Mittwoch, 27. Juni 2018

[Rezension] The Children of Blood and Bone - Goldener Zorn

- Gebunden -

Autorin: Tomi Adeyemi
Übersetzt von Andrea Fischer
Verlag: Fischer FJB

Erscheinungsdatum: 27. Juni 2018

ISBN-13: 978-3841440297
Seitenzahl: 624 Seiten

Preis: 18,99€
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Sie töteten meine Mutter.
Sie raubten uns die Magie.
Sie zwangen uns in den Staub.
Jetzt erheben wir uns.

Zélies Welt war einst voller Magie. Flammentänzer spielten mit dem Feuer, Geistwandler schufen schillernde Träume, und Seelenfänger wie Zélies Mutter wachten über Leben und Tod. Bis zu der Nacht, als ihre Kräfte versiegten und der machthungrige König von Orïsha jeden einzelnen Magier töten ließ. Die Blutnacht beraubte Zélie ihrer Mutter und nahm einem ganzen Volk die Hoffnung.

Jetzt hat Zélie eine einzige Chance, die Magie nach Orïsha zurückzuholen. Ihre Mission führt sie über dunkle Pfade, wo rachedurstige Geister lauern, und durch glühende Wüsten, die ihr alles abverlangen. Dabei muss sie ihren Feinden immer einen Schritt voraus sein. Besonders dem Kronprinzen, der mit allen Mitteln verhindern will, dass die Magie je wieder zurückkehrt …
Diese Rezension, ich sage es gleich vorab, fällt mir unglaublich schwer. Denn wann immer ein Buch schon im Vorfeld so derart gehyped und vom Verlag medial gepusht wird, steigen die Erwartungen natürlich ins Unermessliche und nur selten kann das Buch dann am Ende auch tatsächlich halten, was es verspricht.

So erging es mir leider auch mit DEM neuen WELTBESTSELLER "The Children of Blood and Bone" von Tomi Adeyemi.

Zum ersten Mal aufmerksam auf das Buch, wurde ich durch die englische Ausgabe von Netgalley, dort stach mir das Cover sofort ins Auge, was bei diesem unglaublich intensiven und ausdrucksstarken Cover, das für die Deutsche Ausgabe im Übrigen übernommen wurde, ja wirklich kein Wunder ist. Es zeigt eine starke junge Frau, eine Kriegerin, in deren Blick sich Stolz und Power spiegeln und das allein hat mich schon magisch angezogen. Der Klappentext klang großartig und neu und natürlich wurde, wie auch für die deutsche Ausgabe aktuell, für die englische Ausgabe groß die Werbetrommel gerührt.

Plötzlich war das Buch überall, zack war es DER neue Bestseller im Jugendbuchbereich und mirnixdirnix waren die Filmrechte verkauft.

Als es dann hieß, das es auch im Deutschen erscheint, und zwar diesen Sommer schon, da war ich natürlich absolut Feuer und Flamme. Nicht weil es so gehyped wurde, sondern weil mich die Geschichte ansich ansprach. Die Verheißung auf etwas Neues und Einzigartiges und vor allem die Botschaft die die Autorin mit diesem Roman vermitteln und mit der sie auf die Missstände unserer Gesellschaft in Bezug auf Rassismus aufmerksam machen möchte, haben mich interessiert und waren der ausschlaggebende Punkt, weshalb ich mich dann schlussendlich auf ein Leseexemplar des Verlags beworben habe.

Und die Geschichte beginnt stark und bildgewaltig. Tomi Adeyemi versteht es, vor meinem inneren Auge einen großartigen Weltentwurf entstehen zu lassen. Doch die Begeisterung meinerseits währte leider nicht besonders lange, denn die Autorin legt im Verlauf so ein Tempo an den Tag, das für Feinheiten und Tiefgang nur wenig Platz blieb, was der Geschichte ziemlich viele Logiklücken und mangelnde Spannung einbringt.

Es gibt verschiedene Perspektiven, aus denen wir die Geschichte und die aufkeimende Suche nach Anerkennung, Akzeptanz, Respekt und Magie erleben.

Zelie ist eine Ausgestoßene, denn sie ist eine Divine, die im Königreich Orisha aufgrund ihrer Magie alle ausgemerzt wurden. Als Nachfahrin dieser mächtigen Menschengruppe, wird sie diskrimiert und verfolgt.
Als ihr eine Möglichkeit eröffnet wird, die Magie zu ihrem Volk zurückzubringen, reagiert sie erst unsicher und schließlich entschlossen. Doch auch wenn sie in meinen Augen eine starke Kämpferin ist, hat sie Macken und Ansichten, mit denen ich beim Lesen nicht so wirklich zurechtkam. Ich finde, sie reagiert oft über und handelt dann sprunghaft und überstürzt. Zudem entwickelt sich zwischen Zelie und Inan, des Königs Sohn, eine Liebesgeschichte, die ich moralisch gesehen nicht verstand und auch nicht gutheißen konnte.

Inan's Kapitel fand ich schrecklich langatmig und zäh, er begeht grausame Taten und doch wird die Autorin nicht müde, zu versuchen, ihn den Lesern immer wieder als gutherzig zu verkaufen. Das erschien mir zu erzwungen und aufgesetzt.

Die sympathischste Perspektive bot mir Prinzessin Amari, die in einem goldenen Käfig gehalten wurde und die zunächst etwas naiv erscheint. Doch im Verlauf legt sie die größte Wandlung der drei Protagonisten an den Tag und ich bewunderte sie oft für ihre Willensstärke.

Die Figuren sind keine Stereotypen, haben aber auch nicht die von mir erhoffte Tiefe, was ich sehr schade finde und was im Übrigen leider auch auf den Inhalt und die Idee zutrifft. Denn auch die Handlung ist nicht so neu wie ich dachte, sondern eher ein Konstrukt aus Themen, die sich im Jugendfantasybereich bereits bewährt haben. Es gibt also keine wirklichen Überraschungen und auch die magische Komponente reißt es nicht so wirklich raus.

Ich wünschte wirklich, ich könnte hier etwas Positiveres schreiben, aber im Großen und Ganzen hat mich dieses Buch einfach enttäuscht, beziehungsweise, wurde es meinen durch den Hype doch recht hohen Erwartungen, nicht gerecht.



Weitere Stimmen zum Buch

Ich bedanke mich recht herzlich beim Verlag, 
für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. 


Kommentare:

  1. Hey Ina,

    schade, dass dich das Buch nicht auch so begeistern konnte, wie viele andere. Ich empfand das Cover im ersten Moment als abschreckend, wollte es allein deshalb nicht lesen. Dann kamen die ganzen vielen positiven Bewertungen und es ist doch auf meiner Wunschliste gelandet. Mal schauen, ob ich es irgendwann bei mir einziehen lasse. Eigentlich würde ich mir schon gern mal ne eigene Meinung bilden. Bei mir wird die Erwartung dann durch deine Rezension doch nicht so hoch sein :D

    Liebe Grüße
    Charleen

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    1. Hm, ich hab bisher eigentlich nur mittelmäßige Rezensionen dazu gelesen ... mich hätte das Cover nämlich schon angesprochen. Aber die meisten Meinungen die ich gesehen hatte waren bei 3 Sternen.
      Heute hab ich zum ersten Mal zwei "highlight" Rezensinen gesehen und mich wundert etwas dass schon von Hype gesprochen wird, nachdem das Buch doch heute erst erscheint oder? *lach*
      Naja, aber der Vor-Erscheiungs Hype ist da wahrscheinlich gemeint, weil man es ja wirklich überall gesehen hat. Ich denke, ich lasse da lieber die Finger davon ^^

      Liebste Grüße, Aleshanee

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    2. Huhu Aleshanee,

      tatsächlich bezieht sich der Hype auf die Marketingmaschinerie die im Vorfeld betrieben wurde, aber vor allem bezieht es sich auf die englische Ausgabe. Das Buch ist ja im englischsprachigen Raum regelrecht eingeschlagen, die Filmrechte wurden verkauft und es ist sogar bereits bekannt das es eine zeitnahe Verfilmung geben wird.

      Und das alles sogar schon kurz nach dem Original ET, bzw. sogar schon DAVOR. Also ja, es gibt einen immensen Hype ums Buch. Vielleicht hab ich den aber auch nur deshalb extrem wahrgenommen weil ich be Instagram auch vielen englischsprachigen Blogs und Verlagen folge.

      Meine Erwartungen waren deshalb natürlich immens hoch.
      LG Ina

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  2. Guten Morgen,

    ja, meine Meinung über das Buch kennst du ja, aber ich bin echt überrascht, WIE sehr die Meinungen der Leser auseinander gehen! Ich finde es wirklich schade, da es so ein tolles und wichtiges Thema ist. Aber für mich wars einfach zäh und vorhersehbar. Ich bin mal auf die Verfilmung gespannt ;)

    LG
    Jacqueline

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  3. Hallo und guten Tag,

    ein Roman mit einem durchaus guten/interessanten Thema, aber mit viel Präsens hier auf den verschiedenen Blogs und eben solchen Meinungen dazu...

    Da bin ich immer zweigeteilt...kaufen oder nicht kaufen....

    LG..Karin...

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  4. Hey meine Liebe,

    bei diesem Buch war ich trotz meiner Neugier sehr vorsichtig. Es klingt schon gut, aber wie du so schön sagst. Oftmals wird durch den Hype mehr versprochen, als man letztlich bekommt. Nachdem ich jetzt schon ein paar mittelmäßige Meinungen gelesen habe, werde ich hiervon wohl eher Abstand nehmen. ^^

    Liebe Grüße, Toni

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  5. Liebe Ina,

    vielen lieben Dank für deine ehrliche Rezension, ich finde es unglaublich wichtig, dass man seine Kritik auch bei gehypten Büchern aussprechen kann.
    Ich selbst freue mich dennoch unglaublich doll auf dieses Buch und hoffe, dass ich meine Erwartungen nicht zu hoch gesteckt habe ;)

    Liebste Grüße <3 Jill

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  6. Mensch Mensch, das Buch wird hierzulande recht kritisiert.
    Schätze, es bietet für Leser, die sehr viel in der Sub-Kategorie lesen wirklich nichts Neues mehr? Zumindest höre ich das am Rande. Schade.
    Ich habe jetzt nur dein Fazit gelesen und deine drei Cupcakes gesehen, da ich es ja doch noch versuchen möchte. Das wird dann wohl erst nach der ersten Hype-Welle sein.

    Sonnige Grüße
    Sandy

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    1. Ich denke, das hier der Hype schon eine recht große Rolle gespielt hat, was die Erwartungen anging. Nachdem das Buch hier direkt mit dem großen weltweiten Erfolg und den verkauften Filmrechten beworben wurde und ja auch auf englischen Blogs schon DAS Buch des Jahres war, da waren meine Erwartungen natürlich unglaublich hoch und wurden dann halt eben nicht so recht erfüllt, obwohl ich ja die Idee und die Botschaft immer wieder nur loben kann !

      Ich bin schon sehr gespannt wie es dir gefallen wird und hoffe natürlich, das du weniger Kritikpunkte finden wirst als ich und dir das Buch somit besser gefällt.

      LG Ina

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