Samstag, 6. Mai 2017

[Rezension] Ich, Eleanor Oliphant

- Gebunden -

Autorin: Gail Honeyman
Übersetzt von Alexandra Kranefeld
Verlag: Bastei Lübbe

Erscheinungsdatum: 24. April 2017
Originaltitel: Eleanor Oliphant is completeley fine

ISBN-13: 978-3431039788
Seitenzahl: 528 Seiten
Reihe: nein

Preis: 20,00€

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Eleanor Oliphant ist anders als andere Menschen. Eine Pizza bestellen, mit Freunden einen schönen Tag verbringen, einfach so in den Pub gehen? Für Eleanor undenkbar! Und das macht ihr Leben auf Dauer unerträglich einsam. Erst als sie sich verliebt, wagt sie sich zaghaft aus ihrem Schneckenhaus - und lernt dabei nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst noch einmal neu kennen.
Ich habe echt ein Faible für außergewöhnliche Geschichten und etwas skurrile Protagonisten. Genau deshalb fühlte ich mich von Gail Honeymans Debütroman auch sofort angezogen, als ich zum ersten Mal den Klappentext las.

Eleanor ist Ende 20 und sie ist echt schräg. Eigentlich schon ein wahnsinnig guter Grund, warum ich sie mögen müsste. Doch Eleanor hat so viele Eigenheiten, das sie selbst mir schon fast zu viel des Guten sind. Aber vielleicht erstmal von vorn. Die Gute arbeitet in einem Büro, sie mag ihre Kollegen nicht besonders, was auf Gegenseitigkeit beruht. Eleanor hat außerdem keine Freunde und obwohl sie keinen eigentlichen Lebensinhalt hat, ist ihr Tagesablauf straff durchorganisiert. Sie isst am liebsten Pasta, denn da macht das Zubereiten keine Umstände und das Wochenende übersteht sie am Besten, wenn sie sich genug Wodka reinkippt. Ansonsten sinniert sie über ihre Umwelt und führt Gespräche mit sich selbst. Es ist ja sonst auch niemand da.

Doch dann ändert sich plötzlich alles, als sie auf einem Konzert, für das sie die Karten gewonnen hat, dem Sänger verfällt. Sie ist Feuer und Flamme und komplett davon überzeugt, das er die Liebe ihres Lebens sein wird. Eleanor blüht auf und macht komplett verrückte, für sie völlig untypische Dinge, wie eine Pizza bestellen, Kochen lernen, und so weiter. Für normale Menschen, völlig normale Dinge eigentlich.

Diese Veränderung mit anzusehen, war einerseits absolut köstlich und amüsant, aber andererseits hat es mich auch sehr traurig gemacht und ich habe mich schon gefragt wie es so weit kommen konnte, das Eleanor erst so alt werden muss, um mit dem Leben zu beginnen. Was ist denn da nur schief gelaufen ?

Ich begleite sie also auf 528 Seiten dabei, wie sie selbst durch ihr seltsames Leben stolpert und sich ganz unsicher und zaghaft aus ihrer Einsiedlerhöhle traut, was nicht zuletzt Raymond geschuldet ist, der sich in Eleanors Augen vom komischen Kauz zum besten Freund entwickelt.

Im Verlauf der Geschichte erfährt man, wie es zu diesem einsamen Leben gekommen ist, was sicher interessant gewesen wäre, wenn Gail Honeyman die Umsetzung etwas spannender gestaltet und besser durchdacht hätte. Es werden so viele wichtige Themen angeschnitten, die dann sehr oberflächlich abgehandelt werden und wenn ich ehrlich bin, dann passierte auch viel zu wenig, um mich am Lesen zu halten.

Immer wieder habe ich das Buch zur Seite gelegt und musste mich stellenweise regelrecht dazu zwingen weiterzulesen. Wäre das Buch kein Leserundenbuch gewesen, dann weiß ich nicht, ob ich wirklich bis zum Ende durchgezogen hätte, denn fesseln konnte es mich eben nur bedingt und auch amüsiert hat es mich eigentlich nur am Anfang.

Die Ansätze waren zweifelsohne gut, aber als Gesamtes konnte mich Eleanors Geschichte nicht so wirklich überzeugen, obwohl ich die Geschichte wirklich mögen wollte.

Kommentare:

  1. Hallo Ina,

    vielen Dank für deine sehr aufschlussreiche Rezension. Der Klappentext des Buches hatte mich auch sehr angesprochen und ich wollte es eigentlich gerne auf meine Wunschliste packen, um es mir zuzulegen. Allerdings werde ich mir das nun nochmal überlegen, denn ich kann es nicht wirklich leiden, wenn solche wichtigen Themen nur oberflächlich angerissen werden. Lieber weniger und dafür dann richtig.


    Drachige Grüße
    Noctana von Drachenleben

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  2. Hey Ina,

    ich habe das Buch erstmal beiseite gelegt, denn ich komme einfach nicht richtig rein. Die Schreibweise packt mich nicht so und bisher war es mir einfach zu ruhig und leider auch sehr ziehend. Mal schauen, wann ich wieder zu greifen werde. :)

    Liebe Grüße,
    Ruby

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  3. Liebe Ruby,

    Oh je :( Das ist alles andere als schön, aber ich kann das voll und ganz nachvollziehen, ich brauchte auch mehrere Pausen. Superschade eigentlich. Hoffe das es dich vielleicht doch noch fesseln und begeistern kann.
    Bei mir hats ja leider nicht geklappt :-/

    Liebe Grüße Ina

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  4. Huhu!

    Das Buch hatte ich in der Buchhandlung schon mehrmals in der Hand, und eigentlich liebe ich Bücher mit schrägen Hauptfiguren ja auch sehr.

    Ich habe inzwischen schon sehr unterschiedliche Meinungen zu diesem Buch gehört, aber deine Kritikpunkte klingen sehr schlüssig. Ich glaube, ich werde mir das Buch irgendwann mal aus der Onleihe ausleihen, statt es mir zu kaufen, dann ist es nicht so schlimm, wenn ich irgendwann feststelle, dass es mich auch nicht so überzeugt.

    Ich habe deinen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt!

    LG,
    Mikka
    mikka@mikkaliest.de

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  5. Hey :-)
    Schade, dass das Buch dich letztendlich doch nicht ganz überzeugen konnte.
    Ich habe es auch gelesen und fand es wirklich gut aber Geschmäcker sind ja verschieden und ich kann deine Kritikpunkte nachvollziehen.
    Wie du schon schreibst fand ich es auch sehr traurig, dass sie erst mit 30 überhaupt so viele für uns normale Dinge des Lebens für sich entdeckt. Das ist einfach so schade vor allem wenn man sich bewusst macht, dass es so Menschen ja wirklich gibt :-(
    Vor allem auch, dass man vielleicht manchmal "doof" über jemanden denkt obwohl man gar nicht weiß, was los ist. Ich bin zwar niemand der voreilig über wen herzieht oder sonstiges aber man erwischt sich doch ab und an mal bei dem Gedanken, dass jemand sich komisch verhält und hinterfragt das aber gar nicht. Da hat mir das Buch auf jeden Fall einen Denkanstoß gegeben.

    Liebe Grüße,
    Anika

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