Mittwoch, 8. August 2018

[Meckerpost] DU WOLLTEST ES DOCH und die Reaktionen die mich fertig machen !


Wow, ich habe keine Ahnung, wann es hier in der Bakery zuletzt einen Meckerpost gebraucht hat. Aber heute ist definitiv ein Tag, an dem ich das kleine Monster rauskramen muss, denn mir platzt sonst echt der Allerwerteste.

Was ist los ?

Seit Tagen lese ich im Netz immer wieder negative Meinungen zum Buch DU WOLLTEST ES DOCH.
Ansich ist das nicht weiter schlimm, denn Geschmäcker sind verschieden und bei diesem Buch war von Anfang an ganz klar, das es polarisieren wird.


Wer mehr über das Buch wissen und lesen möchte, der findet >HIER< einmal meine Rezension und >HIER< meinen Beitrag zu den Thementagen.

Im Buch geht es um ein Mädchen das Opfer sexueller Gewalt wird und mit den Folgen davon mehr oder weniger alleine klarkommen muss, da man sie im direkten Umfeld eher als Täterin, statt als Opfer betrachtet. Sie habe es ja geradezu herausgefordert und so weiter.

Ich will den Inhalt hier nicht wiedergeben, sondern zu dem Punkt kommen, der mich mittlerweile Nerven kostet.

Es ist das Ende des Buches und die Reaktionen die darauf erfolgten. Keine Sorge, ich werde nicht spoilern, aber ich möchte schon irgendwie darauf eingehen, weil ich mich mittlerweile wirklich frage, ob die Leute das Buch und die Wahl der Autorin, es so enden zu lassen, entweder nicht verstehen oder es einfach nur nicht verstehen wollen !!! Dabei erklärt sie sich im Nachwort sogar noch.

Immer wieder lese ich davon wie überzogen und unrealistisch das Ende wäre. Wie kann es eine Botschaft enthalten ? Was soll es überhaupt für eine Botschaft enthalten ? Als Opfer müsse man kämpfen, das Ende sei für jedes Opfer sexuellen Missbrauchs ein Schlag ins Gesicht. Man könne dieses Buch keinem Opfer sexueller Gewalt empfehlen. Das Buch käme nur so gut an, weil es gehpyed würde.

Okay...was tut die liebe Ina ? Versucht mit Kommentaren aufzuklären und zu vermitteln was die Autorin mit ihrem Buch eigentlich sagen möchte. Statt dann aber in eine sachliche Diskussion zu treten, kommt plötzlich keine Reaktion mehr oder aber man tut es ab.

Und jetzt reichts mir einfach !!! Deshalb hier nochmal in aller Deutlichkeit und leider doch irgendwie mit einem kleinen Spoiler. Was die Autorin versucht den Lesern zu vermitteln, ist sicherlich nicht, das man als Opfer aufgeben soll !!! Sondern sie zeigt wie sich die Lage für ein Opfer entwickeln kann und was dann eben passieren kann !!! Das hat sie sich nicht einfach ausgedacht und an den Haaren herbeigezogen, sondern es ist, liebe Freunde, bittere Realität !!!

Leider finde ich die Reportage nicht mehr, die ich neulich auf HR gesehen habe, aber ich meine mich daran zu erinnern, das die Rede von NUR 3% war, als es darum ging, wie viele Fälle von Vergewaltigung tatsächlich vor Gericht landen. Dabei müssen die Opfer, trotz eindeutiger Beweise und Indizienlage teilweise bis zu 5 Jahre warten, bis es überhaupt endlich einmal voran geht.
Das muss man sich mal vorstellen ! Schlimm genug, das insgesamt sowieso nur 17% solcher Verbrechen überhaupt nur angezeigt werden.

EDIT: Hier der Link zur Reportage >KLICK<

Es ist also ein Problem, nicht selten passiert den Opfern genau das, was auch Emma passiert: Sie finden keinen Halt im Leben mehr, man glaubt ihnen nicht, das Umfeld wendet sich ab, die Familie zerbricht. Das sind leider keine ausgedachten Szenarien, denen sich Louise O'Neill hier widmet, sondern es sind die Geschichten vieler vieler Opfer !

Ihr Ziel mit diesem Buch war sicherlich nicht, den Opfern zu suggerieren, das sie besser die Füße stillhalten und einfach alles so akzeptieren, sich selbst die Schuld geben und so weiter und ich möchte meine Hand dafür ins Feuer legen, das Euch das jedes Opfer, das sich ans Buch herantraut, genau so bestätigen würde, sondern das Ziel der Autorin war, ganz normale Menschen, die Gott sei Dank niemals in ihrem Leben solche schrecklichen Erfahrungen machen mussten, für dieses Thema zu sensibilisieren und zu sagen: Hey, seht hin ! Hier läuft etwas grundverkehrt !

Es muss eine Veränderung in unserer Gesellschaft und in unserem Rechtssystem stattfinden und leider erreicht man das nicht, wenn man Kuschelkurs fährt und einer Geschichte wie der Emmas, ein Happy End verpasst, in der am Ende alles gut ist. Denn die Realität ist nun mal unbestreitbar eine andere !

Und ich wünschte wirklich, das das mehr Leser auch so verstehen würden. Stattdessen wird drauf herumgehackt und das macht mich traurig, weil das Thema einfach viel zu wichtig ist, um es einfach durchzuwinken.

Unsere Gesellschaft neigt heute dazu, sich nur noch für das zu interessieren, was sie persönlich betrifft und da muss man ansetzen. Aufrütteln, zum Nachdenken anregen und genau das ist es, was das Buch tut.

Das manch einer mit Emmas Art nicht zurechtkommt, den Schreibstil nicht mag und so weiter, damit komm ich absolut klar, denn das ist absolut Geschmackssache und ich kann von niemandem erwarten, das er das alles gut und richtig findet, aber beim Ende, da bitte ich wirklich jeden, sich meine Worte einfach mal durch den Kopf gehen zu lassen, bevor man sich wirklich, teilweise sehr aggressiv und erschreckend ausfallend, darüber auslässt.

Versetzt euch in Emmas Situation ! Versetzt Euch in die Lage von Opfern, die schon seit 5 Jahren auf eine Verhandlung warten, die permanent mit der Angst leben, das ihr Täter, der ja immer noch frei herumläuft, wieder zuschlagen könnte. Stellt Euch vor, das Euch niemand glaubt, weil der Täter doch eigentlich immer so ein Netter war, dem man sowas gar nicht zutraut. Es ist ein Kampf, langwierig und bitter und genau das muss sich ändern. Das tut es aber nur, wenn wir immer wieder darauf aufmerksam machen und darüber sprechen.

Um noch eines klarzustellen, bevor ich diesen Post schließe: Ich will hier niemanden angreifen, jeder hat seine Meinung und das ist gut so, aber ich würde mir einfach wirklich wünschen, das ihr euch die Mühe macht, nicht einfach nur zu urteilen, sondern mal all das Grau zwischen all dem Schwarz und Weiß zu überdenken !!!

Kommentare:

  1. Liebe Ina,

    als "Opfer" kann ich dir nur Recht geben. Als ich vor mehr als 10 Jahren mit 18 Jahren vergewaltigt wurde ,hat die Mehrheit mir die Schuld gegeben. Ich hätte mich mehr wehren können, ich hätte anders handeln, andere Sachen tragen können etc.
    Die sich nicht abgewendet haben, wurden auch angefeindet.
    Xy würde sowas ja nie machen und man wüsste doch das wir zusammen wären, immerhin hat er das so jedem hinter meinem Rücken als ich im Urlaub war erzählt. Man kenne ihn so lange und sowas hat er nicht nötig.
    Als ich dann beim Anwalt zum Beratungsgespräch war, wurde mir sogar von einer Anzeige und dem Schritt vor Gericht zuziehen abgeraten. Die Beweislage wäre nicht ausreichend, er hat jedem erzählt wir wären zusammen und mir würde es als Racheakt ausgelegt werden, da er nun wieder mit seiner Ex zusammen ist.

    Mit den Folgen hatte ich zu kämpfen - aber in dem Punkt habe ich aufgegeben. Der Aufwand wäre zu aufwendig gewesen, der Erfolg gering. Ich hätte als Lügnerin da stehen können und mir fehlte auch ehrlich gesagt die Kraft dazu.
    Ich hatte nicht nur mit körperlichen Schaden zu kämpfen sondern auch mit den seelischen einen Kampf.

    Ich hoffe, es denken mehr Leute darüber nach und begreifen wie schwer die Lage als Vergewaltigungsopfer ist und das sich oftmals der Aufwand nicht lohnt um Recht zu bekommen, da der Preis oftmals zu hoch dafür ist .

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    1. Vielen Dank für deine offenen Worte und deinen Mut, über deine Geschichte zu berichten. Ich wünschte wirklich mehr Leute würden sehen, was hinterher passiert und versuchen zu verstehen wie es den Opfern damit geht und das der Druck eben ein sehr großer ist. Sicher wollen wir alle das kein Täter ungeschoren davonkommt, aber das System muss sich endlich ändern, nur dann kommen wir zu unserem Rwcht.

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    2. Vielen herzlichen Dank für deinen Beitrag hier <3 <3 <3

      Ich persönlich bin der Meinung egal um welche Bereiche es geht, dass man eben nur als direkt Betroffene vollends Reaktionen oder Verhalten wirklich nachvollziehen kann.

      Da kann ich noch so viel Empathie verspüren erst wenn ich mich in derselben Situation befinde oder diese durchleben muss, weiss ich wie es sich anfühlt.

      Liebe Grüsse Bea

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  2. Hi Ina ^^

    Gleich mal als erstes: ich kann deinen Frust absolut verstehen.
    Ich kenne das Buch nicht, hab aber natürlich schon davon gehört. Ich hab mir allerdings keine Rezensionen dazu durchgelesen, wusste aber im Rahmen schon, worum es geht. War ja schon recht klar formuliert ...

    Jedenfalls kann ich mir denken, wie es enden wird und ja, das sehe ich auch als Realität. Ich kann jetzt natürlich nicht gut drauf eingehen, weil ich es nur ahne, aber ich hatte ein ähnliches Problem bei "Tote Mädchen lügen nicht", bei der zweiten Staffel. Da gabs ja auch eine Gerichtsverhandlung und ähnliches Prozedere und ich hab bei vielen den Wunsch rausgehört: zeigt doch den Betroffenen, dass es "gut" ausgehen kann!

    Und da sag ich auch: nein! Es geht nicht immer gut aus, es geht sogar fast nie gut aus,wobei hier bei "gut" ja an sich "nur" die Verurteilung gemeint ist. Und selbst WENN der Täter verurteilt wird, ist ja noch lange nicht alles gut.

    Wie auch immer das in diesem Buch rübergebracht wurde, man muss einfach zeigen, wie sehr betroffene Menschen - und da spreche ich Frauen UND Männer an - damit zu kämpfen haben und vielleicht irgendwann auch einfach keine Kraft mehr haben, sich ständig zu wehren: gegen den Unglauben, gegen Anwälte, Gerichte, gegen das Umfeld usw. einfach weil sie ja mit sich selbst schon genug zu tun haben, überhaupt mit ihrem eigenen Leben klarzukommen.

    Dazu kommt: jeder Mensch reagiert anders! Jeder fühlt, verarbeitet, reflektiert anders und trotzdem man den Eindruck hat, dass alle scheinbar rücksichtsvoll und tolerant anderen gegenüber sind/sein wollen, sieht man immer wieder, dass leider so wenig Verständnis gezeigt wird. Nicht jeder hat die Kraft oder auch den Mut, bestimmte Dinge zu tun und die Gründe dafür sind so unterschiedlich, wie die Menschen selbst.
    Das sollte doch endlich mal bei den Leuten ankommen!

    So, jetzt hab ich auch mal meinen Frust dazu rausgelassen und jetzt gehts mir besser :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Danke Aleshanee, du hast schön auf den Punkt gebracht, was mir auf der Seele brannte. Mir gehts auch besser seit ichs nochmal ausführlich geschrieben habe.

      Klar wird es zu dem Thema immer zwei Seiten und Meinungen geben, aber man sollte sich immer vergegenwärtigen das das Realität und Alltag vieler Opfer ist. Im wahren Leben gibt es leider sehr selten Happy Ends, gerade auch in Bezug auf dieses Thema. Und da wirkt so ein Buch einfach aufrüttelnder als wenn am Ende alles gut ausgegangen wäre

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    2. Ja, vor allem schürt das die Meinung der Allgemeinheit: soll sie / oder er, doch einfach eine Anzeige machen und schon läuft alles super.
      Man braucht sich nicht mehr kümmern, sich nicht mehr damit auseinandersetzen, denn alles geht ja seinen geregelten Gang.
      Und gerade das ist eben der Trugschluss! Und gerade die Bücher, Serien oder whatever, die zeigen dass das eben nicht der Fall ist, dass diese Menschen sehr oft alleine dastehen und sich sogar von ihnen abgewandt wird, das rüttelt viel eher auf und zeigt, wie viel schlimmer so etwas tatsächlich ist.

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  3. Hallo Ina,

    vielen Dank für diesen wundervollen Beitrag. Ich habe das Buch bisher nicht gelesen, kann mir aber sehr gut vorstellen, was hier gerade abgeht. Bücher brauchen nicht immer ein Happy End, um die richtige Message zu vertreten. Wie soll man aufgerüttelt werden und aus einem Buch lernen, wenn eine Problematik nicht realitätsnah geschildert, sondern verschönt wird? Man hat es ja bei "Tote Mädchen lügen nicht" gesehen, wie sehr die Bücher und die Serie noch immer ins Kreuzfeuer geraten. Dabei sind solche Bücher SO wichtig. Wie du bereits schreibst, ist es doch vollkommen okay, wenn es einem nicht zusagt oder man mit dem Schreibstil nicht klarkommt etc. Ich sehe in der Kritiken an solchen Büchern aber immer wieder, dass scheinbar die Intention des Autors überhaupt nicht verstanden wurde. Wenn etwas schmimmes in einer Geschichte passiert oder Charaktere schlechte Entscheidungen treffen, heißt das doch noch lange nicht, dass man sich daran ein Beispiel nehmen sollte, sondern dass die Realität abgebildet und man darauf aufmerksam gemacht wird, wie es NICHT laufen darf. Aus Negativbeispielen kann man auch lernen und sie sind nicht "gefährlich", wenn genügend darüber reflektiert und diskutiert wird. Und nicht Hetze betrieben und totgeschwiegen wird! Solche Bücher wie "Du wolltest es doch" sind doch so unglaublich wichtig. Natürlich können sie für Betroffene ein Schlag ins Gesicht sein, allerdings nicht, wegen falscher Darstellungen oder weil es kein Happy End gibt. Menschen, die ein Trauma durchlebt haben, sollten Bücher in der Richtung schlichtweg einfach nicht lesen, um keine alten Narben aufzureißen. Oder sich mit jemand anderem zusammen herantrauen, sobald aie genügend Abstand dazu gewonnen haben. Je nach Situation, da ist ja jeder anders und jeder geht anders mit seinen Ängsten und Erlebnissen um. Aber wofür gibt es schließlich Triggerwarnungen?

    Es macht mich traurig, dass solche wichtigen Bücher und Serien immer wieder an den Pranger gestellt werden, statt die Menschen für ein Thema zu sensibilisieren. Es ist so wichtig über diese Themen zu sprechen und eine sachliche Diskussion führen zu können - gerade weil viele solche Dinge wie Vergewaltigungen, Depressionen oder Rassismus noch immer herunterspielen oder ignorieren. Bis sie irgendwann selbst betroffen sind.

    Liebe Grüße
    Lena ♡

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  4. Liebe Ina,

    Ich bin tatsächlich gestern auf FB auch über einen Post gestolpert, in dem das Buch als überzogen und unrealistisch betitelt wurde. Das hat mich wirklich erschüttert weil wir oft genug in den Nachrichten hören, was alles schlimmes in der Welt passiert. Erst gestern wurde im Radio von einer Verhandlung berichtet, bei der die Eltern jahrelang ihren Sohn verkauft haben, damit er vergewaltigt wird.
    Ich glaube es geht immer noch sehr viel schlimmer, als es in "Du wolltest es doch" dargestellt wird.

    Was das Ende angeht. Natürlich wünscht man sich ein anderes, aber dieses ist traurigerweise tatsächlich das realistischte und war für mich in Emmas Situation so gut nachvollziehbar!
    Die Welt ist nicht gerecht und fair, ganz im Gegenteil und genau das hat die Autorin hier deutlich gemacht.

    Ähnlich aufrüttelnd wie "Du wolltest es doch" fand ich zuletzt den Film "VENGEANCE - PFAD DER Vergeltung" mit Nicolas Cage.

    Ich wusste anfangs nicht worum es in dem Film geht, sonst hätte ich ihn wohl auch nicht geguckt, aber schlussendlich Thematisiert er etwas ähnliches. Auf normalem Weg und mit Hilfe des Gerichts bekommt ein Vergewaltigungsopfer keine Gerechtigkeit.

    LG Susan

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  5. Halli hallo

    Ich habe das Buch noch nicht gelesen und auch die Reaktionen dazu nicht verfolgt, kann mir aber trotzdem in etwa vorstellen, wie die Geschichte evtl. enden könnte.....
    Jedenfalls möchte ich es mir nun doch kaufen und mir meine eigene Meinung bilden.

    Ich persönlich habe mit meinen mittlerweile 44Jahren ;) gelernt, dass ich NIE wissen kann, wie ich in einer bestimmten Situation handeln werden, weil wir das nämlich gar nicht wissen.

    Klar habe ich eine Vorstellung, aber schlussendlich, erst wenn ich direkt betroffen bin, werde ich Gewissheit haben.

    Deshalb danke für deinen Post hier <3
    Liebe Grüsse
    Bea

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  6. Liebe Ina,

    danke dir, für deinen Beitrag!
    Ich kann deinen Frust so gut nachvollziehen...

    Ja, das Buch hat kein Happy End, aber muss das unbedingt sein?
    So ist es vielleicht nicht für jeden Leser bequem, aber doch realistisch.
    Schon, wenn man das nicht versteht, im Nachwort wird es ja auch noch erklärt.

    Ich könnte hier jetzt ewig schreiben, aber ich beschränke es auf: Ich stimme dir voll und ganz zu!
    Danke!

    Liebe Grüße
    Ramona

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  7. Wundervoll auf den Punkt gebracht!

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  8. Hey Ina,
    ich kenne das Buch auch nicht, aber ich habe viel darüber in letzter Zeit gelesen.

    Ich bin voll und ganz deiner Meinung! Es ist von Anfang an klar, worum es in diesem Buch geht. Dass zu 99,9% kein "Ende gut, alles gut"-Happy End kommt, sollte jedem Leser bewusst sein. Alleine bei dem Titel des Buches im Zusammenhang mit dem Thema sollte jeder Leser wenigstens ein wenig nachdenken, bevor er das Buch liest und dann nicht versteht. Ich hatte es auch schon bei anderen Büchern gesehen, dass diese falsch interpretiert wurden. Dass die Kernaussage des Buches gar nicht wahrgenommen wurde. Es ist so schade. Klar, Bücher sollen unterhalten, da spricht ja auch nichts gegen. Aber trotzdem müssen solch ernste Themen wahrgenommen werden. Nicht alles ist rosaflauschig und es gibt verdammt viel Grausamkeit auf der Welt. Und ja, man kann sich gerne mal in die Lage eines Mädchens versetzen, das etwas schreckliches erlebt hat und damit nicht ernst genommen wird. Man kann gerne Sympathie für einen anderen Menschen entgegenbringen und demjenigen zuhören bzw. lesen.
    Deswegen verstehe ich die Reaktionen von den anderen Lesern nicht und finde dein "Gemecker" richtig!

    Hab trotzdem einen tollen Abend!

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  9. Danke, Ina.

    Genau das sehe ich auch so. Ich habe kein Problem damit, wenn Leute ein ernstes Thema kritisieren oder sagen, dass sie mit der Art nicht klar kommen. Aber etwas als überzogen oder unrealistisch darzustellen nimmt, finde ich, gerade den Opfern die Stimme, denen genau so etwas genau so passiert.
    In der Realität gibt es in der Hinsicht selten ein Happy end oder die Menschen warten viel zu lange auf eine Verhandlung.
    Ich muss als Leser ja nicht alles nachvollziehen, aber ich habe es zu akzeptieren und tolerieren. Es gibt nicht nur einen richtigen Weg mit einem Thema umzugehen. Jeder nimmt ja auch Themen ganz anders wahr. Wieso also immer nur Bücher mit Happy end?
    Ich glaube, die Autorin wollte genau das. Aufrütteln, wach machen und nachhaltig bewegen und da, denke ich, gelingt so an sich gut.

    Also danke ich dir für diesen wichtigen Beitrag.

    Liebe Grüße,
    Anna

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  10. Hallo Ina,
    Ich gestehe, dass ich dieses Buch nicht gelesen habe. Allerdings war neulich im Radio dazu ein Bericht und genauso wie du es beschrieben hast, hat es die Journalistin erklärt und ich verstanden. Dieses Buch soll aufwecken, wachrütteln und Ohren und Augen öffnen.
    Sexueller Missbrauch wird noch immer totgeschwiegen und viel zu oft weggeschaut.
    Hatte selbst eine etwas bizarre Situation, wo es dann aus bekannten und Familienkreis hieß "hast dich etwa zu aufreizend angezogen?"

    Ich denke du verstehst worauf ich hinaus will.

    Das Problem der Gesellschaft ist, dass sie mit der Wahrheit nicht klar kommt. Wenn Bücher gelesen werden, scheint man nur die Hälfte davon zu lesen oder zu verstehen und wehe der Stil oder der Verlauf passt nicht in die Regenbogen-Kuschel-Zone....

    Ich denke ich sollte das Buch mir doch auf die Agenda setzen.

    Danke für deinen Beitrag

    LG T.

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