Ton, mal verspielt, dann wieder etwas zaghaft.
Ich muss sagen, das mich diese Vielschichtigkeit an Ideen aber auch an verschiedenen Stilen wahrlich positiv überrascht hat. 
Für alle Geschichten wählt Shelton die Ich-Form, so das man sie durch die Augen der Erzählenden erleben kann, was den Gänsehautfaktor, den man zweifellos immer wieder hat, noch verstärkt.

Wenn er mit einer Geschichte endet, dann kehrt er immer wieder erst zurück in die Gegenwart und in die Runde am großen Tisch, die wir in 3. Form durch Jack erleben.

Der sitzt dort, mit immer schwitziger werdenden Händen, da er nicht so recht weiß, was er von all dem halten und vorallem was er selbst erzählen soll. Doch je weiter die Runde voranschreitet desto klarer wird nicht nur ihm, sondern auch mir als Leser, auf was das Ganze hinausläuft.

Ich muss sagen, das mich das Buch wirklich fesseln konnte und ich mich an der ein oder anderen Stelle schon auch gegruselt habe, dennoch muss ich hier einen Kritikpunkt anbringen, der am Ende leider auch zu einem geringen Punktabzug führen wird. Denn die Ausarbeitung der Charaktere konnte mich nicht zufriedenstellen. Sie bleiben, und da ist das Cover wahrlich perfekt gewählt, gesichtslos. Zwar werden sie eingangs kurz beschrieben und es gibt zwischen den Geschichten den ein oder anderen Moment, wo man einen kurzen Blick auf ihre Charakterzüge werfen kann, doch alles ist sehr vage und oberflächlich. Auch der Zugang zu Jack und seinen Gedanken fiel mir deshalb recht schwer. Er war nicht wirklich greifbar. Das fand ich doch sehr schade.

Nichtsdestotrotz fand ich den "13. Stuhl" wunderbar atmosphärisch und düster geschrieben und genau deshalb kann und möchte ich ihn allen Gruselfans gerne empfehlen :) Nicht nur zu Halloween.


Kommentare:

  1. Hallo Ina!

    Da ist ja schon die Rezi :D
    Also mich reizt das Buch jetzt schon. Deinen Kritikpunkt verstehe ich, glaube aber, dass mich das jetzt vielleicht gar nicht so stören würde. Mal schauen - es landet jetzt zumindest mal auf meiner Wunschliste!

    Liebste Grüße, Aleshanee

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Aleshanee,

      ja ich dachte ich bin heute mal fix, bevor die frischen Eindrücke weg sind ;)
      Sehr schön, das freut mich, ich hoffe es darf dann auch bald bei dir einziehen.

      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag.
      Ina

      Löschen
  2. Ich bin ja nicht so der Typ für gruselige Geschichten, aber deine Rezi macht mich neugierig. Es wäre auch ein super Geschenk für meine Blogkolleginnen. Die lieben solche Geschichten!

    Danke fürs neugierig machen!

    LG

    AntwortenLöschen
  3. Danke, für das Kompliment, liebe Ina!

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Ina,

    auf deine Meinung zu dem Buch habe ich mich richtig gefreut. Tja, und jetzt weiß ich, dass es auf die Wunschliste wandern wird. Ich glaube fast, dass mich die etwas nebulösen Figuren in dem Fall gar nicht so stören werden.

    Liebe Grüße,
    Nicole

    AntwortenLöschen