Freitag, 27. Juli 2018

[Thementage] Du wolltest es doch

Dieser Beitrag könnte für dich mögliche Trigger enthalten. Bitte schütze dich selbst, in dem du nur so weit liest, wie du meinst, das du es aushalten kannst ! Danke !

Auch ein komplett Spoilerfreier Beitrag ist nicht wirklich möglich, da ich hier auf Themen eingehen werde, die in der Geschichte eine bedeutende Rolle spielen.



Eine irische Kleinstadt an einem Samstagabend. Ein schönes, bei allen beliebtes Mädchen, das schönste Mädchen der Stadt, wirft sich für eine Party in Schale. Sie trägt ein knappes, sexy Kleid und hofft darauf, so die Aufmerksamkeit ihres Schwarms zu gewinnen. Der Alkohol fließt in Strömen, alle sind ausgelassen, das Mädchen greift zu ihr dargebotenen Pillen und lässt sich auf einen Typen ein, mit dem sie sich im Schlafzimmer verschanzt. Es folgen Sex, auf den das Mädchen nicht so richtig Lust hat und noch mehr Pillen - dann: Filmriss.

Zwei Tage später ist die Welt plötzlich eine ganz andere ! Das Mädchen wird geächtet, verspottet, beleidigt. In den Social Medias tauchen Bilder auf, die sie in eindeutiger Pose zeigen. Die Kommentare darunter: HURE, FLITTCHEN, SCHLAMPE ! "Die wollte es ja gar nicht anders". "Easy-Emma".

Was niemand sieht: Das Mädchen wirkt auf den Bildern teilnahmslos und weggetreten. Doch dem Mob genügt es, die Feinheiten zu übersehen und sich nur auf das Wesentliche zu konzentrieren...denn wer will bei sowas schon den Tatsachen ins Auge sehen, wenn das Mädchen es durch sein Verhalten ja sowieso förmlich provoziert hat ? Da wird sie schon Gefallen an der Sache gefunden haben....

Oder ?

Dies ist Emmas Geschichte. Eine Geschichte über ein beliebtes Mädchen, dem Schreckliches widerfährt. Emma wird vergewaltigt und findet Bilder davon in den Social Medias, sie selbst erinnert sich jedoch an nichts und gibt sich, Dank ihrer Mitschüler, die sie beschuldigen eine Schlampe zu sein, relativ schnell auch selbst die Schuld an dem was mit ihr passiert ist. Doch wollte sie das was da passiert ist wirklich selbst ?

Die Bilder sprechen eine eindeutige Sprache: NEIN !!!

In DU WOLLTEST ES DOCH behandelt Autorin Louise O'Neill nicht nur das Thema Vergewaltigung, sondern sie zeigt auf sehr schonungslose und realistische Art und Weise, wie und was sich um solch ein schreckliches Geschehen herum entwickelt.

Unter anderem befasst sie sich auch eingehend mit VICTIM BLAMING.

Was ist Victim Blaming ?


Um es kurz zu machen: Man redet dem Opfer quasi ein, die Tat selbst provoziert und herausgefordert zu haben.

Dies geschieht auch mit Emma. Ihr Umfeld suggeriert ihr, das sie selbst eine Mitschuld trägt und auch, das sie das Leben von gut erzogenen Jungs zerstört, die noch eine glänzende Zukunft vor sich haben könnten.

"Im Grunde sind das doch alles anständige Jungs. 
Die Geschichte ist irgendwie aus dem Ruder gelaufen". 
Zitat Seite 341


NEIN verdammt !!! NEIN, NEIN, NEIN !

Wir alle bestimmen selbst darüber wann und wie wir eine Berührung zulassen, alles andere ist nicht tolerierbar !!! Und wir müssen aufhören, Gedanken wie: "Sie trägt einen ultrakurzen Rock, dann will sie bestimmt das man ihr näherkommt" oder "Sie provoziert ja förmlich, das man ihr an die Wäsche geht" oder ähnliches überhaupt auch nur zuzulassen. Nein heißt Nein und niemand hat das Recht, die persönlichen Grenzen eines anderen Menschen zu überschreiten, nur weil dieser vielleicht ein Kleid mit aufreizendem Ausschnitt trägt !

Meine Gefühlslage beim Lesen des Romans schwankte immer zwischen Wut, Entsetzen und Fassungslosigkeit. Wut auf das Umfeld, darüber das niemand das Offensichtliche sieht oder gar ausspricht. Entsetzen über die Tat ansich, aber auch über die Entwicklung Emmas, die nachvollziehbar war, mir aber genau deshalb sehr krass unter die Haut ging. Und Fassungslosigkeit über einfach alles...darüber wie man mit einem Vergewaltigungsopfer umgeht, aber vor allem auch darüber wie die Medien und die Menschheit ansich solche Taten bagatellisieren. Als sei es heute NORMAL, das man sich als Frau ( das gilt natürlich auch für männliche Opfer ) antatschen und Schlimmeres lassen muss.

Ein Auszug der mich förmlich aus der Haut hat fahren lassen, war eine Kolumne in einer Zeitschrift in der es unter anderem hieß:

"Ganz egal, wie oft sie ihre alberne Forderung Gleiches Recht für alle wiederholen, ändert das doch nichts an der Tatsache, dass Frauen nun einmal eine gewisse naturgegebene Verantwortung für ihre eigene Sicherheit tragen. Wenn sie einerseits darauf bestehen, sich aufreizend zu kleiden und so zu betrinken, dass sie nicht mehr geradeaus laufen können, müssen sie andererseits eben auch bereit sein, die Konsequenzen zu tragen. In diesem Zusammenhang wäre es wünschenswert, wenn das sogenannte Mädchen aus Ballinatoom ( Emma ) sich selbst ein paar Fragen ehrlich beantworten würde...." Zitat Seite 281

Um es mit deutlichen Worten zu sagen: An dieser Stelle hätte ich kotzen wollen !!! Die Geschichte ist fiktiv, darf man nicht vergessen, ABER sie steht für eine Realität die allgegenwärtig ist.

2017 war die deutsche Statistik für polizeilich erfasste Vergewaltigungen und sexuelle Nötigung mit 13,7% so hoch wie noch nie. Und die Dunkelziffer ist weit höher, denn leider muss man sagen, das es nach wie vor viel zu viele Frauen und Mädchen ( natürlich auch männliche Opfer ) gibt, die diese Taten NICHT zur Anzeige bringen.

Warum ist das so ?

Ich kann diese Frage schwer beantworten, denn jedes Opfer wird andere Gründe haben, den Fall NICHT anzuzeigen, sei es Scham, Angst oder etwas anderes.

In meinem eigenen Fall waren es zum Beispiel ganz viele Faktoren:

Als es mir passiert ist, da war ich gerade einmal 8, knapp 9 und ich konnte überhaupt nicht ermessen, was genau da gerade abgeht. Keiner hat es mitbekommen, es gab nur ihn und mich und eine seiner Schwestern, die in dem Moment das Zimmer betrat als er gerade damit fertig war, seinen Spaß zu haben und die postwendend kehrtmachte. Ich bin mir heute sehr sicher, das sie die Lage erfasst hat, aber auch sie schwieg, genau wie ich.
Es folgten schwierige Phasen in der Schule, ich wollte zum Beispiel nicht mehr da bleiben, habe sehr viele Ängste entwickelt, doch selbst dann als man mich zum Kinderpsychologen schickte, weil ich mich komisch benahm und so "schwierig" war, vor dem ich ( weil männlich und unbekannt ) eine panische Angst hatte, habe ich den Mund gehalten.

Viele Jahre habe ich alles verdrängt, so getan als habe es diesen Tag nie gegeben, bis sich meine Depressionen aus eigentlich anderen Gründen so ausgewachsen haben, das ich bereit war, eine stationäre Therapie zu machen. Nun sollte man meinen, das dort alles aus mir herausbrach, aber nein. Es kam an die Oberfläche, ich habe es in Therapiesitzungen angekratzt, doch wirklich, in allen Einzelheiten erzählt, habe ich es nie.

Seitdem ist es allerdings wieder da und es vergeht kein Tag an dem ich nicht an diesen einen schrecklichen Tag denke, von dem ich überzeugt bin, das er mein komplettes Leben in eine drastisch schiefe Bahn lenkte. Ich erinnere mich daran, das ich an diesem Tag ein weißes Kleid mit bunten Streifen trug ( grün, gelb, rot ), das es in dem Zimmer unter dem Dach so furchtbar heiß und stickig war. Das Licht wirkte durch so ein dünnes Rollo am Fenster ganz orange und ich weiß auch noch wie er gerochen hat. "Das macht man so, wie die Erwachsenen, wenn man Vater-Mutter-Kind" spielt. Meine Mutter saß unten im Wohnzimmer und trank Tee....

Und obwohl ich all das weiß und mich erinnere, lebe ich mein Leben und versuche einfach nicht mehr daran zu denken, denn was kann ich schon ausrichten ? Erstmal liegt der Fall knappe 30 Jahre zurück, es gibt keine Beweise, nur die Aussage und die Erinnerungen einer Frau, die zu lange geschwiegen hat. Hinzu kommt, das ich psychisch ja eh schon angekratzt bin und mir natürlich die Frage stellen muss, ob ich bereit bin, mir den zusätzlichen "Ballast" aufzuladen, den so eine Anzeige mit sich bringt. Ich müsste mit Reaktionen von Familie und Freunden klar kommen und es würde natürlich auch Veränderungen für das Umfeld des Täters mit sich bringen. Und wer weiß, ob überhaupt jemand gewillt ist sich diesem Fall nach so langer Zeit noch anzunehmen. Durch den Roman findet allerdings auch in mir ein Umdenken statt.

Das alles sind meine Gedanken, aber auch die von vermutlich vielen Opfern. Und ich kann sie verstehen, einerseits, doch andererseits kann ich es auch nicht gutheißen, das Täter mit ihren Handlungen einfach so durchkommen und vielleicht sogar einfach damit weitermachen, deshalb

WEHRT EUCH !!! 

Wenn Euch so etwas passiert oder bereits passiert ist, dann sucht Euch bitte unbedingt Hilfe, wendet Euch an Organisationen wie das Hilfetelefon und bringt den Fall AUF JEDEN FALL zur Anzeige !!! Es gibt heutzutage so viele tolle Organisationen und Verbände, die Euch bei eurem Weg unterstützen können und Euch zur Seite stehen.

Ein paar Beispiel:


Sprecht darüber !!! Nur wenn wir dieses Thema immer wieder aufs Tableau bringen und diskutieren, können wir alle etwas bewirken, denn wir sind Viele ! 

Und am Wichtigsten: NEIN heißt NEIN ! Lasst euch NIEMALS etwas anderes einreden oder erzählen. Nur ihr allein entscheidet, wie weit ihr geht und was ihr zulassen wollt. Niemand sonst ! 



GEWINNSPIEL

Im Rahmen unserer Thementage habt ihr die Gelegenheit 
3x je ein Printexemplar des Romans zu gewinnen. 

Hinterlasst dazu bis zum 31.07.2018, 23.59 Uhr einfach einen Kommentar 
( der sollte natürlich möglichst zum Thema passen )
unter unseren Beiträgen und schon landet ihr im Lostopf

Teilnahmebedingungen:
  • Du bist 18 Jahre alt oder hast die Teilnahmeerlaubnis deiner Erziehungs-/Sorgeberechtigten.
  • Du erklärst dich damit einverstanden, das dein Name im Gewinnfall öffentlich auf unseren Blogs/Social Media Seiten genannt wird und wir deine Adresse zum Zwecke des Gewinnversands an den Carlsen Verlag übermitteln
  • Die Gewinner werden am 01. August 2018 bekanntgegeben und melden sich bitte innerhalb von 24 Stunden mit ihrer Postadresse unter inaslittlebakery@yahoo.de
  • Teilnehmen kann jeder mit einem Wohnsitz in Deutschland, Österreich und der Schweiz
  • Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich, eine Haftung für den Postversand wird nicht übernommen und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


BLOGS IM ÜBERBLICK

Freitag, 27. Juli 2018
Ina's Little Bakery

Samstag, 28. Juli 2018

Sonntag, 29. Juli 2018 


Kommentare:

  1. Guten Morgen Ina. :*

    Danke für deinen wunderbaren Beitrag zu diesem Buch. Durch deinen Beitrag wurde ich noch neugieriger auf dieses und es klingt durchaus ernst und gleichzeitig interessant.

    Ich finde die Thematik echt schwer und in der heutigen Gesellschaft wird es leider immer mehr tot geschwiegen anstatt man sich richtig damit befasst. Ich denke das viele Menschen sich erst gar nicht damit ausseinandersetzen wollen weil sie denken "betrifft mich nicht, mir egal" oder sowas. Genau sagen kann man das nie aber ich finde, bevor man sich eine Meinung über so einen Vorfall, zum Beispiel, bildet, sollte man sich mit diesem auch ganz ausseinandersetzen und nicht, wie im Buch, Bilder sehen und direkt urteilen.

    Ich bin auf jeden Fall schon auf die nächsten zwei Tage gespannt was da für Beiträge noch kommen werden. :)

    Liebe Grüße,

    Benny

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    1. Lieber Benny,

      da geb ich dir Recht. Die Gesellschaft lebt heute sehr oft unter dem Motto: Betrifft mich nicht, interessiert mich nicht. Und diese Entwicklung ist echt schlimm, weil deshalb so vieles mit einem Schulterzucken abgetan wird. Wie sich das Opfer damit fühlt, darüber denkt niemand nach und das macht mich oft unglaublich wütend, weil über Täter oft eine schützende Hand gehalten wird. Erst neulich habe ich wieder über einen Täter gelesen, der mehr oder weniger mit blauem Auge davonkam. Das das Opfer aber sein Leben lang unter der Tat und den Folgen leidet wird gerne vergessen. :(

      Ich freue mich das wir dein Interesse auf Beiträge und Buch wecken konnten.
      Liebe Grüße Ina

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  2. Hallo liebe Ina,

    Ich finde es bewundernswert, wie du es immer wieder schaffst so offen über dich und deine Vergangenheit zu schreiben. Ich habe nicht mal annähernd sowas Schlimmes und Traumatisches erlebt und schweige doch lieber mehr, als das ich darüber groß rede.

    Dieser Beitrag ist so wichtig und mir fehlten teilweise die Worte, als ich ihn gelesen habe.

    Diese ganze Aktion finde ich großartig und sooo wichtig!!

    Sexuelle Gewalt darf nicht verschwiegen werden und du zeigst es immer wieder.
    Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie sehr so eine Erinnerung einen das Leben zerstören oder auch nur erschweren kann. Daher Applaus für deinen Mut und danke für diesen Beitrag.

    Ich werde eure Aktionstage weiter verfolgen, möchte aber beim Gewinnspiel NICHT mitmachen. :-)

    Ich drück dich und schicke dir liebe Grüße
    Caro

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    1. Danke Caro.

      Nach außen wirkt das sicher immer sehr mutig, aber es fällt mir tatsächlich schon immer sehr schwer davon zu erzählen. Wenn ich etwas dazu schreibe, dann ist das für mich tatsächlich auch viel leichter als wenn ich mich vis a vis mit jemandem darüber unterhalte, denn da ist es unglaublich schwieg für mich, Worte wie Vergewaltigung auch nur auszusprechen, wenn es um mich selbst geht.

      Danke das du die Aktion verfolgst und die Beiträge so fleißig teilst.
      Liebe Grüße Ina

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  3. Liebe Ina !

    Was für ein wichtiger Beitrag. Es ist unglaublich mutig von dir und ich hoffe, dass viele diesen Beitrag lesen und die Welt irgendwann aufhört so zu sein (große wünsche ) aber wir haben es alle Stück weit in der Hand! Angefangen damit nicht die Augen vor all dem zu verschließen. Und solche Themen zu welchen zu machen die nicht verpönt und unter den Tisch gekehrt werden sondern opfern die Möglichkeit zu geben das darüber sprechen okay ist. Das kein Opfer daran die schuld trägt und vor allem das ihnen geglaubt wird. Allein das viele das Gefühl haben müssen ihnen würde nicht geglaubt werden (Was durchaus sehr oft vor kommt) ist Furchtbar und ich möchte im Kreis kotzen.

    Zum victim blaming. Das ist eine Absatz die ich ebenso wenig verstehe wie Vergewaltigung an sich. Aber ich finde es sogar FAST noch schlimmer das Opfer in so einem Moment bloß zu stellen und das Gefühl zu geben das es doch gewollt war. Wer bei sowsd mit macht ist nicht besser als ein Vergewaltiger.

    Ich bin froh, dass es blogger wie dich gibt die offen solche Themen ansprechen und es somit zu etwas machen was man nicht unter den Teppich kehren muss !

    Ich habe selbst oft das Bedürfnis solche Beiträge zu schreiben und tue es dann auch. Und wenn nur ein einziges Opfer sich dadurch öffnet und sich Hilfe sucht habe ich etwas unendlich großes erreicht.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag Liebste Grüße Nessi

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  4. Hallo Ina,

    lieben Dank, für diesen informativen, gefühlvollen und ehrlichen Beitrag! Er hebt die Bedeutsamkeit des Buches wirklich immens hervor und geht total unter die Haut.
    Gerade das Victim Blaming hat mich ein wenig an meine Schulzeit (und die Zeit in der Schule generell) erinnert, allerdings in Bezug auf Mobbing. Da ist es nämlich auch oft so, dass das Mobbingopfer suggeriert bekommt, dass es durch sein Verhalten das Mobbing provoziert habe und somit Schuld sei. Meist sind es dann auch die Opfer, die es nicht mehr aushalten und die Schule wechseln, weil niemand in der Lage ist, dem Täter (und meist seiner ganzen Gefolgschaft, denn machen wir uns nichts vor, es sind meist die "Coolen" Kids, die die "uncoolen" mobben) Grenzen aufzuzeigen und ihn zur Vernunft zu bringen. Das geht dann soweit, dass die Opfer völlig alleine dastehen und auch Lehrer, Schulsozialarbeiter etc. nicht sehen, dass es der Täter ist, der die Schule verlassen sollte und nicht das Opfer aus scheinbar freiwilligen Stücken (denn eigentlich wechselt das Opfer ja nur, weil es die Situation vermutlich nicht mehr aushält). Auch hier also Victim Blaming und die Folgen von Mobbing (sei es noch so subtil) bedenkt meist auch niemand.

    Liebe Grüße
    Laura

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    Antworten
    1. Liebe Laura,

      oh ja, da geb ich dir vollkommen Recht. Ich hab beim Schreiben des Beitrags auch immer an Mobbing gedacht, wo das mit dem Victim Blaming wirklich sehr gut funktioniert und das schon seit Jahrzehnten. Da macht sich auch kaum jemand Gedanken drüber, was absolut traurig ist. Wie kann es sein, das unsere Gesellschaft so verroht, das man lieber hinter dem Täter als dem Opfer steht.

      Sehr schlimm.

      LG Ina

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    2. Huhu Ina,

      das schlimme ist auch, dass viele in der Schule agierende Personen einfach nicht wissen, wie sie mit dem Mobbing umgehen sollen und dass die Täter meist eine Gruppe sind bzw. einer ist der Hauptausführende und die anderen machen mit. Darum ist es schwer, eine solch große "Gemeinde" irgendwie zu belehren (vor allem ohne es dem Opfer noch schwerer zu machen). Zumal vieles leider auch in den Pausen stattfindet, wo man keinen Einfluss mehr hat als Lehrkraft. Da muss einfach ein Umdenken generell stattfinden, damit Menschen anderen sowas grausames nicht antun.

      LG
      Laura

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  5. Hey Ina,

    danke für diesen bewegende Beitrag. Danke, dass du drüber sprichst, auch wenn es dich so viel Überwindung kostet. Ich habe großen Respekt vor dem, was du damit geschafft hast. Das verlangt mehr Mut, als du dir selbst vielleicht zusprechen möchtest.

    Dabei ist es so wichtig, wie alle anderen schon sagen. Ich finde es krass, wie unsere Welt manchmal ist. Die Dinge scheinen so weit weg, so lange es einen nicht selbst betrifft, weil man es sich einfach nicht vorstellen kann...
    Doch vor so etwas schrecklichem sollte niemand die Augen verschließen. Es ist schon schlimm zu sehen, wie viele (auch in hohen Positionen) das tun ... von wegen die Frauen sind schuld und könnten sich ja auch dementsprechend kleiden und was weiß ich nicht alles ...

    Sei weiterhin so mutig, wie du es heute gezeigt hast und bewege damit die Menschen, die diesen Schub brauchen um wirklich zu sehen!

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!

    Liebe Grüße
    Ann-Sophie

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  6. Hallo Ina,
    Nach deinem Beitrag gehen mir die verschiedensten Gedanken durch den Kopf und meine Gefühle fahren Achterbahn. Ich bin sauer, geschockt, traurig, sprachlos und das alles zugleich. Die Thematik hart, schrecklich und gleichzeitig finde ich sie unglaublich wichtig. Wie die anderen schon geschrieben haben, darf und sollte man bei sowas keineswegs die Augen verschließen !

    Ich finde es wirklich toll, dass ihr euch zu diesem Buch Thementage überlegt habt. Und ich hoffe von ganzem Herzen, dass ganz viele Leute eure Beiträge lesen werden.

    Ich wünsche dir einen schönen Start ins Wochenende.

    Liebe Grüße

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  7. Der Beitrag ist richtig gut, offen und ehrlich. Du sprichst das Thema an, obwohl es so verschwiegen ist, dass beeindruckt und befreit. Aber es ist unglaublich wichtig darüber zu reden, es ist gut das ihr das tut. Mehr kann ich dazu auch nicht mehr sagen, außer tiefsten Respekt. Ein schönes Wochenende

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  8. Hallo Ina und vielen Dank für deinen Post hier.
    Ich finde es sehr mutig, dass du darüber jetzt hier so "offen" schreibst obwohl du den Vorfall im wahren Leben anscheinend eher verdrängst (das ist auf gar keinen Fall kritisch gemeint). Vielleicht hat das Buch dir ja wirklich einen Anlass gegeben über die Vergangenheit noch mal nachzudenken und dich eventuell zu anderen Schlüssen kommen zu lassen. Denn wie du schon schreibst: WEHR DICH! Eigentlich ist es doch egal, wie lange das schon her ist, man sollte den Täter meiner Meinung nach zumindest irgendwie noch mit seiner Tat konfrontieren! Denn so etwas darf man einem Kind einfach nicht antun und auch sonst niemandem!
    Es tut mir wirklich leid, was dir und vielen anderen auch passiert ist und immer noch passiert. Ich selbst war zum Glück nie in einer solch schlimmen Situation, hätte es aber durchaus sein können. Ich bin damals weggelaufen und es ist zum Glück nichts passiert. Aber immer wieder kommt mir auch heute noch der Gedanke (damals war ich 14), dass das auch anders hätte enden können. Als ich damals einer Freundin davon erzählte (die den Typ auch kannte), meinte sie nur, dass er doch viel zu gut aussehe um so was zu machen. Ähm ja, damit hatte es sich dann erledigt, dass ich da mit noch jemandem drüber gesprochen habe. Aber wie gesagt, es war wirklich nicht viel passiert, weil ich zum Glück die Handbremse gezogen habe.

    Einerseits möchte ich das Buch unbedingt lesen, andererseits habe ich aber auch etwas Angst davor. Es gibt einfach Themen und Ungerechtigkeiten, die nehmen mich sehr mit und ich steigere mich da dann total rein. Aber zum Glück kann man bei einem Buch ja einfach eine Pause machen, drüber nachdenken oder einfach mal was anderes tun.

    Liebe Grüße
    Jessy

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  9. Liebe Ina,

    dein Beitrag ist sehr bewegend. Als ich den Klappentext zum Buch gelesen haben, habe ich schon gemerkt, dass es keine einfache Kost werden wird. Das hast du mir bestätigt.
    Ich finde es auch immer wieder unglaublich, wie oft geschrieben wird, dass man sich nicht wundern soll, wenn man so rumläuft. Was geben Klamotten jemanden den Grund, so eine schreckliche Tat zu begehen. Allgemein verstehe ich es einfach nicht. Wie kann man da mit seinem Gewissen vereinbaren, was läuft im Hirn schief? Und ich kann sehr gut verstehen, wenn manche Opfer nichts sagen. Was natürlich kein bisschen gut ist. Denn so besteht die Möglichkeit, dass der Täter es jemand anderen antut. Aber es muss unheimlich schwer sein, darüber zu reden alles immer und immer wieder durchlaufen zu müssen.
    Das du sowas schreckliches erleben musstest tut mir unheimlich leid und lässt Mein Herz weinen. In dem Alter (obwohl das keine Rolle spielt) aber da weiß man noch gar nicht richtig was geschieht und macht so vieles kaputt. Umso mehr bewundere ich deine offene Art, den Mut, dies hier zu veröffentlichen und es rauszulassen.
    Danke für diesen emotionalen und mutigen Beitrag.

    Liebe Grüße.
    Vanessa

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  10. Liebe Ina,

    danke für deine offenen Worte, auch über dein schrecklich einschneidendes Erlebnis in der Vergangenheit.
    Ich werde dieses Buch bestimmt lesen, und auch meine beste Freundin. Ihre Tochter ist seit zwei Jahren Opfer des victim blaming, allerdings in Form von Mobbing. Es war an ihrer alten Schule so schlimm das sie sogar Morddrohungen von einer Mädchengang bekommen hat. Letztes Schuljahr hat sie dann die Schule gewechselt, doch es wurde noch viel schlimmer. Und wieder heißt es sie ist ja selber schuld - und keiner hilft!!!! Weder Polizei noch Schule noch Sozialarbeiter, die Eltern laufen überall gegen eine Mauer und wissen sich keinen Rat mehr. Sie geht mittlerweile auch zum Psychologen, doch an der Gesamtsituation ändert das leider nichts :-(

    Durch deinen Erfahrungsbericht öffnest du dich ja sehr weit, aber du hast ja noch nicht damit abgeschlossen, und das jetzt alles wieder hochkommt hilft die vielleicht das zu verarbeiten.

    Ich wünsche dir vertrauensvolle Menschen die dir dabei helfen und drück dich.

    Liebe Grüße,
    Bianca

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    1. Liebe Bianca,

      oh man wie furchtbar. Deine Schilderung tut mir in der Seele weh und ich hoffe sehr, das dem Mädchen geholfen werden und es dann endlich wieder in Ruhe lernen und vor allem leben kann.

      Beschämend und ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft, das niemand helfen kann oder will. Ich finde gerade Lehrer und Sozialarbeiter sollten gerade bei solchen Themen besser ausgebildet werden, damit sie mit solchen Situationen umgehen und den Opfern zur Seite stehen können. Es einfach auszusitzen und von einem zum anderem schieben ist absolut keine Lösung.

      Ich drücke die Daumen, das sich da schnell was tut.

      LG Ina

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  11. Liebe Ina,

    Mein Respekt für diesen Artikel und für deinen Mut. So offen zu schreiben bedeutet viel Überwindung. Ich weiss was sexuelle Gewallt mit einem anstellt. Und ich kann mich nur allen anderen anschliessen wie wichtig es ist dieses Thema endlich aus der Tabuzone heraus zu reissen und vor allem im Jugendbuch Bereich. Es ist halt immer schwierig einen guten Roman über solche Themen zu schreiben ohne reisserisch oder respektlos zu wirken. Daher Versuch ich mal mein Glück.

    Benny hat gesagt das es wohl daher kommt das die Gesellschaft denkt das es sie nicht interessiert. Ich denke, das spielt sicher mit aber ich denke das hat viel tiefere Gründe. Unsere Gesellschaft, also vor allem auch die Frauen selber, misst der Frau weniger Wert zu. Männer sind immernoch die Bosse. Das sieht man in so vielen Teilen des alltäglichen Lebens. Gleichberechtigung wird zwar immer wieder gross erwähnt, aber umgesetzt wird sie kaum und von den Meisten Frauen nicht mal selber. Traurig, aber es ist so. Also wie sollen solche Themen denn wichtig sein? Egal wo du hin Schaust, in allen Gesellschaftsschichten und Kulturen werden Frauen mehr oder weniger abgewertet.

    Auch das Thema Victim Blaming, ich bin soooo froh hats das Internet damals noch nicht gegeben. Da musste man sich "nur" gegen das mündlich. Mobbing wehren. Oder es ertragen. Da war die Reichweite ziemlich beschränkt. Es ist einfach grausam. Ich weiss nch wie ich unter dem Mobbing gelitten habe. Ich will und kann mir gar nicht vorstellen wie es wäre, das ganze im Netz zu sehen zu bekommen.

    Also, noch mal mein Respekt an dich und ein schönes Weekend.
    Alexandra

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  12. Liebe Ina

    Hut ab für diesen ehrlichen und intimen Beitrag. Ich kann mir nicht annähernd vorstellen, was du durchmachen musstest.

    Ich selber wurde mit 13 Jahren begrabscht. Geglaubt hat mir niemand. Er ist ja ein so frommer Mensch, war mal Bruder, ist ein so guter Freund der Familie, der macht sowas nicht.

    Das Positive daran: wenn jemals mein Kind oder sonst wer zu mir kommt und mir sowas anvertraut, dann werde ich alles daran setzen, die Wahrheit ans Licht zu bringen!

    Ich wünsche dir alles erdenklich Gute, liebe Ina, bleib so stark!

    Liebe Grüsse
    Katy

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  13. Liebe Ina,

    danke das du deine Geschichte mit deinen Lesern teilst, ich denke wenn jemand diesen Schritt macht, kann es andere bestärken und vor Augen führen, das man sich dafur mich schämen muss. Wer ein klares Nein ausspricht ist nicht Schuld! Schlimm das es sowas gibt, dabei gibt es genug Möglichkeiten sich seine Befriedigung woanders zu holen.

    Liebe Grüße
    Kati

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  14. Ihr Lieben,

    Wow, vielen vielen Dank für Euer Feedback. Ich finde Eure Kommentare wirklich großartig und es ist schön zu sehen, das wir bei diesen Themen alle einer Meinung sind.
    Fakt ist, da sind wir uns alle einig, das viel mehr und viel öfter über unangenehme Themen wie eben Vergewaltigung und auch Mobbing gesprochen werden MUSS.

    Viele von Euch haben geschrieben, wie mutig sie es von mir finden, so offen über meine eigenen Erfahrungen zu sprechen. Dazu möchte ich kurz sagen: Tatsächlich fällt mir das sehr sehr schwer, auch wenn es auf Euch nicht so wirken mag. Das "drüber schreiben" ist bedeutend einfacher als das drüber "reden", denn das ist nach wie vor wirklich hart und es geht mir wie Emma im Buch. In Bezug auf mich selbst, setzt immer dann eine Blockade ein, wenn das Wort Vergewaltigung aufkommt. Ich kann es im Zusammenhang mit mir selbst bis heute nicht wirklich aussprechen. Manchmal gelingt es, meistens wird dann eher ein "du weißt schon was" draus.

    Aber vielleicht ändert sich das irgendwann und so lange es das nicht tut, SCHREIB ich einfach weiter drüber, denn das ist durchaus befreiend.

    Liebe Grüße Ina

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  15. Hallo Ina,

    erst einmal vielen Dank für deinen offenen & ehrlichen Beitrag. Du hast meinen Respekt, denn trotz allem was du selbst erlebt hast, traust du dich an ein Buch mit diesem heiklen Thema ran.

    Bei dem Auszug wo du meintest du hättest KOTZEN können, ging es mir eben genauso. Und ja es ist fiktiv, aber leider sieht doch genauso auch die Realität aus. Kein Opfer ist selber Schuld daran. Und auch egal wie man sich kleidet...ich denke niemand möchte solch eine Erfahrung machen. Ich meine klar kleide auch ich mich im Sommer sehr kurz, aber einfach nur weil es verdammt heiß ist und garantiert nicht weil ich vergewaltigt werden möchte. Solche Aussagen finde ich einfach nur hirnlos.

    Und ja man sollte all diese Themen, die du angesprochen hast nicht unter den Teppich kehren, denn den Opfern muss geholfen werden und nicht den Tätern. Allein durch deinen Beitrag merke ich wie die Wut gegen alle Täter und die Gesellschaft, die solche Taten verschleiert aufkocht. Mal sehen wie es mir dann erst beim lesen des Buches geht, wenn ich denn die Chance bekomme es zu lesen.

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  16. Guten Morgen,
    Ich finde es klasse das ihr euch dieser schweren Thematik annehmt.
    Ich denke das wie du das jeder seine eigenen Gründe hat wie er damit umgeht und ob Anzeige erstattet wird oder nicht. Ich denke das es auch viel mit der Gesellschaft zu tun hat. Und Vorurteile und Selbstgefälligkeit tun ihr übriges.

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  17. Hey Ina,
    erstmal großes Lob für diese Thementage!
    Gerade bei diesem Buch und dieser Thematik verfolge ich sie sehr, sehr gerne, da das Thema meiner Meinung nach noch ziemlich ignorant behandelt wird.

    LG ♥
    Anna

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  18. Huhu Ina! ❤


    Das klingt wirklich nach einem lesenswerten Buch mit einem noch wichtigerem Thema! Ich finde es schlimm das dieses Thema so tot geschwiegen wird oder sich damit richtig befasst wird. Ich denke in unserer Gesellschafft herrscht ein schlimmes Schubladen denken oder die Ist mir egal / Geht mich nichts an Einstellung. So etwas kann ich nicht verstehen.

    Liebe Grüße
    Sunniy

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  19. Liebe Ina,
    das du dein eigenes Erlebnis schilderst, zeigt mir, wie stark du inzwischen bist. Es gibt so viele Mädchen/Frauen, die es ihr ganzes Leben nirgends ansprechen. Sie schweigen, weil es zu lange her, weil es eh zu spät ist, weil sie die Konsequenzen fürchten. Und manche erinnern sich vielleicht nicht mehr richtig.

    Danke für deine Offenheit! Ich bin beim Anblick auf die Zahl erschüttert. Gerade in Zeiten von #metoo sollte man meinen, dass die Empathie der Menschen gewachsen ist. Aber schlussendlich ist man dann doch in so einer Situation allein.

    Liebste Grüße,
    Sandy

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