Samstag, 16. Februar 2019

Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen Ava Reed

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- Gebunden -

Autorin: Ava Reed
Verlag: Ueberreuter

Erscheinungsdatum: 15. Februar 2019

ISBN-13: 978-3764170899
Seitenzahl: 320 Seiten
Reihe: nein

Preis: 16,95€

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Der Abschluss. So viele Dinge, die zu tun sind.
Und danach? Ein Studium? Eine Ausbildung? Reisen?
Leni ist ein normales und glückliches Mädchen voller Träume. Bis ein Moment alles verändert und etwas in ihr aus dem Gleichgewicht gerät. Es beginnt mit zu vielen Gedanken und wächst zu Übelkeit, Panikattacken, Angst vor der Angst. All das ist plötzlich da und führt zu einer Diagnose, die Leni zu zerbrechen droht. Sie weiß, sie muss Hilfe annehmen, aber sie verliert Tag um Tag mehr Hoffnung. Nichts scheint zu funktionieren, keine Therapie, keine Medikation. Bis sie Matti trifft, der ein ganz anderes Päckchen zu tragen hat, und ihn auf eine Reise begleitet, die sie nie antreten wollte …


Seit einem halben Jahr feile ich nun schon an dieser Rezension. Schreibe Sätze, die ich im Anschluss wieder lösche oder umformuliere. Wenn ich denke, jetzt passt es, dann fällt mir etwas Neues ein und alles beginnt von vorne. Und selbst wenn ich hierfür noch drei Jahre Zeit hätte, ich würde es einfach nicht hinkriegen, denn egal was ich schreibe, es wird diesem Buch einfach nicht gerecht und ich bin tatsächlich nur schwer in der Lage, wiederzugeben, was ich beim Lesen gefühlt habe.

Was ich jedoch sagen kann, ist Folgendes:

Ava Reed ist mit ihrem neuen Buch etwas ganz ganz Großartiges gelungen. Auf ruhige, unaufgeregte, aber sehr feinfühlige Art sensibilisiert sie ihre Leser für Themen wie Depression und Angststörung und sorgt zeitgleich dafür, das ich mich als Betroffene noch nie so sehr verstanden gefühlt habe !!!

ALLES.NICHTS.UND GANZ VIEL DAZWISCHEN erzählt die Geschichte von Leni, einem ganz normalen Mädchen. Die Sommerferien sind vorbei und schulisch gesehen, befindet sie sich voll auf der Zielgeraden Richtung Abitur. Während ihre Mitschüler schon wissen, wie es für sie weitergehen wird und welche Laufbahn und Richtung sie einschlagen wollen, ist Leni allerdings ziemlich planlos. Und das setzt sie zunehmend unter Druck. Es beginnt schleichend, doch irgendwann da geht plötzlich gar nichts mehr !!! Leni rutscht in eine schwere Depression, entwickelt krasse Ängste und ist nicht mehr fähig auch nur eine Aufgabe zu bewältigen. Jeder Tag ist ein Kampf. Bis sie sich entschließt eine Therapie zu machen, bei der sie sich langsam aber stetig ins Leben zurückkämpft... 

Ich habe schon einige Romane gelesen, in denen es um Depressionen und Panikattacken ging, aber noch nie fühlte ich mich, als selbst Betroffene, so verstanden, wie in "Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen." Und ich bin Ava so dankbar dafür, wie sie auf sensible, unaufgeregte, aber authentische Art auf diese psychischen Erkrankungen aufmerksam macht.

Es ist ihr immer wieder gelungen, in wenigen Sätzen dieses Gefühl zu beschreiben, das einen depressiven Menschen in einer seiner dunkelsten Stunden überfällt und es für den Leser und auch für nicht betroffene Menschen deutlich zu machen. Ich kenne dieses Gefühl, das Leni immer wieder erfasst, selbst so gut. Wenn dich von einem Moment auf den Nächsten diese bleierne Schwere erfasst, die zuschlägt wie eine Keule, die sich auf dein Bewusstsein legt, deine Gedanken vollkommen beherrscht und sich dann auf den Körper ausweitet, so das du kaum noch fähig bist dich zu bewegen und dich wie ein, in Gefahr geratener Schwimmer, aus einem Strudel kämpfen musst. Nur das du es manchmal eben einfach nicht alleine schaffst.
 
Leni ist stark, auch wenn sie es selbst erst überhaupt nicht sehen kann. Ich konnte mich absolut gut mit ihr identifizeren, weil ich ihren Weg auch schon selbst gegangen bin. Sie ist am Boden, weiß das sie es alleine nicht mehr aus diesem tiefen Loch schafft und ist deshalb bereit sich Hilfe zu suchen und eine Therapie zu machen. Doch natürlich ist auch das nicht so einfach. Man geht nicht mal eben in eine Klinik und schwupps ist man gesund, sondern es ist ein langwieriger, nervenaufreibender Prozess mit vielen Tiefen und herben Rückschlägen. Doch wie oben schon gesagt: Leni ist stark und es gelingt ihr, nicht zuletzt mit Hilfe von Matti, den sie in der Klinik kennenlernt und der sein eigenes Päckchen zu tragen hat, ihren Weg zurück ins Licht zu finden.

Mich hat dieses Buch auf so viele Arten und Weisen berührt, ich habe regelrecht mit Leni mitgekämpft und mir immerzu gewünscht, das sie diese schlimme Phase überwindet.

Ava Reed erzählt Lenis Geschichte auf eine ruhige, unaufgeregte, aber authentische und feinfühlige Art. Man merkt in jeder Zeile, wie sehr sie sich im Vorfeld mit den vorherrschenden Themen auseinandergesetzt hat und man merkt auch deutlich, das sie genau weiß wovon sie schreibt, denn es ist nicht nur ihr bisher bestes, sondern auch ihr persönlichstes Buch.

Danke Ava ! Immer wieder Danke ! Dafür, das du dieses Thema so gut umgesetzt hast, dafür, das du uns Betroffenen eine Stimme nach außen schenkst, von der ich sicher bin, das sie ganz ganz viele Menschen erreichen wird. Danke für Lenis und Mattis Geschichte.

ABSOLUTES MUST READ !!! 




Kommentare:

  1. Danke für deine Rezi! Ich schleiche schon lange um das Buch rum und jetzt kommt es wirklich endlich auf meine Wunschliste. :)

    Starte gut in die neue Woche.

    Ganz lieben Gruß
    Steffi

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    1. Liebe Steffi,

      oh wie schön, ich hoffe sehr, das es dir gefallen wird.

      LG Ina

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  2. Huhu :)

    Danke für die wunderschöne Rezi <3 Schon seit ich weiss, um was es in dem Buch geht, wusste ich: Das musst du haben! Es ist schon auf dem Weg zu mir und ich freue mich so sehr darauf. Ob ich sofort reinlese, weiss ich nicht. Da ich selbst auch betroffen bin, werde ich dazu greifen, wenn ich bereit bin. Aber ich weiss, dass ich es auf jeden Fall nicht zu lange warten lassen möchte.

    Liebe Grüsse

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  3. Hey Ina,

    vielen Dank für deine tolle und gefühlvolle Rezension :)
    Ich selbst habe leider noch nichts von Ava Reed gelesen und mich auch nicht so richtig mit dem "Hype" beschäftigt, der um ihre Bücher kusiert. Nach deiner Rezension jetzt würde ich aber in der Buchhandlung beim nächsten Mal auf jeden Fall dieses Buch mitnehmen :) Es scheint ja ein sehr emotionales, bewegendes und nachdenklich stimmendes Buch zu sein. Das liebe ich ♥

    Liebe Grüße
    Charleen

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