Mittwoch, 20. Juni 2018

[Rezension] Iron Flowers - Die Rebellinnen

- Hardcover -

Autorin: Tracy Banghart
Übersetzt von Anna Julia Strüh
Verlag: Fischer Sauerländer

Erscheinungsdatum: 25. April 2018
Originaltitel: Grace and Fury

ISBN-13: 978-3737355421
Seitenzahl: 384 Seiten
Reihe: ja, Band 1

Preis: 16,99€

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Sie haben keine Rechte.
Sie mussten ihre Träume aufgeben.
Doch sie kämpfen eisern für Freiheit
und Liebe.

Sie sind Schwestern, könnten unterschiedlicher nicht sein und sind dennoch unzertrennlich. Nomi ist wild und unerschrocken, Serina schön und anmutig. Und sie ist fest entschlossen, vom Thronfolger zu seiner Grace auserwählt zu werden, und ihr von Armut und Unterdrückung geprägtes Leben gegen eines im prunkvollen Regentenpalast einzutauschen. Doch am Tag der Auswahl kommt alles anders: Die Schwestern werden auseinandergerissen – und ein grauenhaftes Schicksal erwartet sie, auf das sie niemand vorbereitet hat.
Ihr ganzes Leben lang hat man Serina darauf vorbereitet eine Grace zu werden. Dies war ihr einziges Lebensziel, dem Thronfolger zu dienen und ihm vielleicht sogar einen Nachkommen zu schenken. Nomi, ihre jüngere Schwester soll sie an den Hof begleiten und als Dienerin an ihrer Seite bleiben.

Doch dort angekommen, kommt alles anders, als die Schwestern sich je hätten träumen lassen, denn der Thronfolger wählt nicht die anmutige, schöne und unterwürfige Serina, sondern ihre rebellische Schwester Nomi als Grace. Und diese Entscheidung stürzt die Schwestern ins Chaos...

Als mir das Buch auf der Messe im Oktober erstmals vorgestellt wurde, da machte sich sofort Skepsis in mir breit, denn bei Romanen in denen Frauen keine Meinung, keine Bildung haben dürfen und ihr scheinbar einziger Lebenszweck überhaupt nur darin besteht, den Männern zu Diensten zu sein, da stellen sich von vornherein meine Nackenhaare auf und rufen meine kleine innere Feministin auf den Plan.

Man beruhigte mich schnell und versprach, das diese Geschichte anders sei und sich eine spannende Entwicklung einstellen würde, die ich ganz sicher gutheiße. Dieese Aussage weckte dann auch tatsächlich meine Neugier und ich war bereit mich dem Abenteuer zu stellen.

Aufgrund der vielen vielen positiven Bloggerstimmen, die immer wieder beteuerten wie genial die Geschichte sei, welche überraschenden Wendungen es gebe und wie stark die Protagonistinnen sich entwickeln würden, habe ich das Buch dann jetzt auch endlich vom SuB befreit, um mir endlich ein eigenes Urteil zu bilden.

Und leider muss ich sagen, das dieses nicht besonders gut ausfallen wird.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Sicht von Serina und Nomi erzählt, was uns einen guten Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt beider Mädchen bietet. Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen und was mir wirklich wirklich gut gefallen hat, war das Setting, das in einem in der Zukunft liegenden Italien, spielt.

Leider führt genau das aber auch schon zum ersten negativen Punkt: Oberflächlichkeit. Die Autorin beschreibt zwar kurz die Umgebung und die Hauptstadt Bellaqua, die mich ein wenig an Venedig erinnert hat, aber sie geht dabei nicht in die Tiefe, was ich sehr schade fand. Diese Oberflächlichkeit trifft leider auch auf die Protagonistinnen zu. Besonders Nomi machte es mir sehr schwer, sie wirklich kennen zu lernen und zu mögen. Nach außen wird sie mir als die rebellische und starke Schwester verkauft, doch im Verlauf da entwickelt sie sich eher zu einer naiven und leichtgläubigen Figur, die sich immer mehr beugt, vor einem System das sie eigentlich hasst.

Serinas Part dagegen hat mich positiv überrascht, denn die eigentlich unterwürfige und demütige Schwester entwickelt sich zur starken Kämpferin, die ihrer Schwester in Sachen Rebellion weit voraus ist.

Der zweite Punkt der mich sehr gestört hat, war die Vorhersehbarkeit und Entwicklung der Geschichte. Die "Wendungen" konnten mich nicht wirklich überraschen und ich ahnte bereits auf Seite 200 wie die Geschichte ausgehen würde und war an diesem Punkt direkt so entmutigt, das ich überlegt habe, das Buch abzubrechen. Nach zwei Tagen Lesepause habe ich es dann aber doch beendet und alle meine Vermutungen trafen tatsächlich genau so ein, wie erwartet. Es gab für mich also keine wirklich großen Überraschungen.
Weiterhin hat mich gestört, das die Autorin sich häufig mit viel belanglosen Dingen aufgehalten hat. Immer wieder wurden die Kleider betont und das Frühstück. Nichtigkeiten, die die Geschichte stellenweise langatmig machten.

Der größte Kritikpunkt ist und bleibt jedoch wirklich Nomis Entwicklung. Starke Protagonistin ? Eher nicht. Sie entwickelt sich zum krassen Gegenteil von dem was sie eigentlich sein will und sollte. Sie lässt sich manipulieren, handelt unüberlegt und wirkt auf mich schwach und unterwürfig.

Das Ende bleibt offen und endet natürlich mit einem, schon fast erwarteten Cliffhanger, so das man eigentlich fast gezwungen ist, den Folgeband zu lesen, damit man weiß, wie die Geschichte ausgeht.

Nach den ganzen Lobeshymnen und Begeisterungsstürmen hatte ich von "Iron Flowers" deutlich mehr erwartet und bin ehrlich gesagt sehr enttäuscht. Besonders in Bezug auf Nomis Entwicklung, die sich von einem intelligenten, rebellischen Mädchen in ein naives Dummchen verwandelt.
Die Handlung ist stellenweise sehr langatmig und für meinen Geschmack war sie leider auch viel zu vorhersehbar.

Für mich leider kein Highlight, sondern eine Enttäuschung !

Kommentare:

  1. Huhu Ina :D

    eine Enttäuschung? Oh je... Ich habe das Buch noch auf dem SuB und mir für den Juli vorgenommen es zu lesen. Ich hoffe sehr, dass es mir besser gefällt als dir und dass mir auch die Entwicklung der Protagonistin Nomi nicht so negativ auffällt. Schauen wir mal. Ich gehe einfach mit niedrigeren Erwartungen an das Buch ran ^^. Aber ein fieser Cliffhanger am Ende? Ach man, das ist echt gemein, wenn einem dann das Buch nicht so gut gefallen hat, man aber so neugierig auf Band 2 gemacht wird >.<'.


    Liebe Grüße
    Insi Eule

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    1. Huhu Insi,

      ja leider. Ich bin gespannt wie es dir gefallen wird und hoffe natürlich das es dich mehr begeistern kann. Es ist immer so schade, wenn man sich auf Bücher so freut und am Ende eben nicht begeistert ist, aber auf der anderen Seite kann man auch nicht alles mögen.

      LG Ina

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  2. Hey Ina,

    schade, dass dich das Buch nicht überzeugen konnte. Ich habe es ja uach schon gelesen und fand es wirklich gut. Es hat von mir 4 Sterne bekommen und ich bin gespannt darauf wie es weitergeht. Von den Schwestern haben es nicht beide bei mir nach oben geschafft, doch es viel Potenzial für eine Entwicklung dabei. Mal schauen, wie es letztlich weitergehen wird. ;)

    Liebe Grüße, Toni

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    1. Huhu Toni, ja ich denke ich bin in Bezug auf Jugendliteratur dieser Art aktuell einfach sehr übersättigt und deshalb hat es mich nicht wirklich begeistern können.

      Aber man kann ja auch nicht alles mögen ;)

      LG Ina

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