Montag, 30. April 2018

[Rezension] Foster vergessen

- Gebunden -

Autorin: Dianne Touchell
Übersetzt von Birgit Schmitz
Verlag: Königskinder

Erscheinungsdatum: 21. März 2018
Originaltitel: Forgetting Foster

ISBN-13: 978-3551560421
Seitenzahl: 256 Seiten
Reihe: nein

Preis: 16,99€
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Es beginnt ganz schleichend. Dass Fosters Vater Sachen vergisst. Den Herd auszustellen zum Beispiel. Oder einen wichtigen Termin bei der Arbeit. Und zu Anfang macht sich Foster noch keine Gedanken deswegen, denn schließlich vergisst er selbst ja schließlich auch manchmal was. Doch dann häufen sich die Vorfälle und Foster versteht einfach nicht, warum das Gedächtnis seines Vaters immer löchriger wird und mehr und mehr Sachen daraus verschwinden. Und was, wenn er auch ihn, Foster, irgendwann ganz vergessen wird?
Der 9-jährige Foster und sein Dad sind ein tolles Team, sie lieben es, sich Spiele und vor allem abenteuerliche Geschichte auszudenken. Doch irgendwann da verändert sich Fosters Dad plötzlich. Er vergisst wichtige Termine oder kann sich nicht daran erinnern das sie einen Hund haben.
Fosters Dad hat Alzheimer und mit jedem Tag der vergeht, vergisst er ein bisschen mehr...

Wer ein Buch von Dianne Touchell liest, der sollte sich von Anfang an bewusst sein, das ihn keinesfalls leichte Kost erwartet, denn die Autorin setzt in ihren Romanen stets auf ernste und teilweise auch recht krasse Themen, die aus dem Leser teilweise sehr heftige emotionale Ausbrüche herauskitzeln.

FOSTER VERGESSEN bildet da keine Ausnahme.

Es ist die berührende Geschichte eines kleinen Jungen, der zusehen muss, wie sein Vater mehr und mehr seiner Erinnerungen verliert und wie sich durch diesen Verlust dessen Wesen verändert. Er hat Alzheimer.

Foster kann gar nicht begreifen, was genau eigentlich passiert und zu allem Überfluss lassen die Erwachsenen ihn in den meisten Situationen komplett außen vor. Er kann gar nicht begreifen, warum sich sein Vater so verändert und auch nicht, warum seine Mutter sich ebenfalls komplett gewandelt hat. Sie kocht nur noch selten, hat mittlerweile zwei Jobs, ist ständig überspannt und resigniert und das Schlimmste: Sie behandelt Foster oft wie Luft.

Besonders das Verhalten der Mutter hat mich in diesem Roman häufig sehr wütend gemacht, denn es wirkt oft als würde sie Foster auf ein Abstellgleis stellen. Zeitgleich hatte ich aber auch enormes Mitleid mit ihr, sie ist hilflos, überarbeitet und vor allem überfordert mit der ganzen Situation, die wir hier ausschließlich aus Sicht von Foster erleben.

Ich fand es unglaublich spannend, wie gut es der Autorin gelungen ist, Fosters Perspektive auf mich als Leserin zu transportieren. Kinder spüren und sehen deutlich mehr als wir Erwachsenen glauben und man sollte sie, gerade in solchen Fällen, wie Krankheit oder Verlust, immer unbedingt in alles mit einbeziehen und versuchen ihnen die Situation zu erklären, statt ihnen ein Lügengeflecht oder einfach gar keine Informationen zu servieren.

"Foster vergessen" ist ein starkes und wichtiges Buch, das viele Emotionen auslöst und nachdenklich stimmt. Das i-Tüpfelchen ist Dianne Touchells brillanter Schreibstil, schnörkellos, aber gewichtig, leicht und trotzdem tief.

Ein ganz großartiges Königskind ! 
 

1 Kommentar:

  1. Liebe Ina,

    ein wirklich sehr schöne Rezension. Mir hat das Buch auch unglaublich gut gefallen und mich emotional sehr berührt <3 Ein wirklich wunderbares Buch!

    Liebste Grüße
    Ivy

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