Freitag, 20. März 2020

[Rezension] Sicherheit ist eine verdammt fiese Illusion

- Gebunden -

Autorin: Kyra Groh
Verlag: Arctis

Erscheinungsdatum: 13. März 2020

ISBN-13: 978-3038800385
Seitenzahl: 464 Seiten
Reihe: nein

Preis: 18,00€

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Manchmal stellt Mia sich vor, ihre Krankheit wäre eine beneidenswerte Superkraft. Tatsächlich ist es im Alltag aber ganz schön problematisch, wenn man keine Schmerzen empfinden kann und blindlings in alle Gefahren läuft. Das weiß Mia spätestens seit jenem Abend, an dem sie ihre Mutter verlor. Die quälende Erinnerung daran ist gleichzeitig ihr größtes Geheimnis. Zumindest bis sie Jake kennenlernt, der seinen eigenen Kummer im Fitnessstudio von Mias Vater bekämpft. Ihm kann sie sich anvertrauen, und auch er erzählt ihr von den dunklen Seiten in seinem Leben. Obwohl die beiden so verdammt unterschiedlich sind, haben sie zum ersten Mal das Gefühl, dass Sicherheit vielleicht mehr sein könnte als eine fiese Illusion.


Ganz ganz große Jugendbuchliebe !!!

SICHERHEIT IST EINE VERDAMMT FIESE ILLUSION war mein erster Roman, den ich aus der Feder von Kyra Groh gelesen habe und auch wenn sie sonst in einem anderen Genre schreibt, war das auf keinen Fall mein Letzter.

Mit ihrem ersten Jugendbuch hat mir die Autorin nämlich unglaublich tolle Lesestunden beschert. Sie trifft den richtigen Ton und die richtige Mischung aus erster Liebe, alltäglichem Teenagerkram, aber auch aus ernsten Themen, einer seltenen Krankheit, aus Mut, Verlust und Verbundenheit. Das Ganze rundet sie mit viel Musik, schlagfertigem Humor und Freundschaft ab.

Und damit konnte sie mich wirklich total verzaubern. Mich, wo ich doch in letzter Zeit schon fast regelrecht genervt davon bin, über Teenieprobleme zu lesen.

Aber hier passt einfach alles.

Mia und Jake sind eigentlich komplett gegensätzliche Charaktere und niemals hätten beide gedacht, dass es zwischen ihnen auch nur im Entferntesten funken könnte. Mia, die das Herz auf der Zunge trägt, eine Schwäche für die 90er Punkpop-Band Blink 182 hat und die kein Verständnis für Leute aufbringen kann, die sich Shirts von Bands kaufen, die sie gar nicht hören.

Damit war sie genau mein Charakter, denn ich habe beim Lesen unglaublich viele Paralellen zu mir selbst gezogen. Außerdem hat sie auch noch eine ganz andere, weniger vorlaute Seite, die aber erst im Verlauf und besonders durch Jake zum Vorschein kommt. Mia leidet an Analgesie, was bedeutet, dass sie keine Schmerzen empfinden kann und nicht merkt, wenn sie sich ernsthaft verletzt. Und das hat sie zu einem übervorsichtigen Mädchen gemacht, das ihre empfindsame Seite, ihre Ängste und Schuldgefühle, hinter einer etwas rotzigen Fassade versteckt. Das aber auch denkt, dass sie womöglich gar keine Gefühle spüren kann. Sie ist eine komplexe Protagonistin, die ich total ins Herz geschlossen habe.

Jake kriegt den Kopf nur dann frei, wenn er sich im Fitnessstudio von Mias Vater so richtig auspowert. Und das muss er, denn sonst droht der Berg an Problemen, die sich hauptsächlich auf sein Elternhaus beziehen, ihn zu erdrücken.

Die beiden haben tatsächlich sehr wenig gemein. Und doch passen sie. Zueinander und jeder von beiden so wie er ist.

Ich habe diese Geschichte wirklich so sehr genossen, weil sie kein Stück kitschig ist, ohne  überbordendes Drama auskommt, weil Kyra Groh sicherlich ein paar Klischees einstreut, die einen hier aber so gar nicht stören und weil sowohl die Handlung als auch alle Charaktere einfach so verdammt authentisch sind.

Ein wirklich tolles Buch, sagte ich schon, dass ich euch uneingeschränkt eurer Lese-Vorlieben und eurer Altersgruppe empfehlen möchte !


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