Freitag, 5. Mai 2017

[Lesung] Markus Heitz - Ich folgte dem Ruf der Karten ...

Ich möchte euch gerne ein wenig von der Lesung erzählen und ein paar mehr Infos zu dem Buch geben.
Habt Geduld mit mir, es kann ein wenig dauern. ;)

Durch meine Büchermädels hab ich schon früh erfahren, dass Markus Heitz nach Lüneburg zu einer Lesung zum aktuellen Buch dem Urban- Mystery- Thriller „ Des Teufels Gebetbuch“ mit anschließendem Kartenturnier kommt. Wenn so ein Autor mal in der Nähe ist, darf ich ja nicht fehlen. ;) Markus Heitz habe ich für mich auf der LBM 16 bei der Lesung zu „Aera – Rückkehr der Götter“ entdeckt. Zwar hatte mein Freund das Buch auf seinen Namen signieren lassen, aber ich habe es verschlungen. Schon damals fand ich Markus Heitz mit seinem Humor und seiner Art zu erzählen einfach unterhaltsam.

Also auf ins schöne Lüneburg in die Buchhandlung Lünebuch. Dort holte ich mir mein vorher gewonnenes Kartendeck zum Buch bei dem netten Personal ab. Gaderobe und Getränke (gegen Bezahlung) waren auch vorhanden. Einmal vorweg: Da wir vor der Lesung freundlich und mit Witz daran erinnert wurden , unsere Handys doch nachher beim Rausgehen wieder anzuschalten, damit wir keine wichtigen Anrufe verpassen, habe ich keine Fotos während der Lesung gemacht.

Sobald Markus Heitz sich hinter sein Lesetischchen setzte, wurde es still im Raum. Er wurde einmal kurz vorgestellt ( er war schon mind. zum 4. Mal in Lüneburg) und dann sahen und hörten wir den James-Bond-mäßigen Buchtrailer. Denn wer hinhört, hört zu Anfang und Ende die deutsche Stimme des James Bond, Dietmar Wunder, welcher auch im Video mitspielt. So einen Buchtrailer habe ich auch noch nicht gesehen, aber seht selbst :

Danach stellte sich Markus Heitz selber etwas genauer vor. Doch wer eine schnöde Aufzählung erwartet, ist bei ihm eindeutig falsch. Mit viel Witz und Humor erzählt er davon, wie er seit er 14 Jahre alt ist schon Geschichten im Kopf hat. Diese notierte er in einem kleinen Garfield Notizbuch, welches es noch gibt, doch die Öffentlichkeit nie zu Gesicht bekommen wird. Aber natürlich musste er auch zur Schule wie jeder normale Mensch und machte dort dann sein Abitur. Dort entdeckte er sehr schnell, dass seine Vorlieben in Richtung Sprachen und Geschichte gingen. So studierte er (nach kurzen Besuch bei den grün getarnten Leuten) dann auch Germanistik und Geschichte auf Lehramt. Doch hier merkte er, dass es nicht das ist, was er sein Leben lang machen möchte. Trotzdem machte er den Magister ( Meister klingt doch super), ging dann aber zur Saarländer Zeitung als Journalist.

Nebenbei schrieb er seine Geschichten. Er hatte auch ein paar Veröffentlichungen, bevor er dann dank den „Herr der Ringe“ Filme 2003 mit der „Die Zwerge“ Reihe erfolgreich wurde und den Journalisten Job an den Nagel hängen konnte. Seitdem erschienen über 40 Romane in verschiedenen Genres, meist Fantasy oder Mystery Thriller, aber auch Space Fiction (nicht Science Fiction!, denn er hat Chemie und Physik ja schon früh abgewählt ;D ).
Er erzählte uns auch, dass er jeden Morgen aufstehe und mindestens 5 Din A4 Seiten des aktuellen Projektes schreibe. Jeden Tag ! (Er schätzt seine Arbeitszeit auf ca 80 h die Woche mit Ploten etc.)
Er schwört übrigens auf Schwarztee um aktiv zu bleiben. ;)
Ein Entwicklungsprozess eines Buches dauert circa 6 Monate, von Entstehung bis in den Handel.

Nach der etwas längeren und sehr unterhaltsamen Einführung zu ihm (ich hatte Tränen in den Augen vor Lachen), erklärte er noch kurz, wie er auf das Thema Karten gekommen sei.

Eigentlich ganz einfach. Während er schon sehr lange und gerne verschiedene Kartenspiele spielte, schaute er irgendwann mal eine Karte an, die ihm nichts Gutes brachte und dachte : „Wo kommst du eigentlich her , du Stück?“ Und so machte sich sein historisch interessierter Teil auf die Suche nach der Historik der Karten und kam irgendwo im Mittelalter an. Bei seiner Recherche stieß er auch auf „Des Teufels Gebetbuch“, denn so wurden die Karten damals gerne von der Kirche genannt, da sie nicht viel Gutes brachten. Illegale Spiele, Sucht, Hass, alles böse Laster, die Kirche und auch der Staat nicht hinnahmen und so zeitweise das Kartenspiel verboten oder sogar verbrannten. Später wurde es wieder eingeführt, aber nur mit Steuern. Noch mehr Infos zu der Historik, findet ihr im Anhang des Buches, welcher gute 40 Seiten beträgt. (Würde hier jetzt aus dem Rahmen fallen)


Insgesamt las Markus Heitz 3 Abschnitte aus dem Buch vor.

Zum einen einen über den ersten Hauptprotagonisten Tadeus Boch, Ex – Pokerspieler und derzeit Angestellter in einem Casino in Baden- Baden als Aufpasser. Mittlerweile knapp 50 Jahre alt ist Tadeus sehr viel in der Welt rumgekommen in seiner aktiven Zeit als Spieler und hat so einiges erlebt und gelernt. Leider kann er sich dank der Reaktion der verschiedenen Substanzen, die er so konsumiert hat, häufig nicht daran erinnern. So kann er Sprachen fließend sprechen und verstehen, von denen er es nicht mal ahnte und trifft alte Bekannte wieder, die gar nicht so bekannt sind.
Durch einen russischen Oligarchen Sohn, den er aus dem Casino schmeißen soll, gerät er auf eine illegale Spielrunde, nur als Berater, bei der auch Supérieur gespielt wird. Die historische Variante !
Was Boch nicht weiß, die historische Variante bedeutet, dass der der die Pik Ass Karte zieht, sich selber umbringen muss oder getötet wird.
Auf der Spielrunde trifft Tadeus einen „alten Bekannten“ wieder, der ihm nach einem Vorfall (mit dem Kartenspiel, der Pik Ass, einem Fenstersturz und Waffen) eine historische Spielkarte gibt. Diese Spielkarte ist nicht wie alle anderen und scheint zu Boch zu „singen“. Boch nimmt sich vor diese zu schützen. Komme was wolle! (Und Markus Heitz schloss den Abschnitt, wie jeden folgenden mit den Worten ab: „Aus dramaturgischen Gründen kann und werde ich jetzt nicht weiterlesen. Wie es weitergeht kann man dann im Buch nachlesen.“ )

Im zweiten Abschnitt lernen wir Hyun Poe kennen. Trauernde Witwe eines Verlierers bei Superieur.
Sie sucht nach dem Mörder ihres Mannes und gerät auch auf die illegale Spielrunde. Dort wird nach einigen Geschehnissen leider der russische Oligarchen Sohn ermordet. Mit der Waffe, die sie mitgebracht hatte.
Daraufhin „lädt“ der Vater Miss Poe nach Russland zum Gespräch ein. Dieses verläuft etwas anders als gedacht und am Ende glaubt er Miss Poe, dass sie seinen Sohn nicht ermordet hat. Doch soll Miss Poe zurück nach Deutschland und dort ermitteln, wer der Mörder ist und er hilft ihr den Verdacht von ihr abzuwenden.

Nun reisen wir im 3. Abschnitt in die Vergangenheit ins Jahre 1768 nach (Überraschung!) Leipzig. Eigentlich wollte Markus Heitz diesmal Leipzig wirklich rauslassen, aber nach der Recherche hat es sich einfach aufgedrängt. Denn dort befindet sich der uns bekannte Goethe mit seinen Studiosi und die bekannten Kartenhersteller Breitkopf. Hinzu kommt der begabte Kupferstecher Bastian Kirchner, der den Auftrag von einem düsteren Gesellen namens Dietrich bekommt, ihm doch ganz besondere Spielkarten anzufertigen. Dies war damals jedoch illegal, doch schlägt er Kirchner einen Pakt vor. Doch mit wem Kirchner diesen geschlossen hat, ist ihm nicht ganz klar.

Das sind im Grunde genommen die Haupterzählstränge des Buches, doch werden wir auch immer wieder Personen begegnen, die in Berührung dieser besonderen Karten kamen.

Nach der Lesung gab es eine kleine Fragerunde, wo nur wenige Fragen aus dem Publikum kamen, da Markus Heitz aber eigentlich auch alles wichtige um das Buch erzählt hatte.

Aber eine wichtige Frage für Leser von Markus Heitz seinen Büchern war, was denn demnächst so komme.
    • Spezifisch auf „Aera – Rückkehr der Götter“ bezogen, meinte er, es wäre viel zu schade das nicht weiter zuspinnen, denn es mache zu viel Spaß, aber es gäbe andere Projekte, die es erst einmal verdient haben in die Öffentlichkeit zu kommen. Also muss ich mich noch gedulden, bis ich weitere Geschichten um den Interpol – Ermittler Malleus Bourreau lesen darf.
    • Im Sommer erscheint erst einmal „Wédora 2 – Schatten und Tod“ (ET: 21.08.2017).
    • Am nächsten Projekt, welches im Frühjahr nächsten Jahres kommt, ist er aktuell am schreiben. Ist aber noch geheim.
    • Mit Corvus Corax zusammen hat er eine neue Geschichte entwickelt „Der Fluch des Drachen“, mit der die Band Nov / Dez auf Geschichten Erzähltour gehen
    • Mit den Blind Guardian tüfftelt Markus Heitz an einem Orchesterprojekt, was auch immer näher rückt
      Auf die Frage, wie man am besten seinen eigene Roman an den Mann bekommt, verweist er auf seine Website, wo er Tipps dazu gibt. Er empfiehlt aber immer es erst bei Verlagen zu versuchen, bevor man ins Selfpublishing geht.


      Da alle Fragen gestellt wurden, eröffnete Markus Heitz die Signierrunde. (Da hab ich doch glatt um ein Bild gebeten :D)

      Während dessen wurden die Stühle weggeräumt und dort eine Spieltafel aufgebaut, damit danach 8 ausgeloste Spieler um ein Buchpaket und limitiertes Kartenspiel zum Buch spielen können. Gespielt wird Supérieur, natürlich in der harmlosen Variante.

      Da das Austeilen der Spielchips etwas länger dauerte, die Lesung erst um 20 Uhr begonnen hatte und ich noch eine Stunde im Dunkeln nach Hause fahren musste, habe ich mich doch dann verabschiedet und dem Kartenturnier nicht mehr beigewohnt.

      Ich habe die Lesung sehr genossen. Markus Heitz schafft es noch so trockene historische Fakten ( ich war nie ein großer Fan von Geschichte in der Schule) hummervoll und witzig zu verpacken, sodass man mal herzlich loslachen oder aber auch nur Schmunzeln muss. Für die, die das Buch schon gelesen haben ( wie mich) gibt es die ein oder andere Andeutung, die die (Noch)Nicht Leser des Buches doch neugierig machen. Selbst beim Signieren ist er nicht um einen Spruch verlegen.


      MEINE REZENSION ZUM BUCH FINDET IHR >HIER<
      So wer jetzt hier unten angekommen ist,bekommt ein Fleißbienchen von mir, 
      denn der Bericht ist doch etwas ausgeartet :D

      Eure

      Kommentare:

      1. Hallo und guten Tag,

        Danke für den interessanten Bericht von einer Lesung.

        LG...Karin...

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        1. Danke ...schön das die der Bericht gefällt ;)
          LG Julia

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