Dienstag, 9. Mai 2017

[Rezension] Das Glück hat vier Farben

- Gebunden -

Autorin: Lisa Moore
Übersetzt von Maren Illinger
Verlag: Sauerländer

Erscheinungsdatum: 27. April 2017
Originaltitel: Flannery

ISBN-13: 978-3737354806
Seitenzahl: 368 Seiten
Reihe: nein

Preis: 16,99€

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Seit sie denken kann, ist die sechzehnjährige Flannery in Tyrone verliebt. Aber wann genau ist aus ihrem Sandkastenfreund ein Rebell und der coolste Junge der Schule geworden? Flannery, die sich oft in den Erinnerungen daran verliert, wie einfach früher alles war, beobachtet mit Erstaunen, wie die Welt um sie herum immer schneller kreist. Doch dann kommt ihr für ein Schulprojekt eine folgenreiche Geschäftsidee: Sie fertigt Liebestränke für die Mitschüler an – und ein regelrechter Hype wird ausgelöst. Plötzlich geht das Gerücht um, dass die bunten Mixturen tatsächlich wirken ...


Dieses Buch ist einfach rundum perfekt, ich habe nichts zu bemängeln, noch nicht einmal Kleinigkeiten. Man könnte es direkt 1:1 verfilmen, haha, so viel Spaß hat dieses Buch gemacht.

Und das obwohl hier eine ganze Bandbreite an Gefühlen, Problemen und Themen abgehandelt wird. Aber vielleicht ist es gerade deshalb so gut, weil jeder Leser, der zu diesem Buch greift, auf Dinge stoßen wird, die er auf sein eigenes Leben projizieren kann.

Da gibt es zum Beispiel die Konflikte zwischen Flannery und ihrer Mutter Miranda. Ganz alltägliche Dinge, aber auch Vorwürfe von Seiten der Tochter, denn Miranda ist alleinerziehend und lebt von der Sozialhilfe, was sich natürlich auf Flannery auswirkt. Nicht mal ein Biobuch ist drin, stattdessen neigt Miranda dazu, das Geld für unnützen Kram aus dem Fenster zu werfen. Die Rollen der Beiden sind ziemlich häufig vertauscht und das geht Flannery gehörig auf die Nerven, weil sie einfach das sein will, was sie ist: Ein Teenager !

Hinzu kommt der Wunsch nach einem Vater, denn ihren eigenen hat Flannery nie kennen gelernt und andere Männer, die sie vielleicht als Ersatz hätte akzeptieren können, sind längt passé.

Trotz dieser zwei Punkte ist das Band, das sie mit ihrer Mutter und ihrem Bruder verbindet, ein sehr sehr Starkes. Die Drei halten zusammen wie Pech und Schwefel, da passt kein Blatt Papier dazwischen und das ist wunderbar zu sehen. So sollte Familie sein, auch wenns nicht immer leicht ist.

Weiterhin geht es um Veränderung. In Flannerys Leben, in Bezug auf ihre Freundschaften, auf Leute die sie schon lange kennt. Das Leben bringt immer wieder Umstände hervor, die dazu führen können, das sich Leute vielleicht von einem abwenden, auch wenn man die Gründe nicht direkt deuten kann. So geht es Flannery in Bezug auf ihre beste Freundin Amber, die plötzlich einen Freund hat und zu cool für Flannery und deren Probleme ist. Dabei brodelt auch bei Amber deutlich mehr unter der Oberfläche, als für ihre Umwelt zu sehen ist.

Naja und um das ganze Gefühlswirrwarr noch so richtig kompliziert zu machen, ist Flannery auch noch in Tyronne verknallt, der allerdings auch nicht mehr der Junge ist, den sie einst so gut gekannt hat. Sie verrennt sich da in falsche Vorstellungen, sieht immer noch den kleinen Jungen vor sich, mit dem sie früher im Garten Zaubertränke aus Gras und Blumen gemixt hat. Doch der echte Tyronne hat ein ziemlich vermurkstes Leben und jede Menge Probleme. Einzig positiver Aspekt an ihrer Verliebtheit: Er bringt Flannery für ihr Wirtschaftsprojekt auf die Idee mit den Zaubertränken, die im Klappentext angesprochen werden und die, obwohl sie doch eigentlich keine Wirkung haben, eben doch eine besondere Magie entfalten.

Ich mochte dieses Buch wirklich wirklich sehr. Hab ich schon erwähnt, ne ?!

Dies ist nicht nur dem Plot geschuldet, sondern auch den wirklich ganz liebevoll gezeichneten Protagonisten, allen voran natürlich Flannery, die uns in ihr Leben und ihre Gedanken Einblick gewährt. Immer wieder lösen bestimmte Szenarien oder Momente Flashbacks bei ihr aus, in denen sie sich sehr ausgeprägt an die Vergangenheit erinnert. Das fand ich als Leserin sehr spannend und es brachte mir Flannerys Sehnsüchte, Wünsche und Ängste noch näher. Ich konnte mich wirklich voll und ganz in sie hineinversetzen.

Der Schreibstil:
Ein weiterer Pluspunkt; denn er ist gespickt mit unglaublich viel Wortwitz und unterhaltsamen Metaphern, liest sich leicht, flüssig und ist überraschend packend, so das man förmlich durchrauscht, durch die Geschichte.

Für mich war "Das Glück hat vier Farben" ein wirklich gelungenes Jugendbuch, ja sogar ein echtes Highlight und genau deshalb möchte ich es Euch unbedingt ans Herz legen, sofern ihr für dieses Genre offen seid !


Kommentare:

  1. Oh wow. Deine Begeisterung schwappt gerade komplett zu mir rüber. Muss ich haben, unbedingt! Du hast das so toll und mitreißend beschrieben.
    Liebe Grüße
    Alex

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    1. Liebe Alex,

      Danke, das freut mich sehr :) Jaja, da ists wieder mit mir durchgegangen, aber es ist schön das es so gewirkt hat, das du Lust auf das Buch bekommen hast :D Lies es unbedingt,es ist toll.

      Gruß Ina

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  2. Hey Ina,

    mich konnte das Buch leider nicht ganz so überzeugen, aber das lag wohl eher daran dass ich einfach nicht richtig reingefunden habe. Doch deine Rezi zeigt, wie unterschiedlich empfindungen sein können und ich freue mich sehr, dass du solch einen Spaß beim Lesen hattest. :)

    Liebe Grüße,
    Ruby

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