Samstag, 30. Dezember 2017

[Rezension] Winger

- Hardcover -

Autor: Andrew Smith
Übersetzt von Hans-Ulrich Möhring
Verlag: Königskinder

Erscheinungsdatum: 29. September 2016

ISBN-13: 978-3551560278
Seitenzahl: 464 Seiten
Reihe: nein

Preis: 19,99€

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Wenn man Ryan Dean West heißt, Klassenbester und dazu noch zwei Jahre jünger als alle anderen ist, wird einem der Kopf manchmal ins Klo gehängt. Aber Ryan Dean hat größere Sorgen: Wie soll er verhindern, dass sein neuer Zimmergenosse im Internat ihn nachts erwürgt? Noch wichtiger: Wie soll er Annie, die er wahnsinnig liebt, davon überzeugen, dass er nicht zu jung für sie ist? Ohne seinen Freund Joey aus dem Rugby-Team wäre dieses Schuljahr die Hölle. Dass Joey schwul ist, ist Ryan Dean völlig egal. Schließlich liebt er Joey. Auf total unschwule Art, versteht sich. Dann passiert das Undenkbare. Und Ryan Dean West begreift, was wirklich wichtig ist.


Winger war immer so ein Königskind, bei dem ich nicht wusste, ob ich es jetzt unbedingt lesen will oder ob es noch ein bisschen warten kann. Das lag wohl hauptsächlich daran, das mich Internatsgeschichten in letzter Zeit ein wenig abschrecken.

Doch wie immer im Königskinder-Universum sind und waren Bedenken völlig unbegründet, ich glaube es gibt einfach kein Königskind, das mich nicht auf die eine oder andere Art berührt, auch wenn natürlich nicht alle gleich gut für mich sind.

Winger, der eigentlich Ryan Dean West heißt, ist 14 Jahre alt, seinen Mitschülern im Internat um zwei Jahre voraus. Er liebt den schwulen Joey auf völlig unschwule Art, hat mit seinen Hormonen und den großen, schweren Jungs zu kämpfen.

Für mich war er in seiner Art so ein typischer Teenager, wie ich ihn gerade selbst zuhause habe, weshalb ich mich ziemlich gut auf ihn einlassen konnte. Durch Andrew Smith' sehr lässigen und unkomplizierten Schreibstil und der gewählten Ich-Erzähler-Form kann man außerdem ganz gut in seine Gedanken eintauchen.
Ich finde, das Andrew Smith die Charakterzeichnung hier sehr gut gelungen ist, denn Winger hat immer wieder innere Konflikte auszufechten, muss mutig und überlegt handeln, neigt aber auch immer wieder zu Handlungen bei denen ich mit dem Kopf schütteln musste oder ich ihn hätte anschreien wollen. Typischer Teenager eben.

Das Buch liest sich wirklich unglaublich gut weg, auch wenn mir das bis ins Unermüdliche verwendete F-Wort ziemlich auf den Zeiger ging. Cool fand ich, das im Buch immer wieder Zeichnungen im Comic-Stil auftauchen, die die Geschichte abrundeten und auflockerten. Auch die Themen, mit denen sich Andrew Smith hier auseinandersetzt fand ich sehr zeitgemäß, wichtig und passend gewählt. Es geht nicht nur darum, seinen Platz im Leben zu finden und die Pubertät mit all ihren Tücken zu überstehen, sondern es geht auch um ernste Themen wie Mobbing und Homosexualität, was hier beides komplett zusammenhängt.

Was mich gestört hat, war, das am Ende einige Dinge, die absolut schockierend sind, zu schnell und für meinen Geschmack zu leicht und oberflächlich abgehandelt wurden, was ich schade fand.

Alles in allem ist Winger jedoch mal wieder ein empfehlenswertes Königskind, auch wenns für mich dieses Mal kein komplett perfektes Leseerlebnis war.



Kommentare:

  1. Huhu Ina.

    Ist das Buch abgeschlossen, oder lässt es einen mit einem Cliffhanger zurück?
    Weil im englischen gibt es noch einen 2. Band (Stand-Off), deswegen hab ich diesen Band noch nicht gelesen. Mag ungern beginnen wenn ich es dann evtl. gar nicht abschließen kann ... hmm

    LG Diana

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  2. Hey Ina,

    dein Einstieg "Winger war immer so ein Königskind, bei dem ich nicht wusste, ob ich es jetzt unbedingt lesen will oder ob es noch ein bisschen warten kann." spricht mir aus der Seele! Ich war da auch immer unentschlossen, ob es nun was ist oder nicht, aber letztendlich habe ich es mir gekauft und möchte auch den für mich eher unscheinbaren Kökis eine Chance geben. Und deine Rezension dazu macht mir auf jeden Fall Mut. :)

    Alles Liebe,
    Anna

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