Mittwoch, 21. Februar 2018

[Thementage] MEIN LEBEN oder Ein Haufen unvollkommener Momente - Tag 1


Ihr Lieben,

ich begrüße Euch ganz herzlich zu den ersten Thementagen in der Bakery.

In den kommenden drei Tagen wird sich hier alles um den ersten, großartigen Jugendroman des Amerikanischen Autors Peter Bognanni drehen.

MEIN LEBEN oder Ein Haufen unvollkommener Momente

In seinem Roman widmet sich der Autor auf sehr unkonventionelle Art und Weise einigen brisanten Themen die heute immer noch mehr oder weniger tabuisiert werden.

Es geht um Trauerbewältigung, um Beerdigungsrituale, Depression und Suizid.

Bevor es jedoch mit den letzten beiden Punkten losgeht, möchte ich Euch allerdings erst noch kurz den Autor und das Buch vorstellen.



© Junita Bognanni
Peter Bognanni 

lebt mit seiner Familie in Saint Paul, Minnesota, wo er am Macalester College Kreatives Schreiben unterrichtet. Er ist Absolvent des Writer´s Workshop der Universität von Iowa, Stipendiat der American Academy of Arts and Letters, und Gewinner des Rome Prize. 2010 erschien sein vielfach ausgezeichneter Debütroman "The House of Tomorrow". Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente (2018) ist sein erstes Jugendbuch. 

Letzte Woche konnte man den Autor ein wenig näher kennen lernen, da er den Instagram Account von HanserHey! übernommen hat. Er ist ein ziemlich cooler und sympathischer Typ, von dem wir hoffentlich noch ganz viel hören und lesen werden.

Die Inspiration zu diesem Buch kam ihm durch ein sehr trauriges Erlebnis, wie ich aus dem folgenden Interview erfahren habe. Er war in den Social Medias mit einer Frau befreundet, die er nur über sehr wenige Nachrichten kannte, die er niemals persönlich getroffen hat und die Selbstmord beging. Als dies geschah, da verspürte er eine seltsame Art der Abwesenheit, obwohl er sie ja nicht wirklich kannte und das hat ihn lange und eingehend beschäftigt, so das er schließlich darüber schreiben musste.


Ein weiteres Interview findet ihr auf der Website der Hanser Literaturverlage >KLICK<


Bildquelle: Hanser Literaturverlage
- Hardcover -

Erscheinungsdatum: 29. Januar 2018

ISBN-13: 978-3446258631
Seitenzahl: 272 Seiten
Preis: 18,00€

Kaufen ? 

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"Mein Leben oder Ein Haufen unvollkommener Momente" erzählt die Geschichte von Tess, die seit sieben Monaten eine Online Beziehung mit Jonah führt. Die beiden sind sich in der Wirklichkeit erst einmal begegnet, planen jedoch neue Treffen und eine gemeinsame Zukunft. Sie schreiben sich innige Emails, erklären sich in SMS ihre Liebe, teilen Metaphern, Gedanken und Bilder. Alles scheint perfekt. Doch dann begeht Jonah Selbstmord.

Um ihre Trauer irgendwie zu bewältigen sendet sie Jonah weiter Nachrichten, obwohl ihr klar ist, das sie keine Antwort mehr bekommen wird.

Und ein zweites Mal kommt alles anders und ihre Welt gerät ins Wanken, denn eines Tages erhält sie eben doch eine Antwort und plötzlich muss sie sich fragen, wie gut sie Jonah eigentlich wirklich gekannt hat....





Die ersten Themen über die ich heute mit Euch sprechen und mich austauschen möchte, sind Depression und Suizid.

Ein Thema, das mich zum Teil selbst betrifft, das mich immer wieder aufwühlt und über das man unbedingt mehr sprechen muss, da "Mental Illness" also psychische Erkrankungen heute immer noch oft ein Tabuthema sind.

Ein Mensch der an Depressionen leidet, ist meist sehr gut darin, diese vor seinem Umfeld und der Außenwelt zu verstecken, so wie Jonah. Auf seine Mitschüler wirkte er weitesgehend unauffällig, ungezwungen, damit aber auch unsichtbar. Er hat es scheinbar perfektioniert, das man ihn kennt ohne ihn wirklich zu kennen. Einzig sein Mitbewohner Daniel, der in der Geschichte eine tragende Rolle spielt, konnte Züge seines wahren Ichs erkennen.
Seine Maske war so fest, das selbst Tess nicht das geringste ahnte.

Depressionen können viele Auslöser haben und nicht immer sind diese für alle Menschen nachvollziehbar.
"Warum hast Du Depressionen ? Das Leben ist doch schön !".

So einfach ist es leider nicht. In meinem Fall haben viele kleine und größere Ereignisse im Verlauf meines Lebens dazu geführt, das ich unter Depressionen leide. Mobbing, traumatische Erlebnisse, sexuelle Übergriffe, Trauer, Verlust, Stress. Alles Einflüsse und Dinge die einen Menschen prägen. Der eine steckt so etwas gut weg, der andere lässt sich von der Depression erdrücken und kommt aus seiner Gedankenspirale alleine nicht mehr raus. Sie dreht sich unaufhaltsam, was zumeist nur dafür sorgt, das man noch tiefer fällt und wenn man sich nicht rechtzeitig Hilfe sucht, dann ist man irgendwann so am Boden, das der Suizid wie ein verlockender Gedanke erscheint.

Aber das ist er NICHT !!! Unter keinen Umständen. 
Dennoch gibt es alleine in Deutschland jährlich knapp 600 junge Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren ( Stand 2010, statistisches Bundesamt ), die diesen Weg wählen. Insgesamt sind es im Jahr circa 10.000 Menschen. ALLEIN IN DEUTSCHLAND !

Was kann man tun, um so etwas zu verhindern ? 
Wie kann man Betroffenen helfen ?

Nun, wie ich oben erwähnt habe, dann sind Depressive Menschen echt gut darin, ihre Krankheit zu verstecken. Fragt mal 20 Leute die mich nur flüchtig kennen, ich garantiere Euch, das sie keine Ahnung hätten, wie es wirklich in mir aussieht.

Dennoch kannst du Folgendes tun:

  • Sei aufmerksam ! Wenn jemand dir gegenüber Äußerungen macht, die in Richtung Selbstverletzung oder Suizid gehen, dann geh darauf ein und winke nicht ab ! Nimm den Betroffenen ernst !
  • Dies gilt auch für Probleme. Manchmal ist man ja in seinen eigenen inneren Konflikten gefangen, weils vielleicht gerade nicht so gut läuft. Trotzdem sollte man versuchen da zu sein, wenn jemand Hilfe und Rat bei einem sucht. 
  • Ermutige jemanden, sich Hilfe zu suchen und unterstütze ihn ggf. dabei ! 

Depressionen und Suizid sind ein wirklich schwieriges und auch schier endloses Thema, das oft einfach abgetan wird. Deshalb finde ich Bücher, wie "MEIN LEBEN ODER EIN HAUFEN UNVOLLKOMMENER MOMENTE" so unglaublich wichtig, weil sie die Leser für diese schwierigen Themen, auch in jungen Jahren schon, sensibilisieren.

Und damit schließe ich Tag 1 und hoffe sehr, das ihr mir Eure Gedanken und Kommentare zu diesem Thema hier lasst, damit wir uns darüber austauschen und diskutieren können. Und natürlich hoffe ich außerdem, das ich Euer Interesse für dieses wirklich wichtige Buch schon ein wenig wecken konnte.

Morgen geht's dann mit den Themen Trauer und Beerdigungsrituale weiter und ihr erfahrt was diese mit dem Buch zu tun haben.

Bis dahin TAKE CARE ! 
Seid offen für wichtige Themen und passt gut auf Euch auf. 

Alles Liebe 



Kommentare:

  1. Hallo und guten Ina,

    eine Sache, die mich persönlich auch tief berührt und betroffen macht.

    Wenn ich da an einen Vorfall aus der Vergangenheit denke...der Suizid, eines Liebespaare im Alter von 16 Jahren...es macht mich immer noch tief getroffen....die sind einfach in die nächste Großstadt gefahren und sind da beide von einem Hochhaus gesprungen.

    Es hat sogar in großen also überregonalen Zeitungen gestanden...denn es kommt wohl ziemlich selten vor das sich ein Liebespärchen in der Tod stürzt, dass war zumindest die Meinung von Fachleuten.

    Aber trotzdem ist nie das Warum geklärt worden ....ist jetzt über 10 Jahre her, ab und gehe ich ans Grab des Mädchens und wieso..wieso...

    Es hat mich persönlich als Mama einfach noch sensibler gemacht, denn keiner konnte es fühlen/ahnen oder sehen und das macht es, finde ich sooooooooo unfassbar schlimm.

    LG..Karin..

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    1. Liebe Karin,

      ja sowas ist wirklich immer unfassbar schlimm. Zumal meist die Frage nach dem Warum ein Leben lang unbeantwortet bleibt. Ich kann mir gut vorstellen das das für die Angehörigen am Quälendsten ist.

      Umso wichtiger ist es deshalb, das man immer über seine Probleme und Ängste spricht, damit es gar nicht erst so weit kommen muss. 😞

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  2. Hallo liebe Ina,

    ich hatte dir ja schon geschrieben, dass ich mich auf deine Thementage freue, denn ich fand das Buch nicht nur von der Geschichte her wunderbar, sondern vor allem wegen der tollen Umsetzung der ernsten Themantik.

    Meiner Meinung nach sind solche Bücher wichtig, um anderen Menschen die Gefühle, die man als depressiver Mensch hat näher zu bringen. Wenn man es genau nimmt, macht Tess im Laufe der Geschichte ja auch eine depressive Phase durch, gerade ihre Antriebslosigkeit und ihre innere Leere fand ich sehr gut beschrieben.

    Ich habe auch immer wieder mit depressiven Phasen zu tun und meistens trifft man ja tatsächlich auf unverständnis, weil es einem doch eigentlich gut gehen müsste, es ist doch alles super. Woher diese innere Traurigkeit kommt, kann oftmal keiner wirklich verstehen.

    Umso wichtiger finde ich es, dass das Thema nicht weiter als Tabu behandelt wird, sondern so wundervoll in Geschichten verarbeitet wird, wie es in "Mein Leben, oder ein Haufen unvollkommener Momente" der Fall ist!

    Ich bin schon gespannt auf deine anderen Beiträge!

    Lg Susan

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    1. Huhu liebe Susan,

      ja, da muss ich dir absolut Recht geben. Gerade Bücher mit solchen Thematiken sind unglaublich wichtig, besonders im Jugendbuchbereich. Erwachsene sind in ihrer Denk- und Sichtweise ja häufig schon sehr eingefahren, die Jugend dagegen kann man für solche Themen da schon noch wesentlich leichter sensibilisieren. Gerade deshalb find ich es auch wichtig, das man immer wieder mal darüber spricht.

      Ich leide ja selbst auch schon seit meinem 15. Lebensjahr an Depressionen, habe allerdings lange gebraucht um mir dies auch selbst einzugestehen. Mein direktes Umfeld, weiß damit mittlerweile sehr gut umzugehen, aber jemand der mich gar nicht oder vielleicht nur flüchtig kennt, dem fällt es oft sichtlich schwer, zu verstehen, warum ich hin und wieder solche Phasen habe, warum ich manchmal Termine und Treffen kurzfristig absage, weil ich mich dem in letzter Minute vielleicht doch nicht gewachsen fühle und so weiter.

      Es ist ein schier endloses Thema, aber mir ist einfach wichtig, es immer wieder, auch hier auf dem Blog, in den Fokus zu rücken, damit es eben mehr Aufmerksamkeit bekommt.

      Zum Buch und deiner Meinung dazu kann ich dir im Übrigen nur zustimmen, ich fand es absolut toll.

      Liebe Grüße Ina

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