Samstag, 22. Februar 2020

[Rezension] THE GRACE YEAR

- Gebunden -

Autorin: Kim Liggett
Übersetzt von Birgit Salzmann
Verlag: Dressler

Erscheinungsdatum: 24. Februar 2020

ISBN-13: 978-3791501628
Seitenzahl: 416 Seiten
Reihe: ?

Preis: 22,00€

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In Garner County heißt es, dass junge Frauen die Macht besitzen, Ehemänner aus ihren Betten zu locken und Jungen in den Wahnsinn zu treiben. Um diese Kräfte zu verlieren, werden sie für ein Jahr in die Wildnis verbannt. Wer zurückkommt, wird verheiratet oder ins Arbeitshaus geschickt. Aber es kommen nie alle lebend zurück.
Nur in ihren Träumen ist Tierney James frei, umgeben von Rebellinnen. Doch als ihr Gnadenjahr beginnt, spürt sie erst, wie tief verwurzelt der Hass ist. Denn nicht die Natur oder die tödlichen Wilderer, die ihnen auflauern, sind die größte Gefahr. Es sind die Mädchen selbst.


Was für ein unfassbar grausames, aber hoffnungsvolles und großartiges Buch !!! Lange hab ich keinen solchen, dystopischen Pageturner mehr gelesen.

Und dabei begann die Geschichte um Tierney und das Gnadenjahr so unfassbar grausam und brutal, ich hatte in der ersten Hälfte einen riesigen Wut- und Hassklumpen im Bauch, der sich mit jeder Seite enger zog. Ehrlich, ich glaube mein Kopf hat gedampft vor Zorn.

Zorn auf die Männer in Garner County, die die Frauen regelrecht unterdrücken, ihnen permanent erzählen wie wertlos sie sind und sie schlimmer behandeln als das redensartliche Stück Vieh. Zorn darauf, was sie ihnen nehmen, was sie ihnen verbieten, was sie mit ihnen machen.

Aber auch Zorn auf die Gnadenmädchen, die sich gegenseitig die schlimmsten Dinge wünschen und antun.

Tierney ist 16 Jahre alt und wie all den Generationen vor ihr, steht ihr das Gnadenjahr bevor. Die Mädchen ihres Jahrgangs werden auf eine Insel in den Wäldern geschickt, ja förmlich ausgesetzt. Vorher erfolgt jedoch erst noch der Schleiertag, an dem den Mädchen bereits offenbart wird, was sie erwartet, falls sie zurückkehren. Es ist ein perfides, grausames Spiel, erdacht von den Männern.

Um nicht zu spoilern, will ich gar nicht so sehr ins Detail gehen, aber ich kann euch verraten, dass es im Wald reichlich Gefahren gibt. Neben den Wilderern, die es auf das Leben der Mädchen abgesehen haben, sind sie selbst wohl die größte Gefahr füreinander. Denn hier im Wald können sie sich ihrer "Magie" hingeben und all ihre Grausamkeiten ausleben, die sich schnell gegen Tierney richten, die schon immer einen kritischen Blick auf den Umgang mit den Frauen von Garner County hatte.

Die erste Hälfte des Buches empfand ich als unglaublich brutal, aber vermutlich wollte die Autorin genau das bezwecken. Denn man hofft und wünscht sich nichts sehnlicher als eine Rebellion.

Und die bekommt man. Anders und ein wenig später als erwartet, aber mit vielen Überraschungen und absolut zufriedenstellend.

Das Buch ist total spannend geschrieben und ich bin echt durch die Seiten gerauscht. Ganz großartiges Buch mit einer ganz tollen Botschaft, die wir gerade aktuell alle brauchen können. Denn es geht um Zusammenhalt, um Solidarität mit- und untereinander, darum gegen das Unrecht und perfide Systeme aufzustehen und laut und mutig zu sein.

Natürlich gibt es auch ein bisschen Liebe. Ich fand das schön, war aber zwischendurch ein wenig zwiegespalten, weil ich das Gefühl hatte, dass dieser Handlungsstrang so nebensächlich abgehandelt wird. Im weiteren Verlauf bekommt er allerdings mehr Tragweite und ist besonders für das Ende wichtig.

Alles in allem ist THE GRACE YEAR ein echt spannender Pageturner, ich konnte das Buch wirklich kaum aus der Hand legen, was mir mittlerweile eher selten passiert. Was ich noch nicht ganz durchschaut habe, ist, ob es ein Einzelband bleiben wird oder vielleicht doch noch ein zweiter Band folgt. Denn das Ende ist zwar stimmig und auch irgendwie abgeschlossen, doch es gäbe da sicher noch jede Menge Potenzial für eine Fortsetzung.

Einen Kritikpunkt habe ich zum Schluß noch, auch wenn er nicht in meine Wertung einfließen wird, weil er sich nicht auf die Geschichte ansich, sondern auf die Altersempfehlung des Verlags bezieht. Der Verlag empfiehlt das Buch nämlich ab einem Alter von 14 Jahren. Erwähnt es in den Teasern zum Buch aber unter anderem mit "The Handsmade's Tail", was in meinen Augen "erwachsene Literatur" ist. Ich finde die erste Hälfte des Buches wirklich sehr brutal. Den Frauen widerfährt sowohl physische als auch psychische Gewalt. Es gibt reichlich abgetrennte Gliedmaßen und jede Menge Grausamkeiten. Ich weiß nicht, ob das Buch deshalb wirklich etwas für 14-jährige ist und würde maximal bei 16 Jahren ansetzen. Sicher ist das mein persönliches Empfinden und jeder Mensch ist in der Beziehung anders, aber wer das Buch jungen Lesern kaufen möchte, dem rate ich, erst einmal reinzulesen und sich ein Bild zu machen.

Ansonsten: GROßARTIG !

1 Kommentar:

  1. Liebe Ina,

    von diesem Buch habe ich bisher noch überhaupt nichts gehört oder gelesen, aber das Cover sieht schon total ansprechend aus! Und was du schreibst, entspricht genau meinem Geschmack. Irgendwie erinnert es mich an eine mehrteilige Gänsehaut-Geschichte (glaube ich), wo es um ein Mädchen mit magischen Kräften ging, die auf einer verfluchten Insel ausgesetzt wurde. Oder so ähnlich. Es ist schon ein bisschen her, dass ich das gelesen haben :D

    Das Buch werde ich mir auf jeden Fall zulegen und dir wünsche ich weiterhin viel Spaß beim Lesen! <3

    Liebe Grüße,
    Isa

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