Mittwoch, 17. April 2019

[Rezension | Werbung] KURT

- Gebunden -

Autorin: Sarah Kuttner
Verlag: Fischer

Erscheinungsdatum: 13. März 2019

ISBN-13: 978-3103974249
Seitenzahl: 240 Seiten
Reihe: nein

Preis: 20,00€

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Von der Suche nach Familie, der Sehnsucht nach dem richtigen Ort und darüber, dass nichts davon planbar ist

»Ich bin mit zwei Kurts zusammengezogen. Einem ganzen Kurt und einem Halbtagskurt. Jana und Kurt haben sich entschieden, dass sie ihr Sorgerecht teilen, vor allem wenn Kurt schon extra aufs Land zieht. Und so pendelt das Kind nun wochenweise zwischen seinen beiden Oranienburger Zuhauses hin und her: zwei Häuser, zwei Kinderzimmer, unterschiedliche Regeln und alle Menschen, die er liebt.
Und dann bin da noch ich.«

Lena hat mit ihrem Freund Kurt ein Haus gekauft. Es scheint, als wäre ihre größte Herausforderung, sich an die neuen Familienverhältnisse zu gewöhnen, daran, dass Brandenburg nun Zuhause sein soll. Doch als der kleine Kurt bei einem Sturz stirbt, bleiben drei Erwachsene zurück, deren Zentrum in Trauer implodiert.


"Sarah Kuttner schreibt, wie nur Sarah Kuttner es kann."

Hab ich so irgendwo gelesen, kann und muss ich so immer wieder bestätigen. Sie findet in ihren Romanen allzeit die perfekte Balance aus feinfühliger Direktheit, Berliner Schnauze, ernster, aber durch ihren besonderen Humor aufgelockerte und somit nicht erdrückende, Thematik.

KURT bildet da keine Ausnahme und das habe ich dieses Mal wirklich sehr begrüßt, denn in diesem Roman verliert Lena ihren Kurt, nicht den Großen, sondern den Kleinen. Ein Kind zu verlieren ist der wohl größte Horror für alle Eltern, egal ob nun leiblich oder wie bei Lena halt irgendwie zugehörig.

Ihr Herz hängt sehr an dem kleinen Menschen, der dem großen Lieblingsmenschen so ähnlich ist und als Kurt stirbt, da bricht auch für Lena eine Welt zusammen. Doch den Platz für ihre Trauer zu finden, das ist schwer, denn muss sie nicht stark sein für Kurt? Und dann gehört sie ja auch nicht so wirklich dazu. Eine schwierige Situation, aus der Sarah Kuttner sie nach und nach, besonders durch ihre unverfälschte, unaufgeregte und echte Art, immer weiter befreit und Kurt und Lena als Paar wieder näher zueinanderbringt.

Es ist kein leichter Weg, aber ein authentischer, denn die Uhren hören auch im wahren Leben nicht einfach auf sich zu drehen, nur weil uns ein geliebter Mensch verlässt. Schon gar nicht, wenn er, wie der kleine Kurt, einfach von einer Sekunde zur anderen, aus dem Leben gerissen wird. Die Hinterbliebenen bleiben mit der Trauer, dem Kummer und dem Unfassbaren zurück und müssen ihren Verlust irgendwie verarbeiten. Genau das ist es, was Sarah Kuttner, in KURT beschreibt.

Jeder Mensch trauert anders, so auch Lena und Kurt.

Mich hat dieses Buch auf so viele Arten berührt, es hat mich so unendlich traurig gemacht, aber auch irgendwie immer wieder so froh. Es war so eine gekonnte Mischung aus Dunkelheit und Licht und Hoffnung. Perfektioniert, durch Sarah Kuttners einzigartige Schreibe, die mich immer, diesmal aber besonders, an die Seiten gefesselt hat.

Auch drei Wochen, nachdem ich KURT beendet habe, geht es mir noch immer unter die Haut und ich muss oft daran denken. Es ist eines dieser Bücher, die man wie einen Schatz behalten mag, obwohl der Inhalt doch so unendlich tragisch ist. Ich liebe es sehr ! Vielen Dank Sarah Kuttner !

Kommentare:

  1. Hallo Ina,

    dieser Roman ist mir schon öfters auf den Blogs begegnet...und mir wegen dem ungewöhlichen Titel auch in Erinnerung geblieben...Kurt....

    Das Thema ist mir persönlich einfach zu traurig...sorry muss/möchte ich nicht unbedingt lesen wollen.

    LG..Karin..

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    1. Liebe Karin,

      ja, der Thematik muss man zweifellos offen gegenüber stehen. Die Autorin hat das hier sehr sehr gut umgesetzt, sie drückt nicht auf die Tränendrüse und schreibt auch keinen Roman, der einen runterzieht. Ich kann das Buch wirklich empfehlen, falls du es dir irgendwann doch anders überlegst :)

      Liebe Grüße Ina

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  2. Hallo Ina,

    Sarah Kuttner hat mich mit dem großen und den kleinen Kurt ebenso bezaubert. Ich bin hin- und weg von der Art, wie locker-leicht sie dieses Thema angegangen ist. Während der Geschichte stand ich immer zwischen Lachen und Heulen - ein besonderer Roman.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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