Mittwoch, 26. Juli 2017

[Rezension] FANGIRL

- Gebunden -

Autorin: Rainbow Rowell
Übersetzt von
Verlag: Hanser Literaturverlage

Erscheinungsdatum: 24. Juli 2017

ISBN-13: 978-3446257009
Seitenzahl: 480 Seiten
Reihe: nein

Preis: 18,00€

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Die Zwillinge Cath und Wren sind unzertrennlich, bis Wren beschließt, dass ihr Jungen und Partys wichtiger sind als das gemeinsame College-Zimmer. Ein harter Schlag für Cath, die sich immer weiter in ihre Traumwelt zurückzieht: Beim Lesen und Schreiben von Fanfiction lebt sie ihre Vorstellungen von Liebesbeziehungen aus. Mit Erfolg – Tausende Leser folgen ihr. Doch als Cath dann Nick und Levi näher kennenlernt, muss sie sich fragen, ob sie nicht langsam bereit ist, ihr Herz echten Menschen zu öffnen und über Erfahrungen zu schreiben, die größer sind als ihre Fantasien.

Seit über einem Jahr kreuzt FANGIRL nun schon meinen virtuellen Weg auf diversen Social Media Plattformen. Ein Jahr lang habe ich immer wieder überlegt ob ich mir die englische Ausgabe nun kaufen oder es doch lieber erst einmal lassen soll. Der Hype um dieses Buch war RIESIG.
Als es dann im Frühjahr hieß, das das Buch nun auch endlich auf Deutsch erscheinen wird, da war meinerseits also ziemlich schnell entschieden: LESEN !

Und so hab ich es mir nun am letzten Wochenende gemütlich gemacht und bin abgetaucht in die Welt von Cath, Wren und Simon Snow.

Cath und Wren sind Zwillinge und waren bisher immer unzertrennlich. Dies soll sich ändern, denn Wren möchte endlich einmal unabhängig sein und versuchen ihren eigenen Weg zu finden und dies erwartet sie auch von Cath. Wenn es allerdings nach ihr ginge, dann würde sich niemals etwas verändern. Cath lebt in ihrer eigenen Welt, in der es kaum Raum für Dinge gibt, die nicht mit "Simon Snow", dem Helden ihrer Lieblingsbücher zu tun haben. Cath ist besessen, sie liebt die Bücher, kennt die Filme auswendig und ihre wohl größte Leidenschaft neben Snow selbst, sind die Fanfictions die sie über ihn schreibt.

Sie ist so sehr in dieser Welt gefangen, das sie gar nicht merkt, wie viel LEBEN sie eigentlich verpasst, bis Reagan, ihre Mitbewohnerin, deren Freund Levi und Nick auftauchen und ihr zeigen, das das Leben mehr zu bieten hat, als eine Traumwelt.

Rainbow Rowell hat mit FANGIRL; übrigens der erste Roman den ich von ihr gelesen habe, obwohl Eleanor & Park seit gefühlten zwei Jahren im Regal stehen; einen süßen Coming-of-Age Roman geschaffen, der mich sehr gut unterhalten hat, dem der weltweite Hype meiner Meinung nach jedoch nicht gerecht wird.

Warum das so ist, dazu komme ich direkt.

Im Wesentlichen dreht sich die Geschichte um Cath, die sich dringend von ihrer Schwester abnabeln muss. Bisher haben die beiden ihr komplettes Leben miteinander verbracht und ich möchte zwar nicht behaupten, das sie deshalb keine eigenständig denkenden Persönlichkeiten sind, aber Cath hat sich schon immer sehr an ihrer Schwester orientiert und muss dringend ihren eigenen Weg finden. In gewisser Weise haben mich manche ihrer Charakterzüge an mich selbst erinnert. Wo Wren die offene, lebhafte und quirlige Schwester ist, ist Cath eher introvertiert. Sie umgibt sich nicht gerne mit Menschen, schon gar nicht mit Fremden, sie hat einige Macken und ist in vielen Dingen unsicher. Einzig beim Schreiben ihrer Fanfictions geht sie auf und kommt komplett aus sich heraus.
Als sie nun ans College kommt, da muss sie sich einigen Herausfoderungen stellen. Zum einen ist da das Abnabeln von Wren; sie muss aber auch ihre Ängste überwinden. Hierbei bekommt sie unerwartete Hilfe von ihrer Mitbewohnerin Reagan, die am Anfang ganz schön zickig rüberkommt, aber eigentlich das Herz auf dem rechten Fleck hat. Immer in deren Nähe ist Levi, der immer lächelt, den alle zu mögen scheinen und der, warum auch immer, ständig im Zimmer der Mädchen abhängt und der früher oder später ziemlich irre Gefühle in Cath weckt und sie aus ihrem Schneckenhaus und vom PC weg lockt.

DER NÄCHSTE ABSATZ KÖNNTE LEICHTE SPOILER ENTHALTEN !

Mir gefiel die Geschichte gut, doch leider hat die Autorin, für meinen Geschmack, den Fehler gemacht, zu viele Themen in die Geschichte einzubringen, die sie nur mäßig umgesetzt und aus- bzw. zu Ende geführt hat. Da gibt es zum Beispiel Probleme mit dem Vater, der schon immer in seinem Job aufgegangen ist, der sich aber damit auch gerne übernimmt und dann manische Verhaltensweisen an den Tag legt. Als seine Töchter ausziehen kommt er alleine nur schlecht zurecht. Dann ist da das Problem mit der Mutter, die Rowell als den Buhmann darstellt. Sie hat ihre Töchter verlassen, weil sie sich überfordert fühlte, taucht nun, nach Jahren, aber wieder auf und spaltet ihre Töchter in zwei Lager. Was mich hieran störte war, das sie im Verlauf einfach wieder verschwindet und keine wirklich bedeutende Rolle mehr spielt. Ja klar, man kann jetzt auch zwischen den Zeilen lesen und sich am Ende ausmalen, wie es wohl mit dem Verhältnis zwischen ihr und ihren Töchtern weitergeht, für die Rahmenhandlung hat diese ganze Mutter-Tochter-Geschichte nach meinem Empfinden aber überhaupt keinen Mehrwert.

*****

Ein weiterer Punkt der mich schon regelrecht genervt hat, war Simon Snow ! An und für sich fand ich die Idee mit der Fanfiction ganz gut, auch wenn ich selbst mit solchen Dingen überhaupt nichts anfangen kann. Was mich hierbei aber störte waren mehrere Dinge. Zum Einen hat mich die Geschichte von Simon Snow unglaublich an Harry Potter erinnert. Zum Anderen fand ich die Passagen die Cath im Buch vorliest oder die am Ende eines jeden Kapitels stehen viel zu lang und irgendwie auch überflüssig. Klar, Cath lebt für diese Bücher und deren Figuren, aber ich fand die Abschnitte einfach uninteressant, weil sie keine komplette Geschichte ergeben. Schwierig und zwar richtig.

Hätte die Autorin an den Ausschnitten aus Simon Snow und der Fanfiction ein wenig gespart und stattdessen mehr Informationen und Bemühungen in die Problembewältigung der einzelnen Protagonisten investiert, dann hätte mich das glücklicher gemacht.

Was mir  sehr gut gefallen hat, war die zarte Liebesgeschichte zwischen Cath und "Verrate ich nicht", ihre Entwicklung ansich und auch die Authentizität der Protagonisten die ich wirklich alle sehr gerne mochte, eben weil sie so echt und lebendig wirkten.

Auch der Schreibstil war prima. Leicht und flüssig zu lesen, unaufgeregt aber doch so packend das ich immer wissen wollte wie es weitergeht und wie sich alles entwickelt. 

Ihr merkt schon, ich bin in meiner Meinung ein wenig zwiegespalten. Es fällt mir auch wirklich schwer das Buch zu bewerten, denn ich bin weder so begeistert wie viele andere Leser und Blogger, ich bin aber auch nicht sonderlich enttäuscht, denn ich hatte wirklich tolle und amüsante Lesestunden. Ich denke ich bin nur einfach mit falschen Erwartungen an das Buch herangegangen, eben weil es im Vorfeld diesen Wahnsinns-Hype gab.

Nach langem Gedankenwirrwarr tendiere ich zu 3,5 Cupcakes. Da es in der Bakery aber keine halben Sachen gibt entscheide ich mich für sehr gute



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Begeisterte Stimme:

Kommentare:

  1. HI Ina,

    ich habe das Buch noch nicht gelesen, habe aber auch schon einige begeistere Rezis mit bekommen. Ich habe dafür aber auch den Hype nicht so mitgekriegt und gehe daher neutral an das Buch ran. Ich lasse dich wissen, ob das was geholfen hat :-D

    Liebe Grüße
    Desiree

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  2. Ah, da hast du ja auch noch begeisterte Stimmen gefunden. Ich hatte bisher nur Rezensionen gelesen, die ähnlich wie wir empfunden haben. Danke fürs Verlinken!

    Liebe Grüße,
    Mona

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  3. Also Ina.. Du machst mir jetzt nicht gerade Mut.. Ich habe das Buch vor ein paar Tagen auf Englisch angefangen (und ich lese privat fast nie auf Englisch..). Bisher ist es okay, aber es reißt mich nicht so richtig mit..
    Mal gucken, ob ich mich da bis zum Ende durchquäle..

    Liebe Grüße
    Meiky

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    1. Huhu Meiky,

      Ach nein. Lass dich nicht verunsichern. Ich fands ja doch sehr süß, aber es war einfach anders als erwartet. Trotzdem hab ichs gern gelesen und hoffe sehr das du noch Gefallen daran findest.

      Liebe Grüße Ina

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  4. Hallo Ina,
    das ist immer das Problem mit Hype Bücher, man liest sie mit einer wahnsinns Erwartung das man jetzt quasi weggepustet wird von so einem bombastischen Inhalt, der ja schon gefühlte Millionen Leute begeistert hat und dann klappt man das Buch zu und denkt sich...naja...war okay.
    Man kann sich unfreiwilliger Beschallung mit dem Hype über Social Media ja leider nicht entziehen, aber ein bisschen schade ist es natürlich trotzdem immer :D
    Zum Glück hat dir das Buch ja trotzdem einigermaßen gut gefallen :) jetzt bin ich mal gespannt wie das bei mir aussieht wenn ich es demnächst lese haha :D
    Liebe Grüße,
    Hannah

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  5. Hallo Ina,

    das Buch interessiert mich sehr, weil ich "Eleanor & Park" gelesen habe und es großartig fand. Andrerseits finde ich es gut, dass du meine Erwartungshaltung nun etwas zurückgeschraubt hast. Ich werde mal abwarten, ob es mir noch in die Finger kommt.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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  6. Hey Ina (nochmal ich ;) )

    Ich habe das Buch auch letztens beendet und bin auf eine ähnliche Bewertung gekommen: der Hype ist nicht gerechtfertigt, aber trotzdem hat mich das Buch unterhalten. Auch wenn ich teilweise andere Gründe hatte, bin ich am Ende auch auf 3,5 Sterne gekommen.

    Liebe Grüße
    Jacki von Liebedeinbuch

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  7. Hey Ina,

    ich mochte die Story von Fangirl unheimlich gerne und selbst Simon Snow hat mich in dem Sinne gar nicht gestört gehabt, wobei ich es auch nicht zu 100% intensiv verfolgt habe. Diese Entwicklung der Verliebtheit, die gefühlvolle und flüssige Schreibweise, sowie die insgesamt sehr schöne Umsetzung konnte mich durchaus begeistern. Das Zusatzbuch, welches sich nur um Simon Snow kümmert hat mir hingegen leider so gar nicht gefallen -.-

    Liebe Grüße,
    Ruby

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