Mittwoch, 23. Oktober 2019

[Rezension] We will fall


- Gebunden -

Autorin: Shannon Dunlap
Übersetzt von Henriette Zeltner
Verlag: Sauerländer

Erscheinungsdatum: 23.Oktober 2019
Originaltitel: Izzy & Tristan

ISBN-13: 978-3737356015
Seitenzahl: 368 Seiten
Reihe: nein

Preis: 17,00€
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Die sechzehnjährige Izzy ist nicht gerade begeistert, als sie mit ihren Eltern von Manhattan nach Brooklyn ziehen muss. Wie soll sie hier Freunde finden? Alle Leute in ihrem Alter sind mit ihren Machtspielchen beschäftigt, in ihrer Hackordnung gibt es keinen Platz für Neue.
Doch dann begegnet Izzy Tristan, dessen Cousin Marcus der Boss im Block ist. Izzy und Tristan verlieben sich auf den ersten Blick ineinander. Niemand ahnt, dass die beiden sich heimlich treffen, schon gar nicht Tristans Cousin. Doch als Marcus ausgerechnet Izzy als seine neue Freundin herauspickt, nimmt die Tragödie ihren Lauf.


Als ich, voller Vorfreude, zu diesem Buch griff, dass mich sofort ansprach, als ich zum ersten Mal darauf aufmerksam wurde, da hatte ich keine Ahnung, wie hoch ich fliegen und WIE tief ich fallen würde.

Der Titel lässt natürlich schon erahnen, dass dies hier keine gewöhnliche und einfache Liebesgeschichte ist. Das es mich so erschüttern und fesseln würde, dass hatte ich trotzdem nicht erwartet. Shannon Dunlap zog mich schon auf den ersten Seiten in einen sogartigen Bann und ich habe das Buch innerhalb weniger Stunden förmlich inhaliert, weil es ein unglaublich intensives und tragisches Buch ist.

Vielleicht ist euch die Geschichte von Tristan und Isolde ja bereits ebenfalls vertraut. Dann könnt ihr schon erahnen, dass es für Izzy und Tristan keine einfache Liebe werden wird.
Shannon Dunlap hat den Kern des Klassikers in die Gegenwart transferiert und ihn mit aktuellen und brisanten Themen, wie Zwei-Klassengesellschaft und Rassenkonflikt, ausgeschmückt, was ihr unglaublich gut gelungen und leider Gottes auch total zeitgemäß ist und viel mehr diskutiert und angesprochen werden muss.

Tristan und Marcus sind Cousins, wohnen in Brooklyn und während Marcus der King unter den Jugendlichen ist, ist Tristan eher ein stiller und in sich gekehrter Junge, mit einem unglaublich scharfen Verstand und einem Faible für Schach. Marcus nutzt Tristans Talent gut für sich aus, in dem er ihn gegen andere Spieler antreten lässt und am Ende die Kohle für sich einsteckt. So lernen sie Hull kennen, der neu im Viertel ist, zu seinem Missfallen. Denn Hull und seine Familie kommen nicht nur aus einer "besseren" Gegend, sie sind auch die einzigen "Weißen" in der Straße. Durch den Konflikt zu dem es zwischen Hull und Marcus kommt, nimmt das Schicksal seinen Lauf, denn Tristan und Izzy lernen sich kennen und verlieben sich. Marcus jedoch will Izzy für sich erobern, obwohl Brianna schon lange ein Auge auf ihn geworfen hat. 

Es kommt zu heimlicher Liebe, die von eigentlich unbegreiflicher Angst beherrscht wird. Angst davor, wie Marcus reagieren könnte, falls er herausfindet, wie Izzy und Tristan empfinden. Angst, die schließlich in absolutem Chaos gipfelt, das ALLES verzehrt...

Ich fand das Buch UNGLAUBLICH großartig geschrieben, sie ist ergreifend und mitreißend. Ich hatte so viele Momente in denen es mir die Kehle zuschnürte, weil ich das Gefühl hatte Tristans Angst und Bedenken förmlich greifen zu können. Aber es gab auch Momente in denen mir vor Liebe das Herz platzen wollte.

Die Figuren sind brillant und sehr facettenreich gezeichnet. Ich mochte Tristan mit seiner ruhigen Art unheimlich gern, auch wenn ich ihn immer mal etwas treten wollte, damit er sich von Marcus losmacht. Irgendwie steht der nicht nur im Viertel, sondern auch in der Familie auf einem besonderen Sockel und man verzeiht ihm all seine Fehler, wovon er reichlich hat.
Auch Izzy mochte ich gerne, auch wenn ich ihre Entscheidungen nicht immer gut fand. Hull und Brianna konnten bei mir dagegen eher wenig Sympathiepunkte sammeln, aber ich denke, dass das vielleicht von der Autorin so beabsichtigt wurde.

In den englischen Rezensionen habe ich gelesen, dass viele das Buch als zu oberflächlich bezeichnen, dem kann ich so allerdings nicht zustimmen. Ich persönlich habe es als sehr sehr gut geschrieben und durchdacht empfunden, man muss aber vielleicht manchmal ein bisschen zwischen den Zeilen lesen.

Normalerweise schreibe ich in meinen Rezensionen ja immer sehr wenig zum Cover, weil ein Cover mich zwar durchaus anziehen kann, aber für eine abschließende Wertung der Geschichte ja doch komplett irrelevant ist.

Hier muss ich jedoch kurz etwas sagen, da mich das Cover zunächst nämlich absolut begeistern konnte, weil es einfach mal ein anderer und neuer Stil ist. Jetzt wo ich die Geschichte allerdings kenne, finde ich das Cover absolut unpassend und auch irgendwie nichtssagend gewählt. Klar, irgendwie passt ein ineinander verschlungenes Paar, weil es für eine intensive Liebesgeschichte steht, doch we will fall ist einfach SO viel mehr als das.

Ansonsten: GROßARTIG !!!


We will fall - Eine Tragödie, bei der du von Anfang an weißt, dass du auf eine Katastrophe zusteuerst, der du dich aber keinen einzigen Moment entziehen kannst und willst. Es ist eine packende, MODERNE, mit aktuellen und brisanten Themen gespickte und brillant geschriebene Neuinterpretation des Klassikers "Tristan & Isolde", an der man in diesem Herbst nicht vorbeikommt, wenn man ein verdammt gutes Buch lesen will !!!

Kommentare:

  1. Hallo und guten Tag,

    hm, brauche ich eine Liebesgeschichte nach amerikanischen Vorgaben/Vorbild...mit einem Cousin der Boss im Block ist z.B. ....und einem amerikanischen Titel...

    Also ich brauche so eine Liebesgeschichte nicht wirklich ...

    Wieso kann man den Titel nicht wenigstens ins Deutsche übersetzten......? Wieso gibt es so viele amerikanische/englische Titel ?

    LG..Karin...

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    1. Liebe Karin,

      inhaltlich ist das Buch natürlich Geschmackssache. Ich kann die Geschichte aber auf jeden Fall empfehlen, wenn man etwas lesen möchte, das eben nicht NUR Liebe enthält,sondern sich auch mit brandaktuellen Themen befasst. Leider sind Rassenkonflikte ja nicht nur in den USA ein Problem.

      Die Autorin ist Amerikanerin, für mich also legitim dass das Buch auch in den USA spielt. Und auch der englische Titel stört mich überhaupt nicht, wir leben ja in einer Gesellschaft in der die englische Sprache eigentlich schon zum Alltag gehört und im Gegensatz zum Deutschen ist es halt die Allerweltssprache. Aber wie gesagt, Ansichtssache ;)

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    2. Die Tristanlegende, die später die Geschichte von Tristan und Isolde hervorbrachte, nach deren Vorbild die Autorin ihre Version ja geschrieben hat, ist übrigens keltischen, germanischen und orientalischen Ursprungs und wurde im europäischen Raum erstmals schon im 12. Jahrhundert verfasst. Kann man bei Wikipedia alles ganz gut nachlesen. Sie entstammt also keinem amerikanischen Vorbild. :)

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  2. Hallo liebe Ina,

    nun ich meine damit auch nicht die Tristan-Geschichte. Denn sie kenne ich durchaus.

    Sondern um das Drumherum...brauche ich eine Liebesgeschichte nach amerikanischen Vorgaben/Vorbild...mit einem Cousin der Boss im Block ist z.B.

    Also amerikanische Verhältnisse...zumal ich finde, dass Amerika auch nicht so ein tolles Land ist...viel zu viel Gewalt...jeder darf eine Knarre sein eigenen nennen.

    Davon sieht man schon genug in den Nachrichten tagtäglich.

    Entschuldigung ist mir persönlich etwas zu viel von Amerika und seiner Lebenswelt und Einstellung.

    LG..Karin..

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    1. Liebe Karin,

      naja das ist natürlich Geschmackssache. Mir hat das Buch gut gefallen und ich fand auch die angesprochenen Themen sehr wichtig, da es Rassenkonflikte ja nicht nur in den USA sondern überall auf der Welt geht und man gerade junge LeserInnen dafür sensibilisieren muss.

      Und weil es mir so gut gefallen hat, empfehle ich das Buch natürlich gerne weiter :) Dafür ist der Blog ja schließlich da.

      LG Ina

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