Mittwoch, 28. August 2019

[Rezension | Werbung] KRISTALLBLAU: Magisches Blut

- Gebunden -

Autorin: Amy Ewing
Übersetzt von Andrea Fischer
Verlag: Dragonfly

Erscheinungsdatum: 19. August 2019
Originaltitel: Cerulean

ISBN-13: 978-3748800019
Seitenzahl: 400 Seiten
Reihe: ja, Band 1

Preis: 18,00€
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»Unser Blut ist magisch. Wir sind die Cerulean.« Diese Sätze hat Sera schon so oft gehört, aber ihre Fragen über die Vergangenheit beantwortet niemand. Sera spürt, dass die Hohepriesterin wie auch ihre Mütter ein Geheimnis hüten. Als sie ausgewählt wird, ihre Welt zu retten, und sich dafür opfern soll, fügt sich Sera dennoch in ihr Schicksal. Doch weder stirbt sie, noch kann sie zunächst ihre Aufgabe erfüllen. Stattdessen muss Sera in einer völlig anderen Welt einen Kampf um Leben und Tod führen.
Endlich ein neues Buch von Amy Ewing ! Wer mir auf dem Blog folgt oder auch in den Social Medias, der weiß sicherlich, dass ich von der JUWEL-REIHE absolut begeistert war. Und genau deshalb, war ich auch Feuer und Flamme für den neuen Roman der Autorin, auch wenn diesem Buch bereits viele negative Stimmen vorausgegangen sind.

Denn im englischsprachigen Raum kam das Buch nur bedingt bei den Fans an und hat viel negative Kritik einstecken müssen. Ob berechtigt oder nicht, davon wollte ich mich dann natürlich selbst überzeugen.

Amy Ewing schreibt keine gewöhnlichen Geschichten, dem sollte man sich vorab schon bewusst sein. Bei der Juwel-Reihe hat sie einige wirklich kontroverse Themen verarbeitet, die mich im ersten Moment schockiert haben. Bei KRISTALLBLAU stand vor allem "Queer-Bashing" als Kritikpunkt im Fokus und ich will gar nicht abstreiten, dass es vielleicht zutrifft, da ich aber in der Beziehung nicht betroffen bin, mich folglich auch nicht wirklich mit dem Thema auskenne, hatte ich natürlich einen sehr objektiven Blick auf alles, was in der Geschichte um Sera passiert und muss sagen, dass mir das Buch recht gut gefallen hat.

Sera ist eine Cerulean und lebt in einer Stadt im Weltall, die durch ein faszinierend funkelndes Band mit einem Planeten verbunden ist, aus dem die Stadt Ressourcen zieht. Man kann das alles wirklich schwer erklären, weil die Stadt der Cerulean und auch ihr ganzes Lebenskonzept sehr komplex ist.
Und damit bin ich auch direkt schon beim ersten positiven Punkt: Der Weltentwurf hat mir unglaublich gut gefallen. Amy Ewing beschreibt alles sehr bildhaft und gut vorstellbar und man möchte sich gerne in den Nacht- und Taggärten der Cerulean verlieren.

Die Ceruleans selbst sind ausschließlich Frauen, leben meist in Dreierkonstellationen zusammen und ziehen ihre Töchter groß.Ihre Körper sind silbern, ihre Haare blau. Sie sind ein sehr harmonisches und gläubiges Volk. Und folgen den Worten ihrer Hohepriesterin bedinungslos. Sera bricht aus diesem Gerüst jedoch ein wenig aus, denn sie ist absolut wissbegierig, hinterfragt vieles und sie lechzt nach mehr. So gerne würde sie einmal den Planeten unter ihnen besuchen. Das ihr dieser Wunsch bald auf unangenehme Art und Weise erfüllt wird, das ahnt sie nicht.

Der Planet, der mit Seras Stadt verbunden ist, ist in zwei verfeindete Kontinente aufgeteilt: KAOLIN und PELAGO. Hier spielt sich der zweite Teil der Geschichte ab und wir lernen das Zwillingspaar Leo und Agnes kennen, die sowohl optisch als auch charakterlich nicht unterschiedlicher sein könnten. Agnes muss sich dem patriarchalischem System von Kaolin fügen. Hier haben Männer das Sagen und eine Frau braucht für jedes bisschen die Einverständnis eines verwandten oder angeheirateten Mannes. Solche Systeme regen mich grundsätzlich gerne auf, Agnes mildert es aber ein wenig ab, da sie sich nichts gefallen lässt. Sie ist eine sehr kluge Protagonistin, die die Wissenschaft liebt und am liebsten Zeit in ihrem hauseigenen Labor verbringt. Ihr Ziel ist die Universität in Pelago und dafür ist sie bereit zu kämpfen. Ich mochte Agnes sehr, was man von ihrem Bruder Leo zuerst leider nicht behaupten kann.

Leo ist zunächst ein richtig ätzender Charakter, gänzlich unsympathisch. Er eifert seinem Vater, einem gefeierten Theaterregisseur nach, der die Leute um sich herum wie Dreck behandelt. Leo ist verzogen und selbstsüchtig. Zum Glück erlebt er im Verlauf der Geschichte eine komplette Wandlung, erkennt, dass die Dinge die sein Vater leistet, gar nicht so erstrebenswert sind, wie er dachte.
Und als er sich schließlich mit seiner Schwester zusammentut, da fing ich sogar an ihn ein wenig zu mögen.

Ich will bei meinen Beschreibungen nicht so sehr in die Tiefe gehen, weil es in diesem Buch wirklich viele interessante Themen und Parts gab und ich nicht unabsichtlich etwas vorwegnehmen will. Aber ich kann Euch sagen, dass die Geschichte, auch wenn sie sich stellenweise ein wenig lahm entwickelt, echtes Potenzial hat.

Amy Ewing ist echt ein Ausbund an grenzenloser Fantasie. Während die Welt der Cerulean irgendwie magisch erscheint, ist Old Port, die Stadt in der Agnes und Leo Leben eine Mischung aus viktorianischer Ära und Moderne. Außerdem beschreibt sie ihre eigene "Freakshow", es gibt magische Wesen, die der Vater der Zwillinge für seine eigenen Zwecke fängt und "ausstellt", was mich gleichermaßen fasziniert, wie auch abgeschreckt hat. Und ich fand die Themenfülle ziemlich interessant, auf beiden Seiten.

Ich muss nochmal auf das Queerbaiting zurückommen, weil ich diesen Kritikpunkt einfach nicht verstehen kann. Es wird kritisiert, dass Sera, als eine Cerulean, die ja nun nur unter Frauen aufwächst, die Beziehungen unter einander hegen, sich später in einen Mann verliebt und das muss ich hier einfach mal klar dementieren, denn ich habe dieses Gefühl, dass sie sich von einem männlichen Charakter angezogen fühlt, nicht als Liebe, sondern als reine Neugier empfunden. Und selbst wenn, wieso sollte sie sich nicht von einem Mann angezogen fühlen dürfen. Nur weil sie von einem Planeten kommt, auf dem Frauen Beziehungen miteinander haben ? Es gibt ja gar keine Möglichkeit, hier eine heterosexuelle Beziehung einzugehen, woher soll sie also wissen, ob sie sich nicht vielleicht zu Männern hingezogen fühlen könnte ?
Wäre dies jetzt bei Agnes der Fall, die sich ganz offensichtlich von Frauen angezogen fühlt, dann würde mich das alles sehr wundern, aber bei Sera hat mich das überhaupt nicht gestört. 
Sorry, das geht einfach über meinen Verstand hinaus, vielleicht auch einfach deshalb, weil mich dieses Thema selbst nicht betrifft und so habe ich daran überhaupt nichts Verwerfliches gefunden und kann hier keine Kritik anbringen.

Im Übrigen gibt es in diesem ersten Band auch gar keine Liebesgeschichte im klassischen Sinne, es geht natürlich viel um die Verbundenheit zwischen Geschwistern und um freundschaftliche oder mütterliche Liebe, aber dabei bleibt es, was ich überhaupt nicht schlimm fand. Dafür punktet Amy Ewing mit ganz anderen Dingen.

Ich fand diesen Auftakt wirklich mehr als gelungen, die Idee ist grandios und ich bin schon so gespannt, wie sich alles weiterentwickeln und wie die Fäden am Ende zusammenlaufen werden. Lediglich im Mittelteil hätte ein wenig mehr Spannung aufkommen dürfen. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt, den ich habe !

Ach und das Cover, aber dafür gibt es keinen Punktabzug, denn oft ist es ja schwierig, die Rechte am Original zu bekommen. Ich finde das deutsche Cover wunderschön, ohne Frage, passender ist allerdings das Amerikanische, denn es spiegelt einfach einen wichtigen Teil der Geschichte wider. Aber man kann halt leider nicht alles haben. So what ! 


Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.


1 Kommentar:

  1. Danke für die Rezension, klingt sehr spannend und interessant. Kommt auf meine Liste. :)

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