Samstag, 31. März 2018

[Rezension] Mein Herz und andere schwarze Löcher

- Taschenbuch -

Autor: Jasmine Warga
Übersetzt von Adelheid Zöfel
Verlag: Fischer

Erscheinungsdatum: 23. April 2015
Originaltitel: My Heart and other Black Holes

Seitenzahl: 384 Seiten
Reihe: nein

ISBN: 978-3737351416

Preis: 9,99 €

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Wenn dein Herz sich anfühlt wie ein gähnendes schwarzes Loch, das alles verschlingt, welchen Sinn macht es dann noch, jeden Morgen aufzustehen? Aysel will nicht mehr leben – sie wartet nur noch auf den richtigen Zeitpunkt, sich für immer zu verabschieden. Als sie im Internet Roman kennenlernt, scheint er der perfekte Komplize für ihr Vorhaben zu sein. Und während die beiden ihren gemeinsamen Tod planen, spürt Aysel, wie sehr sich auf die Treffen mit Roman freut, wie hell und leicht ihr Herz sein kann. Und plötzlich ist der Gedanke, das alles könnte ein Ende haben, vollkommen unerträglich ... Aysel beginnt zu kämpfen. Um ihr Leben. Um sein Leben. Und um ihre gemeinsame Liebe.
Eine Geschichte über zwei, die den Tod suchen – und die Liebe ihres Lebens finden.


"Was die Leute nie verstehen, ist, dass Depressionen nicht von außen sind; Es geht um das Innere. Etwas in mir ist falsch. Sicher, es gibt Dinge in meinem Leben, die mich allein fühlen lassen, aber nichts macht mich isolierter und ängstlicher als meine eigene Stimme in meinem Kopf."
 (Zitat aus dem Buch) 

Depressionen. Das Thema, welches langsam immer mehr Aufmerksamkeit erlangt, denn spätestens nach Chester Benningtons Selbstmord haben sich mehr Leute Gedanken drüber gemacht. 
So war es auch bei Jasmine Warga. Denn nach dem Tod eines engen Freundes durchlebte sie eine schwere Zeit und schrieb diesen Roman. 
Ich selber bin zwar nicht depressiv, aber in meinem Umfeld und der Familie kam ich schon mit Depression in Berührung. Daher interessiert mich das Thema auch und ich war gespannt, wie Jasmine das umgesetzt hat.

Wir begleiten Aysle auf ihrem Weg in den Suizid. Denn Aysle leidet an Depression und hat Angst so zu werden wie ihr Vater. Denn nachdem dieser für den Tod eines beliebten Mitschülers von ihr schuldig gesprochen wurde, wird Aysle in der Schule ausgegrenzt und schief angeguckt, als wenn sie auch so eine Tat vollbringen könnte. Daher zieht sie sich immer mehr in sich zurück und sucht online einen Selbstmord Partner, da sie Angst hat am Ende zu kneifen. Aber eins steht fest, sie möchte sterben !

Aysle wirkt nach außen den Umständen entsprechend normal, geht zur Schule und hat einen Job. Außerdem reißt sie gerne Witze oder schießt mit Ironie um sich. Das merkt man auch nachher im Umgang mit Roman. Durch diesen Charakterzug wird die Geschichte etwas lockerer und nicht zu schwermütig. 
Wir bekommen viel aus Aysles Gedanken und Innenleben mit und man hat wirklich das Gefühl, dass die Autorin weiß, über was sie da schreibt, denn Depressionen sieht man nicht sofort, es ist wie oben im Zitat sehr schön gesagt, die innere Stimme die einen stört. 
Romans Suizidgedanke liegt ein wenig anders, aber auch er leidet an Depression, welche sich aber anders äußert, denn er zum Beispiel versagt sich den Spaß am Leben und verbringt viel Zeit zu Hause in seinem Bett. Das zeigt auch sehr gut, wie unterschiedlich die Symptome einer Depression gelagert sind. 
Ich konnte mich gut in beide rein versetzen, auch wenn wir nur aus Aysles Sicht lesen. 
Im Laufe der Geschichte und umso näher man dem festgesetzten Todestag kommt, umso mehr merkt man, dass Aysle bewusst wird, dass es vielleicht doch noch Leute gibt, die Probleme mit ihrem und Romans Selbstmord hätten. So kommen ihr immer mehr Zweifel und hinzu kommt, dass sie sich in Roman verliebt. Ab dem Zeitpunkt, wo es ihr bewusst wird, geht alles etwas zu flott bei ihr und man hat das Gefühl, ihre dunkle Qualle in ihr drin, sei ganz plötzlich weg. Das fand ich ein wenig verwunderlich und lässt mich doch ein Punkt abziehen, da ich nicht denke, dass eine so schwerwiegende Depression mit Suizidgedanken so plötzlich "kuriert" werden kann. Aber trotzdem finde ich die Entwicklung und das Ende gut gelöst. 

Ich persönlich fand das Buch sehr gut geschrieben und gerade das Innenleben von Aysle sehr gut aufgezeigt. Zudem merkt man, dass es gar nicht so leicht ist seinen Selbstmord zu planen und umso näher das Ende kommt, Aysle doch immer mehr Dinge bemerkt, welche sie vermissen wird oder sie noch tun wollte. Der Umschwung dieser Gedanken kommt schleichend und auch ihre Menschen drumherum nimmt sie ganz anders war. 

Auch wenn ich selber nicht depressiv bin und wirklich nicht weiß, was bei den Menschen im Kopf vorgeht, hatte ich dank Jasmine Warga das Gefühl es jetzt ein wenig besser zu verstehen. Dank den wirklich guten Beschreibungen von Aysles Innenleben und dem Verhalten ihren Mitmenschen gegenüber. Die Geschichte der beiden jungen Menschen auf dem Weg zu ihrem festgesetzten Selbstmordtag ist wirklich interessant und spannend. Bis auf den plötzlichen sehr starken Umschwungs Aysels meiner Meinung nach zum Ende hin, der aber auch im Klappentext schon gespoilert wird, finde ich den Jugendroman zu dem Thema Depression wirklich gelungen. 


Eure

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